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07.11.1986

BERUFSBILD CIM

Eine Messe ohne Seh-Leute, dafür mit vielen kompetenten Besuchern war die Systec im Urteil der meisten beteiligten Computeranbieter. Überdurchschnittliche Kompetenz bescheinigten dem Publikum auch etliche Personalfachleute aus der DV-Industrie, die sich an der Sonderaktion "Berufsbild CIM" in Halle 1 beteiligt hatten. Auf einem Gemeinschaftsstand, den die Münchener Messegesellschaft (MMG) und die COMPUTERWOCHE organisiert hatten, standen Personalprofis von DEC, IBM, Siemens, Nixdorf, Prime, NCR, Scientific Consulting/Dr. Schulte-Hillen, SCS und anderen Unternehmen den Interessenten Rede und Antwort. Für Neugierige, die erst einmal schnuppern wollten, gab es Vorträge über die CIM-Konzeptionen verschiedener Hersteller und deren Anforderungsprofile für künftige CIM-Profis. Kaum einer der Hardware-Hersteller verließ die Messe, ohne wenigstens einen aussichtsreichen Bewerber für eine Position im Berufsumfeld des "Computer Integrated Manufacturing" kennengelernt zu haben.

Freilich war es nicht die primäre Absicht der Veranstalter gewesen, den teilnehmenden Unternehmen die Personalakquisition zu erleichtern. Es ging darum, den im DV-Bereich Beschäftigten Gelegenheit zur Kontaktaufnahme mit Personalmanagern zu geben, die das "Berufsbild CIM" schon in ihre Planungen integriert haben. Denn nach gemeinsamer Überzeugung der Initiatoren und der Referenten wird es in wenigen Jahren entscheidenden Einfluß auf die Karriere haben, ob man sich auf Integration versteht oder ob man diesen Zug der Zeit verpaßt hat. So war es denn mehr ein positiver Nebeneffekt, daß mancher die Systec im Bewußtsein verlassen hat, etwas für sein berufliches Fortkommen getan zu haben.

Einhard Schmätzke, für den Hersteller Prime auf der Messe, lobte beispielsweise den" Sonderstand als Kontaktplatz und

Karrieremarkt: "5000 Mark für ein oder zwei Personal-Recruitings sind wenig Geld. Ein Personalberatungsbüro einzuschalten, kostet viel mehr. "Die Veranstaltung trägt für ihn allerdings auch "dazu bei, daß das Berufsbild CIM oder die Möglichkeiten in einem CIM-Konzept klarer werden, denn viele Besucher fragen noch, was CIM eigentlich ist".

Für Digital Equipment knüpfte Udo Schäfer erste Bande zur Zielgruppe: "Vor allem wollten wir qualifizierte Hochschulabsolventen kennenlernen, und zwar im ersten Kontakt. Außerdem waren uns Leute wichtig, die schon im Berufsleben stehen. Wir wollen zeigen, daß heute nicht mehr jeder nach Ressortdenken walten und schalten kann, sondern daß eine Firma an einem gemeinsamen Strang ziehen muß." Schäfer mußte - sichtlich gestreßt, aber sehr zufrieden mit dem Erfolg am Nachmittag des letzten Messetags eine langsamere Gangart einlegen. Der stete Andrang von Interessenten hatte ihm nicht einmal Zeit zu einem Mittagsimbiß gelassen.

Personalberater Josef Duss von der SCS Unternehmensberatung fand, das Publikum sei "bunt gemischt" gewesen. "Die meisten kamen aber aus der Reihe der Hochschulabsolventen, die noch vielleicht ein Jahr bis zur Promotion haben. Von den Umsteigern - nur etwa dreißig Prozent - hatten sehr viele bereits Erfahrungen als Projektleiter."

Sehr viel los war auch bei Big Blue. Die IBM hatte neben DEC das umfangreichste Programm aufgefahren; mit Vorträgen, die umrahmt wurden von einem Anreißer-Film mit Roboterballett. Personalleiter Eckart Reimers, als zuständiger Manager der IBM München verantwortlich für die Beteiligung von Big Blue an der Berufsbild-Aktion, gibt sich sehr zufrieden: "Wir hatten die Gelegenheit, ein großes Bewerberpotential anzusprechen. Außerdem gab es die Möglichkeit zu einem Dialog zwischen Studenten, Dozenten und Vertretern der Industrie über die Herausforderungen, die die technologische Entwicklung an die Hochschulen stellt. Dieser Dialog zwischen Hochschule und Praxis ist von eminenter Bedeutung für unser Bildungssystem und damit für die Frage, ob unsere Volkswirtschaft in der Lage ist, sich langfristig im internationalen Wettbewerb an der Spitze zu behaupten."

Stand auf der Sonderschau die Karriere des einzelnen im Mittelpunkt, drehte sich das Gespräch am Gründungsabend des CW-Clubs über Strategien der Personalbeschaffung hinaus um gesellschaftspolitische Aspekte der computerintegrierten Fertigung. Zur Diskussion geladen waren als Disputanten Dr. Schulte-Hillen und Dr. Ulrich Briefs , wissenschaftlicher Referent beim wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Institut des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Die These Pro: es gibt neue Berufsbilder; die These Contra: es entwickelt sich ein neues Proletariat. Engagiert beteiligten sich die geladenen Personalverantwortlichen am Meinungsaustausch - Anregungen, die eigene Position zu überprüfen, waren genügend vorhanden.