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23.04.2004 - 

Strategien für die Jobsuche in schwierigen Zeiten

Beruflich vorankommen in der Krise

HANNOVER (iw) - Trotz der zarten Aufschwungssignale bleibt der IT-Arbeitsmarkt schwierig. Auch weiterhin heißt es für IT-Spezialisten auf Jobsuche, geschickte Strategien zu entwickeln. Experten zeigten in einer Diskussionsrunde zum Thema "Beruflich vorankommen in der Krise" ungewöhnliche Wege zum neuen Arbeitsplatz auf.

"Krise klingt wie die sieben Plagen oder gottgegeben", beschwert sich Frank Mang, Chef des Münchner Accenture-Büros, über das Motto der Diskussionsrunde. Wer auf die Rückkehr der teilweise paradiesischen Zustände am IT-Arbeitsmarkt warte, verschwende nur seine Zeit, meint der Berater. Denn in den vergangenen Jahren habe sich der IT-Markt dramatisch verändert. "Off- und Nearshore sind heute Teil der Branche", und Bewerber müssten sich mit den neuen Anforderungen und Jobprofilen auseinander setzen. Ulf Andresen von HSC Personal-Management in Hamburg sieht momentan vor allem für Vertriebsmitarbeiter und Entwickler wieder bessere Berufsperspektiven: "In den letzten Jahren wurde viel über Projekte geredet, aber es gab keine Einstellungen. Jetzt zieht der Arbeitsmarkt wieder an, und Projekte werden auch umgesetzt."

Die Frage für Bewerber bleibt: Wie finden sie gerade die Arbeitgeber, die neue Mitarbeiter suchen? Zu den Erfolgsfaktoren zählen fundiertes Wissen, ein gelungenes Selbst-Marketing und eine findige Suchmethode. Zwar gestaltet sich heute der Weg zum neuen Job viel mühsamer als noch vor einigen Jahren - aber die Lage ist nicht aussichtslos. "Mit einer Engpassstrategie kommen Sie in Krisenzeiten am besten weiter", empfiehlt Christian Zielke, Professor für Kommunikation in der Wirtschaft an der Fachhochschule (FH) Gießen-Friedberg. Jobsuchende sollten zunächst ehrlich analysieren, wo ihre Stärken liegen, was sie besser können als ihre Konkurrenten um die knappen Stellenangebote.

Bewerber brauchen Biss

Als Denkanstoß empfiehlt Zielke die selbstkritische Frage: "Überlegen Sie sich, für welchen Job Sie morgens um vier aufstehen und gerne zur Arbeit gehen würden." Im Publikum macht sich Unruhe breit. Freiwillig morgens um vier aufstehen?, scheint sich so mancher Besucher des Karriereforums zu fragen. Auch die folgenden Tipps des FH-Professors klingen in den Ohren der Zuhörer ungewöhnlich. Da Inserate und die Bundesagentur seiner Meinung nach nur bedingt nützlich sind, hilft es weiter, persönliche Kontakte zu nutzen und gezielt auf Unternehmen zuzugehen. "Suchen Sie sich Multiplikatoren; das fängt bei Ihrer Familie und Verwandtschaft an und geht über Ihre Bekannnten und Freunde bis hin zum Sportverein." Bewerbern legt Zielke nahe, die Firmen-Web-Seiten genau zu durchforsten und dort den Mission-Statements besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Seiner Erfahrung nach steht dort eher, was das Unternehmen anstrebt, und weniger, was es schon erreicht hat. "Sie können sich dann als Problemlöser präsentieren und den künftigen Arbeitgeber davon überzeugen, die Herausforderungen zu meistern."

Auch Andresen empiehlt den Jobsuchenden, etwas frecher aufzutreten, den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen zu suchen und sich bis zum Vorstellungstermin vorzuarbeiten. Besonders zukünftige Vertriebsmitarbeiter sammeln auf diesem Weg erste Pluspunkte, denn sie beweisen Biss und Durchhaltevermögen: "Es gibt kaum noch Stellenanzeigen, deshalb müssen Sie sich weitere Möglichkeiten erschließen."

Engagement zahlt sich aus

Uneinigkeit herrschte allerdings unter den drei Diskutanten darüber, wie viele Bewerbungen bis zum Arbeitsvertrag notwendig sind. Während Zielke auf Masse setzt und vorrechnet, dass auf 250 verschickte Unterlagen zirka sechs bis sieben Vorstellungstermine kommen, hält Mang bloße Zahlen für wenig aussagekräftig und rät den Zuhörern, sich gut über das Unternehmen, dessen Kultur und Aufgabenprofil zu informieren, bevor eine Bewerbung losgeschickt wird, denn beiden Seiten ersparen sich so Kosten und Mühe. Auch Andresen befürwortet die gezielte Suche.

Bewerber müssen sich differenzieren und gegenüber ihren Konkurrenten hervorheben. "Das schaffen sie am besten, in dem sie sich gezielt eine Bewerbungsstrategie überlegen, mit ihren Qualifikationen auffallen und ihre Kompetenzen klar herausarbeiten." Wer so gewappnet auf Jobsuche geht, wird auch in Krisenzeiten fündig, meinen die Experten.