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13.06.1986

Beschaffung von DV- Nachwuchs erfordert attraktive Angebote

Nach wie vor Mangelware sind DV- Spitzenkräfte und auch der Informatik-Nachwuchs scheint nur wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.Deshalb wird es nach Auffassung von Wulf Upmeier, Hauptabteilungsleiter DV/Org. bei BAT, immer notwendiger, auf Mitarbeiter aus dem eigenen Haus zurückzugreifen und diese entsprechend auszubilden. Darüber hinaus empfiehlt er, einen engen Kontakt zu Fachhochschulen und Universitäten zu pflegen. Studenten sollten zudem die Möglichkeit haben, während des Studiums im Unternehmen ein Praktikum zu absolvieren. Diesen Weg beschreitet beispielsweise auch die Procter & Gamble GmbH, die zudem über das Arbeitsamt und Stellenanzeigen neue Mitarbeiter rekrutiert. Auf Nummer Sicher geht die Tchibo AG bei der Auswahl ihrer Bewerber: Diese müssen eine gezielte Trainee- Ausbildung von mindestens einem Jahr in Kauf nehmen, wenn sie als DV- Mitarbeiter angestellt werden möchten.

Christel J. M. Karesch Pressesprecherin, Procter+ Gamble GmbH, Schwalbach/Ts.

Wir rekrutieren unseren Nachwuchs an DV- Experten überwiegend von Universitäten, wobei die Schwerpunkte bei den mathematisch- naturwissenschaftlichen und informatischen Fachrichtungen sowie bei den Wirtschaftswissenschaften liegen. Ergänzend zu diesen Bemühungen arbeiten wir mit den Arbeitsämtern zusammen und rekrutieren ebenfalls über den Personalanzeigenmarkt.

Wir halten ständig Kontakt zu Professoren, Assistenten und Studentenverbänden an Universitäten und Fachhochschulen. Unsere Zusammenarbeit beinhaltet Praxisbeiträge zum Lehrprogramm und zur Berufsvorbereitung der Studenten zum Beispiel in Form von Fachvorträgen, Einladungen ins Unternehmen, Arbeitsfeldpräsentationen bis hin zur Betreuung von Diplomarbeiten.

Wir bieten den Studenten die Möglichkeit, in unserem Unternehmen ein qualifiziertes Praktikum zu absolvieren. Das Praktikum dauert zwei Monate und gilt für Studenten im Hauptstudium der vorgenannten Fachrichtungen. Das Praktikum dient vor allem der Abstimmung des späteren beruflichen Werdegangs.

Die Verantwortung für alle Bereiche der Informationsverarbeitung liegt bei der Abteilung "Management Systems", die innerhalb des Unternehmens einen hohen Stellenwert hat und deren Leiter Mitglied der Geschäftsleitung ist. Wachsende Einsatzbereiche und die immer stärkere Durchdringung des gesamten Geschäftes mit modernen Informationssystemen und -technologien schaffen einen ständigen Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern im DV- Bereich. Gesucht werden vor allem Hochschulabsolventen mit ausgezeichneten Studienabschlüssen.

Die wesentlichen Aufgaben der Abteilung Management Systems bestehen darin,

- Konzepte und Strategien für den optimalen Einsatz von Informationssystemen und-technologien zu entwickeln und umzusetzen,

- Die Software für die Zwekke der bundesdeutschen Tochter zu entwickeln, um die international vorhandenen Daten im Rechner- und Kommunikationsnetz von Procter & Gamble nutzen zu können,

- leistungsfähige Systeme für alle Funktionsbereiche und Hierarchie- Ebenen des Unternehmens zu schaffen, dazu gehören Marketing Informations Systeme ebenso wie Decision Support- und Expertensysteme,

- Benutzer in allen Fachabteilungen beim Einsatz moderner Informationstechnologie zu unterstützen und zu beraten.

Die Abteilung "Management Systems" hat die klare Zielsetzung, als Partner des Managements aktiv und meßbar zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beizutragen. Es werden Rechner von IBM, Hewlett Packard und Wang eingesetzt. Weiterhin sind moderne Datenbanksoftware und benutzergerechte Abfragesprachen installiert. Die Mitarbeiter zeichnen sich durch ihr hohes Ausbildungsniveau aus, das durch individuell zusammengestellte Trainingsprogramme und permanentes "training on the job" erreicht wird.

