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10.12.1982 - 

Gesellschaftliches Ansehen der Ingenieure hat an Glanz verloren, doch:

Berufsimage immer noch Hauptmotiv

KÖLN (nw) - Für mehr als ein Drittel der Studenten der technischen Fachrichtungen sind gesellschaftliches Ansehen und materielle Sicherheit Hauptmotiv für die Wahl ihres Fachs. Als ebenfalls wichtig für die berufliche Entscheidung hat sich bei einer Repräsentativbefragung der Hochschulinformations-System GmbH (HIS) unter rund 18 000 Schulabgängern die Neigung zu praktischer Tätigkeit herausgestellt.

Doch insgesamt ist das Studium technischer Fachrichtungen unter Abiturienten weniger beliebt: Es gilt als schwierig, lernintensiv und als ausgesprochenes Männerstudium. So wird das Bild des Technikstudiums, wie es bei den Studienberechtigten besteht, einer österreichischen Studie - "Einstellung zum Technikstudium bei Maturanten" - zufolge mit Attributen betitelt, wie Spezialistentum, besondere Begabung notwendig, schwierig, ausgesprochenes Männerstudium, langwierig, lernintensiv, trocken und langweilig.

Aber auch das Berufsimage der Techniker, Naturwissenschaftler und Ingenieure hat viel von seinem Glanz verloren. Die Abneigung gegenüber wertfrei funktionierender technischer Intelligenz halte viele begabte junge Menschen davon ab, ein technisches Studium aufzunehmen.

Die nüchterne Einschätzung der technischen Fächer durch diejenigen, die sie wählen, deutet nach Ansicht des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) jedoch darauf hin, daß die vielzitierte "Technikfeindlichkeit" der Jugend als Entscheidungsfaktor überschätzt wird.

Denn nahezu die Hälfte von 2000 durch das Bundesbildungsministerium befragten Jugendlichen (46 Prozent) steht der Technik eher positiv gegenüber. Nur gut ein Viertel (26 Prozent) beurteilen sie eher skeptisch, und ein knappes Drittel (29 Prozent) ist sich unschlüssig. Weitaus kritischer wird von den Jugendlichen dem IW zufolge die technische Zukunft gesehen: Vier von zehn Jugendlichen bewerten den technischen Fortschritt eher negativ, vier von zehn schätzen ihn optimistisch ein; zwei sind sich unschlüssig.

Für diese skeptische Einschätzung künftiger technischer Entwicklungslinien hat das Kölner Institut drei Antworten parat:

- Die negative Beurteilung einzelner, in der Öffentlichkeit umstrittener Techniken wie beispielsweise die Kernenergie, schlage sich auf die Gesamteinschätzung technischer Entwicklungen ungünstig durch.

- Die ausgesprochene Distanz der weiblichen Befragten zur Technik habe den statistischen Durchschnittswert der Nennungen verzerrt. Während nämlich nur 18 Prozent der männlichen befragten Jugendlichen der Technik eher skeptisch gegenüberstehen, seien es bei den befragten weiblichen Jugendlichen 36 Prozent.

- Und schießlich leiste die Schule nach Ansicht der Wirtschaftsforscher zuwenig Aufklärungsarbeit über technische Entwicklungen.