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Medienmogul streicht 2,5 Milliarden Dollar ein


20.07.2001 - 

Bertelsmann versilbert AOL-Anteile

MÜNCHEN (CW) - Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann hat einen Teil seines 49,5-prozentigen Anteils an AOL-Europe früher als geplant verkauft. 2,5 Milliarden Dollar zahlt AOL Time Warner den Güterslohern für einen Teil des Aktienpakets. Nach ursprünglichen Vereinbarungen sollte das Geschäft erst nächstes Jahr über die Bühne gehen.

Die Rückgabe der Beteiligung an dem europäischen Arm des Internet-Dienstleisters AOL war notwendig geworden, weil der Mutterkonzern AOL Inc. mit dem Bertelsmann-Wettbewerber Time Warner fusionierte. Die betroffenen Medienunternehmen hatten daraufhin vereinbart, dass Bertelsmann ab Januar nächsten Jahres eine "Put"-Option über seinen AOL-Anteil ausüben könne, der 6,75 Milliarden Dollar einbringen würde. Sollten die Bertelsmann-Manager diese Option nicht einlösen, kann AOL Time Warner die Anteile zu einem Preis von 8,25 Milliarden Dollar ab Juli 2003 zurückkaufen .

Dem deutschen Medienkonzern dauerte dieser Zeitplan wohl zu lange. Über einen von der Deutschen Bank eingefädelten Deal haben die Bertelsmann-Verantwortlichen nun schon in diesem Jahr 2,5 Milliarden Dollar für einen Teil der AOL-Papiere eingestrichen. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, man wolle das Geld verwenden, um Schulden zu tilgen.

Analysten äußerten sich überrascht angesichts der Eile, mit der die Gütersloher die AOL-Anteile zu Geld machten. Ihrer Ansicht nach dürfte Bertelsmann keine Probleme mit Barmitteln haben. Gerüchten zufolge sitzt das Unternehmen auf einer mit 18 Milliarden Dollar prall gefüllten Kriegskasse. Branchenbeobachter mutmaßen, dass dieses Kapital wegen möglicher Übernahmen nicht angetastet werden soll. Vermutlich wollten die Finanz-Manager des Konzerns Schulden abbauen, um angesichts des für 2004 geplanten Börsengangs potenziellen Investoren eine möglichst makellose Bilanz zu präsentieren.