Christian Voigt Personalreferent, Tchibo Frisch- Röst- Kaffee AG, Hamburg

Ob Spitzen- oder Nachwuchsleute, der Arbeitsmarkt für DV- Spezialisten ist nach wie vor heiß umkämpft. Dabei ist die Zahl qualifizierter Bewerber in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Informatiker, DiplomKauf- und -Volkswirte, Pädagogen und die große Zahl derer, ob nun Bundeswehrsoldaten oder aus kaufmännischen Berufen, die in speziellen DVSchulen umgeschult wurden- sie alle drängen in die DV- Abteilungen der Firmen und Beratungsgesellschaften. Winkt doch hier in der ansonsten in puncto Karriere und Gehalt ausgedörrten Arbeitsmarktlandschaft eine blühende Oase - ein Boom, der sicher noch einige Zeit anhalten wird. Auf längere Sicht jedoch werden sich auch auf diesem Markt, zumindest was die Spitzenpositionen betrifft, Sättigungserscheinungen zeigen. Karriere, nur mit DV- Kenntnissen, werden den absoluten Spezialisten vorbehalten bleiben. Gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse, verbunden mit entwikkelter Persönlichkeit und der Fähigkeit, Menschen zu führen, werden zunehmend Grundvoraussetzung für Spitzenpositionen im DV- Bereich. Vor diesem Hintergrund hat Tchibo ein Führungsnachwuchsprogramm für ehrgeizige Hochschulabsolventen geschaffen.

Tchibo ist in einem der härtesten umkämpften Märkte der Lebensmittelbranche tätig - dem Kaffeemarkt. Diese Situation erfordert von unserer Datenverarbeitung - bei Tchibo in die Organisationsabteilung integriert - schnelles, effektives, pragmatisches Handeln. Um eine professionelle und umfassende Beratung der Fachabteilungen sicherzustellen, müssen unsere Mitarbeiter sowohl in Fragen der Organisation als auch der Programmierung gut ausgebildet sein - eine Anforderung, die nur durch eine gezielte TraineeAusbildung im eigenen Hause erfüllt werden kann. Dieser Ausbildungsweg beinhaltet vor allem drei Schwerpunkte:

- Training on the job innerhalb der Organisationsabteilung, insbesondere zur Vertiefung der DV- Kenntnisse,

- Informationsaufenthalte in allen wichtigen Abteilungen des Hauses,

- Übernahme von Projektleitungen.

Die Schwerpunkte variieren je nachdem, ob der Mitarbeiter mehr aus dem Bereich Datenverarbeitung oder aus dem Bereich Betriebswirtschaft kommt. Die Dauer des TraineeProgramms beträgt ein bis eineinhalb Jahre.

Trainee und was dann? Eine Frage, die sich jeder Bewerber dieses umfangreichen Ausbildungsprogramms zwangsläufig stellt. Zunächst einmal gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, sein künftiges Berufsbild festzulegen:

- als Organisator in der klassischen Organisation,

- als Systemorganisator in der Anwenderbetreuung,

- als DV- Spezialist in der Systemtechnik.

Ziel in allen Fällen ist es, den Mitarbeiter so schnell wie möglich an qualifizierte Aufgaben heranzuführen und ihm bei persönlicher Eignung mittelfristig Führungsaufgaben zu übertragen.

Wie wird man DV- Trainee bei Tchibo? Pro Jahr gibt es zwei bis drei Einstellungstermine, auf die in Personalanzeigen hingewiesen wird. Diese Aktionen werden durch Ausschreibungen an Universitäten unterstützt. Geeignete Bewerber werden zu eintägigen Gruppendiskussionen mit anschließenden Einzelgesprächen eingeladen. Voraussetzung ist ein akademischer Abschluß mit Wahlfach DV oder entsprechender Weiterbildung. Die Gruppendiskussion beinhaltet als Einführung eine umfangreiche Darstellung des Unternehmens und der Berufsund Aufstiegsmöglichkeiten, Diskussion in kleinen Gruppen über sorgfältig ausgewählte Themen, Mittagessen und Besichtigung des Hauses. Tests werden im Auswahlverfahren nicht eingesetzt.

