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01.09.1995

Bessere IT-Loesungen in den Aemtern zum Laufen bringen

ERFURT (ms) - Zum neuen IT-Potential der thueringischen Landeshauptstadt gehoert die C.I.P. Gesellschaft fuer kommunale EDV- Loesungen mbH. Das 1993 von einem ehemaligen Philips-Manager und einem frueheren Robotroner gegruendete Unternehmen bedient heute bundesweit oeffentliche Einrichtungen mit "IT-Loesungen fuer einen harmonischen Uebergang".

Fuer Wolfgang Kremer war die DV-Branche schon immer "ein schwieriges Pflaster". Was jedoch zu Wendezeiten im Osten des Landes gelaufen sei, "treibt mir heute noch den Zorn in die Augen".

Der fruehere Philips- Marketing-Leiter - heute einer der zwei Geschaeftsfuehrer der Erfurter C.I.P. - erinnert sich an so manchen windigen Vorschlag einiger westlicher Anbieter, mit dem die ostdeutsche IT-Klientel beglueckt werden sollte.

Ideen, die der um saubere Wege bemuehte gebuertige Westfale nicht gutheissen wollte: "Software ist eine Vertrauenssache. Da ist kein Platz fuer Flunkereien."

Der Weg zum Erfurter DV-Dienstleister begann fuer Kremer 1990, als er im Auftrag des Elektronikkonzerns mit dem Chef des VEB Robotron-Vertrieb Erfurt (1989 etwa 830 Beschaeftigte) ins Gespraech kam. Grund war die Privatisierung des alten Kombinatsbetriebes.

Die ausgegruendeten Firmen mit rund 40 Mitarbeitern sollten fuer die Eschborner den Vertrieb und die Betreuung der ostdeutschen Klientel uebernehmen. Unter der Firmierung Buero und Datentechnik GmbH habe man damals mehr als 150 P4000-Systeme in Ostdeutschland installiert, so der Manager. Allerdings haetten es noch mehr sein koennen, wenn damals ostdeutsche Anbieter in der heimischen Region etwas gegolten haetten.

Beendet wurde das Ganze 1991, als Philips sein Computergeschaeft an DEC verkaufte. Damit hatten sich auch die thueringischen Handelsaktivitaeten eruebrigt: Digital nutzte seine eigenen, direkten Vertriebswege und sei an den Leuten im Osten nicht interessiert gewesen, hiess es.

Kremer wollte "was eigenes machen". Mit der Gruendung der Erfurter C.I.P. - zwei Schwesterfirmen gleichen Namens gibt es seit sechs Jahren in Freudenberg - sei die Idee gewachsen, Loesungen fuer die oeffentlichen Aemter zu entwickeln.

Bis heute, so Geschaeftspartner Dieter Jonuschat, ein ehemaliger Robotron-Mann, existierten fuer dieses Segment kaum Anwendungen, die die komplette Vorgangsbearbeitung einschliesslich Archivierung integrieren. Meist sitze der Nutzer immer noch an "muehseligen Uebertragungsprozessen", um Grafiken, Texte etc. in die Arbeit einbinden zu koennen. Mit "Kommunal", einem selbstentwickelten PC- System der Erfurter unter Windows, soll dieser Aufwand passe sein.

Die bisher bei rund 100 Kunden laufende Software "erfuellt alle Forderungen des Haushalts-, Kassens- und Rechnungswesen der Staedte und Gemeinden", erklaert Jonuschat.

Mehr als 300 Anwender bedient derzeit das 20koepfige Erfurter Team. Und da "die Geschaefte glaenzend laufen", seien demnaechst Neueinstellungen vorgesehen: "Die 6,5 Millionen Mark Umsatz im letzten Jahr machen Mut, unseren Standort auszubauen", so die Geschaeftsfuehrer.

Loesungen oft noch muehselig

Die Zukunft scheinen die beiden trotz der Konkurrenz recht positiv zu sehen. Man setze Schwerpunkte und habe nicht den Ehrgeiz, alles selber machen zu wollen. Solch falsch verstandene Kompetenz ueberfordere nur die Mitarbeiter. Die Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern habe sich als guenstiger erwiesen.

Das Unternehmen fuehlt sich "fest im Sattel" und schreibt seine schwarzen Zahlen bisher ohne oeffentliche Mittel. Bis zur Jahrtausendwende gibt es dennoch viel zu tun, wenn man in Deutschland der "fuehrende Anbieter fuer das Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen" werden will.