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03.12.1993

Berliner Unternehmen suchen ein Erfolgsrezept Softwerker plaedieren fuer die Qualitaetsnorm nach ISO 9000

BERLIN (ms) - Auf Dauer werden Entwickler nur mit Produkten und Dienstleistungen der Gueteklasse eins ihre Wettbewerbsfaehigkeit sichern koennen. Was aber Qualitaetssoftware ueberhaupt ist, eroerterten jetzt rund 180 Teilnehmer aus Berliner Softwarehaeusern im Fraunhofer-Institut fuer Software und Systemtechnik. Als Mindestanforderung kristallisierte sich dabei die ISO-Norm 9000 heraus.

Eingeladen hatte die Wirtschaftsfoerderung Berlin im Auftrag der Senatsverwaltung fuer Wirtschaft und Technologie. Deren Vertreter, Staatssekretaer Hans Kremendahl, brach zu Beginn seiner Rede eine Lanze fuer den "Industriestandort Bundeshauptstadt".

Trotz Strukturumbruch und Rueckgang der Foerdergelder, so Kremendahl, sind "bereits wieder rund 40000 Industrie- Arbeitsplaetze vorhanden". Nun sollten die Unternehmen nicht den weggebrochenen Geruesten "mit haengender Zunge nachlaufen" und versuchen, "alte Zeiten kuenstlich am Leben zu erhalten". Jetzt komme es darauf an, Forschungs- sowie High-Tech-Unternehmen auszubauen und neue Firmen anzusiedeln. Immerhin seien in Berlin mehr als 900 Softwarehaeuser aktiv. Ein Potential, das aber nur mit Qualitaetsprodukten "fit fuer morgen" sei.

"Problem laengst erkannt", meinten einige der Teilnehmer des Forums, doch mit der Umsetzung dieser Erkenntnis sieht es bekanntlich schlecht aus. Noch spielt die Qualitaetssicherung (QS) bei den Software-Entwicklern nur in Ausnahmefaellen die erste Geige - von genormten Vorgaben ganz zu schweigen. Das hat seine historischen Ursachen: "Das schnelle Herbeizaubern von Loesungen" und die "handwerkliche Arbeitsweise" sei bisher kennzeichnend fuer die Softwareherstellung gewesen, behauptet Andre Warner von der Gesellschaft fuer Prozesssteuerungs- und Informationssystem GmbH (PSI).

Fuer "die Produktion von Software auf Zuruf" sei die Zeit jedoch passe. Neben besserer Software und brauchbaren Tools muessten vor allem organisatorische Ablaeufe und Informationsfluesse die bestimmende Rolle spielen - nicht zuletzt eine Aufgabe der QS. Allerdings gebe es hier kein standardisiertes Verfahren, das auf Dauer erfolgreich sei, meint Warner. Diese sei abhaengig von der Infrastruktur der Entwicklungsbereiche wie Hard- und Software, Arbeitsumgebung, aber auch vom Klima unter den Mitarbeitern.

Trotz allem Wenn und Aber: An einer "normengerechten QS" (nach ISO 9000 bis 9004) wuerden die Softwarebauer kuenftig nicht vorbeikommen, wollten sie nicht Wettbewerbsanteile verlieren, hiess es. Eine ISO-konforme Qualitaetssicherung erfuelle schliesslich nicht nur den "internationalen Mindeststandard". Sie bilde auch die Grundlage fuer eine "staendige Verbesserung der Produkte", so Herbert Weber von der Fraunhofer-Einrichtung fuer Software- und Systemtechnik.

Da alle Anbieter von der Qualitaet abhaengig seien, forderte Weber, sollten sich die Entwickler ihre Sicherungssysteme "amtlich beglaubigen lassen". Kurz: Externe Pruefer - wie die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Qualitaetssystemen (DQS) oder der Technische Ueberwachungsverein (TUEV) - bescheinigen einem Softwarehaus, dass es ein qualitaetsgerechtes QS-System eingefuehrt hat und weiterhin auf Wirksamkeit prueft.

Mit diesem Zertifikat soll der Hersteller das "Vertrauen des Kunden gewinnen" koennen und gleichzeitig beweisen, dass aufgrund einer qualitaetsgesicherten Fertigung auch hochwertige Produkte entstehen. Ist der Kaeufer mit dem Resultat dennoch unzufrieden, hat auch das Zertifikat nur noch Muellwert. Deshalb steht bei der Softwareproduktion nicht das unterschriebene Guetezeugnis im Vordergrund. Laut Warner sorgen unter anderem Qualitaetsbewusstsein, die geeigneten Richtlinien, der kontinuierliche QS-Prozess und die personelle Besetzung fuer eine sichere Qualitaet.