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21.06.1996 - 

USA: DV-Zeugnisse sind begehrt

Berufserfahrung steigert den Wert zertifizierter Profis

In der IT-Industrie wimmelt es nach Beobachtung von Craig Borysowich von Zertifikaten: CNA (Certified Netware Administrator), CNE (Certified Netware Engineer) und MCSE (Microsoft Certified Systems Engineer). Hinzu kämen Zertifikate von Cisco, Bay Networks, Lotus Notes, Network General, IBM sowie anderen Herstellern. Allein in Nordamerika gebe es Tausende von CNEs und ECNEs.

Die Bedeutung dieser Zertifikate sinkt indes nach Beobachtung des Senior Technology Consultant von der Manulife Financial Inc., Toronto. So bezeichneten zertifizierte DV-Experten, die zudem über mehrere Jahre Berufserfahrung verfügten, die Mitarbeiter, die zwar Zertifikate hätten, nicht jedoch praktisches Know-how, als "Paper CNEs".

Ein Zertifikat ist laut Borysowich nicht mit Erfahrung gleichzusetzen. Das Papier besage lediglich, daß der Betreffende die Grundlagen des Produkts kenne. Es bedeute indes nicht, daß er in einer Produktionsumgebung gearbeitet habe.

Der kanadische Berater fordert daher eine Veränderung der Trainingsstrukturen dahingehend, daß praktisches Know-how vorausgesetzt wird, um bestimmte Stufen der Zertifizierung zu erreichen.

Mit Blick auf Novell hieße dies beispielsweise, daß zunächst jedermann sich zum CNA prüfen lassen könne. Auf diesem Level sollten die Spezialisten dann mindestens ein Jahr praktische Erfahrungen in einer realen Netware-Umgebung sammeln, bevor sie an einem CNE-Kurs teilnehmen dürften.

Ein weiteres Problem mit Zeugnissen ohne praktische Erfahrung sei, daß jeder Zertifizierungsbereich, der augenblicklich eine große Nachfrage verzeichne, mit einer Flut von Mitarbeitern überschwemmt werde, die lediglich anhand eines "Papiers" ihr Wissen nachweisen können und die Gehälter von wirklich erfahrenen Experten sinken ließen.

Borysowich meint daher, daß zertifizierte IT-Profis mit wenig beziehungsweise keiner Praxiserfahrung zunächst bei kleineren Installationen eingesetzt werden sollten, bis sie unter anderem Troubleshooting-Techniken besser im Griff hätten. Erst dann sollten sie an einer großen Installation mitarbeiten können.

Unternehmen rät Borysowich, den beruflichen Werdegang von Bewerbern genau zu überprüfen. Betriebe sollten die Prüfungsanforderungen besser kennen und sich die Gültigkeit des Zertifikats vom ausstellenden Schulungsinstitut bestätigen lassen.

Darüber hinaus sollten Personen, die die Einstellungsgespräche führen, ausreichend qualifiziert sein, um Bewerber für hohe technische Positionen einschätzen zu können. Allzu oft nämlich hätten Interviewer überhaupt keinen technischen Hintergrund. Falls es kein Sachverständigengutachten gibt, sollten Unternehmen einen renommierten Berater beim Einstellungsprozeß zu Rate ziehen. Ferner gibt Borysowich zertifizierenden Unternehmen den Tip, Betriebe, die Bewerber mit Zeugnissen einstellen, besser über die Anforderungen und die verschiedenen Stufen der Abschlüsse zu informieren.