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18.09.1992 - 

Gerüchte um Aufkauf

Bertelsmann-Gruppe verhandelt mit Markt & Technik Verlag AG

MÜNCHEN (jm) - Die Bertelsmann AG steht in Verhandlungen mit dem angeschlagenen Markt & Technik Verlag (M&T). Insider sprechen von einem bevorstehenden Verkauf des DV-Verlages aus Haar bei München.

Wegen der aufkommenden Gerüchte um das Bertelsmann-Engagement sah man sich bei Markt & Technik veranlaßt, eine Hausmitteilung an die Beschäftigten zu verteilen, die der entstehenden Unruhe in der Belegschaft entgegenwirken sollte. Darin heißt es, daß der Mediengigant aus Gütersloh - Bertelsmann ist weltweit das zweitgrößte Verlagshaus --mit Markt & Technik über eine Zusammenarbeit in Verhandlungen stehe.

Aktienkurs von M&T stieg wieder

Gegenüber der CW bestätigte eine Sprecherin von Bertelsmann, man sei "seit geraumer Zeit über eine enge Kooperation" mit den Verantwortlichen aus Haar im Gespräch. Sie lehnte es allerdings ab, Details der Verhandlungen zu nennen. Auch über die Art der Kooperation wollte sie sich nicht äußern. Gerüchteweise waren 30 Millionen Mark als Kaufpreis für den Verlag im Münchner Osten gehandelt worden. Von M&T-Finanzchef Rainer Doll wurden die Spekulationen über einen Verkauf zurückgewiesen.

Auffallend ist allerdings, daß sich beide Gesprächspartner offensichtlich auf eine gemeinsame Sprachregelung verständigt haben. Dies könnte Mutmaßungen einer Übernahme von M&T durch Bertelsmann Gewicht verleihen. Bereits in der Vergangenheit kursierten immer wieder Gerüchte um einen Aufkauf des DV-Zeitschriftenkonglomerats durch die Gütersloher mit Münchner Dependance

Ein Wiedereinstieg in den Markt der Special-Interest-Zeitschriften ist für die Gütersloher, die im vergangenen Jahrhundert mit religiös eingefärbter Literatur Leser suchten und erst nach dem zweiten Weltkrieg mit den Buchclubketten auch fanden, durchaus sinnvoll.

Die Bertelsmann-Verlagsgruppe gehörte im November 1983 zu den ersten deutschen Verlagshäusern, die mit der im Heinrich-Vogel-Verlag erscheinenden Zeitschrift "Micro" dem Beispiel "Chip" vom Vogel-Verlag nacheiferten und eine wachsende Klientel von PC-Enthusiasten mit Informationen rund um den PC bedienen wollten. Seinerzeit steckten die Mohn-Leute mehrere Millionen Mark in das neue Projekt. Das Blatt geriet im Laufe der Zeit jedoch mangels exakt definierter Zielmärkte in Schwierigkeiten, schrieb zuletzt rote Zahlen und mußte im Juli 1989 eingestellt werden. Bis zum heutigen Tag ist das größte deutsche Verlagshaus ohne DV-Fachzeitschrift geblieben. Die Spekulationen um einen Aufkauf ließen zumindest die zuletzt in den Keller gefallenen Aktienkurse von M&T wieder in die Höhe schnellen: Nachdem der Kurs noch Mitte August bei 250 Mark gelegen hatte, war er bis Anfang September auf 110 Mark gefallen. Nach Bekanntwerden der Übernahmegerüchte stieg der M&T-Kurs wieder auf 145 Mark - mit steigender Tendenz.