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18.08.1978 - 

Harte Vorwürfe gegen die Stadt München:

Beschaffungsordnung fördert Preisbrecherei

MÜNCHEN - Unterstützt die Stadt München durch ihre Beschaffungs-Ordnung Preisbrecher? Wolf Weber, Geschäftsführer der Datendienst a-z GmbH (München/ Eggenfelden) wirft dies der Stadt vor und will dies anhand eines Datenerfassungs- , Auftrages nachweisen, den das Stadtentwicklungsreferat in einem "Akt ruinösen Wettbewerbs" an einen Anbieter vergab, der "nicht nur unter Selbstkosten, sondern sogar noch unterhalb der Grenze der Personalkosten ohne Berücksichtigung der , gesetzlichen Abgaben" kalkulierte.

Kommentiert das Stadtentwicklungsreferat bündig: "Wir müssen bei der Auftragsvergabe zusehen, Steuergelder zu sparen."

Weber hakte bei einem Datenerfassungsauftrag ein, bei dem vier Anbieter 65 000 Datensätze für die Gebäudestatistik der Stadt München für rund 14 000 Mark auf Magnetband erfassen wollten. Den Zuschlag erhielt indes ein fünfter Anbieter. Der bot für 7000 Mark eine Lochkarten-Erfassung. Schimpft Weber: "Durch das Einiesen der Lochkarten ist der Stadt ein zusätzlicher Kostenfaktor an Maschinenzeit von etwa 1500 Mark entstanden" Und während die Magnetband-Erfasser allesamt mit einem Stundensatz von etwa 18 Mark kalkuliert hatten. habe dieser fünfte Anbieter "einen Stundenpreis von rund neun Mark zugrundegelegt, also eindeutig unterhalb der Selbstkosten." argumentiert Weber Ärgerlich halt er der Stadt vor. daß sich dieser Stundensatz noch einmal um etwa 30 bis 40 Prozent reduziere. da die Erfassung auf Lochkarten um jenen Prozentsatz arbeitsintensiver als die Erfassung auf Magnetbandern sei.

Die Beamten können sich freilich bei ihrer Zuschlag-Politik auf Oberbürgermeister Erich Kiesl und die Beschaffungsordnung (BeschO) der Stadt berufen Nach der BeschO vergibt die Stadt Auftrage an zuverlässige. fachkundige und leistungsfähige Firmen Stehen mehrere Firmen zur Auswahl, wird der Auftrag der Firma erteilt, die "das günstigste Angebot hinsichtlich Qualität Preis und Lieferbedingungen macht". So hatte der OB den CSU-Stadtrat Theodor Schwetzler beschieden, der ein Interview der COMPUTERWOCHE (CW Nr 27. vom 30 Juni 1978) zum Gegenstand einer Anfrage an den OB gemacht hatte und wissen wollte, ob die Stadt "zur Erledigung und Durchführung ihrer Aufgaben im Bereich der EDV mittelstandische Privatfirmen beteiligten. wie das auch in anderen städtischen Bereichen praktiziert wird

Kostenmäßig vergibt die Stadt demnach etwa zwei Prozent der EDV - Aufgaben nach draußen, wobei von allen außer Haus vergebenen Arbeiten 15 Prozent auf die Programmierung, 26,7 Prozent auf die Datenauswertung, 7,1 Prozent auf sonstige DV-Arbeiten und der Löwenanteil von 51,2 Prozent auf die Datenerfassung entfallen.