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18.05.2009 - 

CW-Kolumne

Besser als State of the Art

Blogs, Wikis, RSS, Mashups - die klassischen Web-2.0-Techniken sind in den Unternehmen längst angekommen. Trotzdem machen viele Firmen auf dem Weg zum Enterprise 2.0 nur schleppende Fortschritte. Das liegt daran, dass zwar Wert auf Techniken und Instrumentarien gelegt, aber der zwingend nötige kulturelle Wandel im Unternehmen zu wenig vorangetrieben wird.

Enterprise 2.0 verlangt nicht weniger als die kontrollierte Öffnung der Unternehmensgrenzen. Im weltweiten Netz gibt es Millionen von Menschen mit einem ganz spezifischen Know-how. Kern der Enterprise-2.0-Idee ist es, dass Unternehmen dieses Wissen systematisch nutzen, aber auch eigenes Wissen abgeben. Voraussetzung ist, dass Anreize für die Mitarbeit Dritter an eigenen Problemen geschaffen werden, Voraussetzung ist aber vor allem die Bereitschaft, sich zu öffnen. Viele Firmen sind damit offenkundig überfordert – was sich beispielsweise darin zeigt, dass es noch immer genügend mit PR-Material gefüllte Corporate Blogs gibt, die für Kommentare Dritter unzugänglich sind.

Wer Enterprise 2.0 leben will, braucht den Mut, über Jahrzehnte erlernte Verhaltensmuster abzustreifen. Kollaboration und Partizipation stehen im Mittelpunkt – wechselseitige Prozesse also. Niemand verlangt dabei, Firmengeheimnisse offenzulegen oder sogar Patente preiszugeben. IBM beispielsweise steht als einer der Vorreiter des Enterprise-2.0-Gedankens sicher nicht im Verdacht, sich bis zur Selbstaufgabe einzubringen. Was aber IBM und einige andere Unternehmen, vornehmlich aus der IT-Branche, getan haben, ist, den Boden zu bereiten. Sie haben ihre Wertschöpfung analysiert und herausgefunden, wo ihnen Offenheit mehr nutzt als schadet.

Viele Unternehmen, die diesen Schritt konsequent gehen, werden mit einigem Entsetzen feststellen, in wie vielen ihrer Projekte sie dabei sind, das Rad zum zweiten Mal zu erfinden, oder Lösungen für Probleme stricken, die andere schon längst überwunden haben. Hier liegt die Chance von Enterprise 2.0: auf möglichst vielen Gebieten mindestens State of the Art, meistens aber besser zu sein.