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20.04.2001 - 

Tools zum Verbessern der Site-Performance

Beschleuniger für das Web

Langsame Websites können ein gut florierendes E-Business schnell zunichte machen. Eine kurze Antwortzeit ist das wichtigste Kriterium, um User und Kunden bei Laune zu halten. Von Klaus Manhart*

Marktstudien von Zona Research belegen, dass die Download-Zeit von Websites den Erfolg des Online-Business direkt beeinflusst. Mit zunehmender Zeitspanne nimmt der Anteil der geduldigen Besucher exponentiell ab - umgekehrt bedeutet eine Verkürzung von beispielsweise 40 auf zehn Sekunden eine Verachtfachung der Akzeptanz. Eine Webpage sollte laut Zona innerhalb von acht Sekunden geladen sein.

Angesichts heutiger Java-basierter Websites sind solche Download-Zeiten ohne entsprechend eingesetzte Optimierungstechniken illusorisch. Wer eine B-to-C-Website aufzieht, sollte außerdem nicht vergessen, dass im Endkundenbereich die wenigsten User über eine Highspeed-Verbindung verfügen. Ein 56K-Modem liefert theoretisch eine maximale Transferrate von höchstens 7 KB/Sekunde. Geht man davon aus, dass eine durchschnittliche HTML-Datei etwa 50 KB groß ist und zehn Elemente zu je einem KB enthält sowie drei größere Bilder zu je 8 KB, so kommt man schon auf eine Download-Zeit von zwölf Sekunden.

Übertragung optimierenAnbieter von Website-Beschleunigern versprechen E-Business-Kunden eine Lösung des Problems. Um die Wartezeit zu verkürzen, werden dabei vor allem drei Ansätze verwendet: Kompression des Web-Inhalts, Übertragungsoptimierung und Caching.

-Kompressionstechniken verringern die Größe von Websites entscheidend. Viele Web-Seiten können um den Faktor drei bis fünf verdichtet werden, je komplexer, umso höher ist der Komprimierfaktor.

-Die Datenübertragung lässt sich sowohl Client- als auch Server-seitig optimieren. Beispielsweise ist intelligente Optimiersoftware heute in der Lage, automatisch die Übertragungsrate des Users zu registrieren und dynamisch daran angepasste Versionen von Seitenelementen zu erzeugen. Auf Anbieterseite können Lastverteiler (Load Balancer) an den Eingangsknoten Anfragen an die besten verfügbaren Server weiterleiten.

-Schließlich gibt es noch die altbekannte Caching-Technologie, bei der häufig abgerufene Websites oder Objekte im schnellen Zwischenspeicher gehalten werden. Besonders bei Java-Objekten erscheint dies lohnenswert.

Gesteigerter DatendurchsatzGanz auf Caching setzt Novell im Rahmen seiner "Bordermanager Enterprise Edition", einer kompletten Unternehmenssuite für Sicherheitslösungen. Neben dem Caching-Dienst beinhaltet die Enterprise Edition Firewall-, Virtual-Private-Network-(VPN-) und Authentifizierungsservices. Der Caching-Service war bislang auch als Einzelprodukt erhältlich, seit der neuen Version 3.6 ist er nur mehr im Gesamtpaket enthalten.

Bordermanager Caching soll für einen gesteigerten Datendurchsatz in internen und externen Netzwerken sorgen. Die Software beschleunigt den Benutzerzugriff auf die Informationen von Internet- und Intranet-Servern und speichert Websites, die regelmäßigen Zugriff erfahren, lokal ab. Darüber hinaus kann die Leistung weiter verbessert werden, indem Internet-Informationen zeitgesteuert heruntergeladen werden. Nach Unternehmensangaben soll das Caching-Modul den Datenverkehr ins Internet um bis zu 80 Prozent reduzieren.

Die Novell-Software ist in den Verzeichnisdienst Netware Directory Services (NDS) integriert und lässt sich über das NDS-Management-Tool "Nwadmin" verwalten. Andreas Imhoff, IT-Service-Manager der Dortmunder Twenty4help Knowledge Service AG, setzt auf den Bordermanager und ist mit dem Produkt zufrieden: "Die Caching-Komponente nutzen wir, um Internet-Traffic einzusparen, externe Anfragen werden über das Caching-Modul abgefangen." Die Wahl fiel auch deshalb auf dieses Produkt, weil für den NDS-Anwender der Administrations- und Schulungsaufwand gering war.

Problemlose IntegrationMehr Möglichkeiten als der Bordermanager bietet "Appcelera ICX" von Packeteer, ein dediziertes Gerät, das vor den Web-Server geschaltet wird. Das System lässt sich nach Herstellerangaben problemlos in existierende Netze integrieren und erfordert keinerlei Änderung an Servern, Routern, Protokollen oder der Netztopologie.

Die Accelerator-Lösung kombiniert gleich drei Techniken: Kompression des Web-Inhalts, Übertragungsoptimierung und Caching. Laut Anbieter reduziert die Box die Größe einer typischen Website um bis zu zwei Drittel, was die ursprüngliche Übertragungsdauer stark verringert. Appcelera ICX nutzt dabei Dekompressions-Techniken, die bereits in den gängigen Browsern integriert sind. Content wird in dem Format erzeugt, das der auf Client-Seite verwendete Browser am schnellsten und effizientesten darstellen kann. Zusätzlich passt Appcelera ICX den Web-Content automatisch an unterschiedliche Bitraten der Endanwender an.