Bewerber, die zwischendurch, sozusagen "ohne Grund", ihre Unterlagen schikken, werden zu ausführlichen Einzelgesprächen einqeladen.

Sicher - für viele Hochschulabsolventen ist dieser Ausbildungsweg zu langwierig nach dem Motto "Ich habe jetzt genug gelernt". Aber gerade der erste Karriereschritt beeinflußt entscheidend die weitere Berufslaufbahn. Führungspositionen in der DV setzen voraus:

- Führungsfähigkeit,

- eine breite Ausbildung mit guten betriebswirtschaflichen Kenntnissen,

- DV- Kenntnisse und Erfahrung mit modernster Hard und Software.

Ein Trainee- Programm ist eine Investition in die Zukunft - für das Unternehmen und für den Mitarbeiter.

Wulf Upmeier Hauptabteilungsleiter DV/Org.,B.A.T. Cigarettenfabriken GmbH, Hamburg

Der Weg der Neueinstellung gut ausgebildeter erfahrener DV- Kräfte über den Stellenmarkt ist wegen der großen Nachfrage nur selten erfolgreich. An dieser Situation wird sich auch in den nächsten Jahren nichts wesentliches ändern. Daraus ergibt sich für die Unternehmen immer mehr die Notwendigkeit, neben der Beschaffung von außen, Nachwuchskräfte auch selbst auszubilden. Wir greifen dabei auf zwei Alternativen zurück:

1. Rückgriff auf Mitarbeiter aus dem Unternehmen

Hierbei bevorzugen wir engagierte Mitarbeiter mit qualifizierter schulischer Vorbildung, die im eigenen Hause umfassendes betriebswirtschaftliches Basiswissen, zum Beispiel in Form einer kaufmännischen Lehre, erworben haben und während ihrer Ausbildungszeit entsprechende Begabung und Neigung erkennen ließen. Die Vorteile dieser Mitarbeiter beziehungsweise Mitarbeiterinnen sind ihre branchen- und firmenspezifischen Kenntnisse wie zum Beispiel Unternehmenskultur und Organisationsstruktur. Darüber hinaus können wir sie durch ihre bisherige Tätigkeit in unserem Hause sehr gut beurteilen und sie gemäß ihrer individuellen Stärken gezielt fördern.

DV- spezifisches Grundwissen wird ihnen in konzentrierter Form durch Lehrinstitute mit denen wir bereits über einen längeren Zeitraum zusammenarbeiten, vermittelt.

2. Einsatz von Hochschülern

Studenten geben wir die Möglichkeit, schon während des Studiums unser Unternehmen durch die Absolvierung eines Praktikums beziehungsweise die Erarbeitung einer auch für B.A.T. wertvollen Diplomarbeit kennenzulernen.

Im Verlauf dieser Zusammenarbeit haben auch wir die Möglichkeit zu prüfen, ob eine feste Einstellung erfolgen kann. Im Rahmen dieser Maßnahmen pflegen wir einen sehr engen Kontakt mit den Fachhochschulen und Hochschulen in unserer Region.

Der Ausbildungsschwerpunkt bei dieser Gruppe liegt in der Vermittlung der branchenspezifischen Kenntnisse und firmenindividuellen Arbeitsweisen. Die Vorteile dieser neuen Mitarbeiter sehen wir zweifellos in deren breitem Basiswissen in Informatik/Betriebswirtschaft, das zudem den neuesten Erkenntniss der Wissenschaft entspricht.

Bei Nachwuchskräften ist oft zu beobachten, daß die erste Anstellung nach dem Studium/Ausbildung als Sprungbrett für eine weitere Karriere in anderen Unternehmen angesehen wird. Es liegt dabei teilweise sicherlich an den Unternehmen selbst, wie attraktiv sie als Arbeitgeber für die Mitarbeiter bleiben und wie sich die erheblichen Investitionen in die Ausbildung rechtfertigen lassen.

Eine kontinuierliche Weiterbildung und die Berücksichtigung der persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten bilden zusammen mit einem guten Betriebsklima eine wesentliche Voraussetzung für eine langfristige Betriebstreue.

Da derartige Ausbildungswenge in erheblichem Maße interne Kräfte binden, können beide Möglichkeiten verständlicherweise nur in begrenztem Umfang durchgeführt werden.