Hierzu zeichnet das Gerät die Übertragungsrate des Users auf und erzeugt dynamisch geschwindigkeitsoptimierte Versionen von Web-Objekten. Highspeed-Anwender erhalten dann den Content in der höchsten Qualität, bei weniger gut ausgestatteten Surfern oder Datenstau passt Appcelera die Inhalte entsprechend an. Die gelieferten HTML-Seiten variieren somit mit der Geschwindigkeit, ein umständliches Anpassen des Web-Inhalts an Nutzererfordernisse entfällt. Statischen Content legt Appcelera für die künftige Verwendung komprimiert im Zwischenspeicher ab. Packeteer liefert Appcelera ICX in zwei Versionen aus. Die kleinere ICX 55 unterstützt 200, die größere ICX 75 400 Verbindungen pro Sekunde.

Objekte in CacheVersants Produktsuite "Enjin" hat Unternehmen im Visier, die E-Business-Anwendungen auf der Grundlage von Applikations-Servern entwickeln. Die Software ermöglicht es, häufig benötigte Objekte aus Legacy-Systemen oder Datenbanken und Objektstrukturen wie etwa Enterprise Javabeans (EJB) permanent im Cache zu halten. Oft abgerufene Informationen werden damit direkt aus dem schnellen Zwischenspeicher ausgelesen, gleichzeitig umgeht die Software so Flaschenhälse wie die Java Database Connectivity oder die Schnittstellen zu Legacy-Systemen. Enjin kann von mehreren EJB-Server-Instanzen gemeinsam genutzt werden. Die Multithreaded-Architektur erlaubt die parallele Verarbeitung von gleichzeitigen Anfragen. Um Konflikte zu vermeiden, gestattet Enjin eine Sperrung von Objekten. In Deutschland setzt beispielsweise die Würth-Gruppe aus Künzelsau auf Versants Produkt, um ihre großen Datenmengen besser in den Griff zu bekommen. "Die Wiederverwendbarkeit reduziert Entwicklungs- und Wartungskosten", argumentiert Georg Kostner, technischer Projektleiter bei Würth. Zudem schätzt Kostner die Versant-Anwendung wegen ihrer Kompatibilität zu Suns Java-Plattform 2 und "Inprise Corba Visibroker 3.4 for Java".

LastverteilungHydraweb Technologies hat mit "Hydra Radius" eine Traffic-Management-Lösung entwickelt, die die Last zwischen Radius-Server verteilt. Das Gerät wird in die vorhandene Infrastruktur integriert und vor das Radius-Cluster geschaltet. Das Radius-Protokoll (Remote-Access-Dial-In-User-Service) kommt bei vielen Modems zum Einsatz, um Endanwender zu authentifizieren. Hydra Radius sorgt nach Herstellerangaben für einen optimalen Verbindungsaufbau bei Ausnutzung der Infrastruktur. Es verbessert die Leistung jeder Site, indem Anfragen - unter Auswertung aller Informationen - an den besten verfügbaren Server weitergeleitet werden. Bei der Zuordnung der Anfragen zu einem Radius-Server berücksichtigt das Gerät dessen individuelle und maximale Leistung, und zwar auch dann, wenn Server mit unterschiedlicher Kapazität zusammengefasst sind. Dieser Prozess wird durch die "Hydra-Radius-Agent"-Software optimiert. Der Agent sammelt relevante Informationen zu Leistung und Status der Server-Umgebung und leitet diese an Hydra Radius weiter. Dieser erhält so einen genauen Überblick sowohl über die Radius-Server-Farmen als auch die Anwendungen, die auf den Radius-Servern laufen.

*Klaus Manhart ist freier Journalist in München

VerfügbarkeitBordermanager Enterprise Edition 3.6 läuft auf Netware und ist ab sofort verfügbar (www.novell.de). Die Preise:

Novell Bordermanager Enterprise Edition 3.6, fünf User (deutsch): 200 Dollar,

Novell Bordermanager Enterprise Edition 3.6, zehn User: 400 Dollar,

Novell BorderManager Enterprise Edition 3.6, 25 User: 1000 Dollar.

Packeteer Appcelera ICX ist ab sofort verfügbar, Preise sind abhängig von Umfang und Art der Anwendung (www.packeteer.com).

Versant Enjin ist ab sofort verfügbar für Windows NT und Sun Solaris, Preise sind abhängig von Umfang und Art der Anwendung (www.versant.com).

"Hydra Radius" von Hydraweb ist ab sofort verfügbar für Radius-Server. Der Preis liegt bei 12000 Dollar für die Single Unit und 23000 Dollar für die Unit mit Hotspare (www.hydraweb.com).

Abb: Warten ist out

Mit zunehmender Wartezeit auf Websites nimmt der Anteil der Besucher exponentiell ab. Quelle: Syntion AG