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20.08.1982

Bestandsaufnahme und Tendenzen im Mikrobereich, Teil 1: Quasi-Standard bei Hard- und Software

Der von Mikrorechnern inzwischen erreichte Grad an Zuverlässigkeit, ihre bemerkenswert niedrigen Preise für einsatzfähige Grundkonfigurationen (ab 8000 Mark) und ein sich ständig verbesserndes Preis-/Leistungs-Verhältnis erschlossen diesen Anlagen seit etwa drei Jahren vielfältige neue Einsatzbereiche bei wissenschaftlichen, technischen, aber auch kommerziellen Anwendungen. Neben der weiteren Erschließung neuer Märkte beginnt jetzt der durch sinkende Hardwarepreise von Zentraleinheiten und Peripherie ausgelöste Verdrängungswettbewerb mit den unteren Preisklassen der Minirechner.

Für den europäischen Rechnermarkt schätzt die IDC-Deutschland GmbH in einer Studie, daß sich die Zahl der in der Bundesrepublik installierten Mikrorechner von 1980 bis 1983 verfünffachen wird. Verglichen mit der Entwicklung des nordamerikanischen Rechnermarktes ab 1979 und der dort viel günstigeren Hard- und Softwaresituation erscheint die Prognose eines solchen Wachstums realistisch. Unterstützt wird diese Schätzung insbesondere dadurch, daß sich, im Gegensatz zu Mini- und Großanlagen, bei diesem Massenmarkt eine Quasi-Standardisierung der Hardware (RS232C serielle Schnittstelle, S- 100-Bus als IEEE-696-Standard, drei Typen von herstellergeprägten parallelen Schnittstellen) als auch der Software (Betriebssysteme, die von CP/M für 8-Bit-Rechner oder Bells "Unix" für 16-Bit-Rechner abgeleitet sind oder Betriebssysteme wie BOS für 8- oder 16-Bit-Rechner oder "Oasis", die den Komfort von Großanlagen mitbringen; ANSI-Standard bei den wichtigsten Compilern) herausgebildet hat.

Die Verwendung herstellerfremder Peripheriegeräte und IC-Platinen ist schon bei den Minirechnern hinreichend bekannt und daher auch bei den 8-Bit-Mikrorechnern durchaus üblich. Dies und die weite Verbreitung des Betriebssystems CP/M hat ein riesiges Absatzpotential für qualitativ hochstehende Basissoftware erschlossen. Eine Einmal-Lizenz für einen Cobol-Compiler (ANSI 74 Level 1, Teile von Level 2) ist bereits für 1600 Mark einschließlich CP/M-Betriebssystem erhältlich.

Vor diesem Hintergrund sollen Stand und Entwicklungstendenz der Software für universelle Mikrorechner kritisch überdacht werden. Die typische Konfiguration eines solchen für den Datendurchsatz bei anspruchsvolleren, technisch-wissenschaftlichen und umfassenden, kommerziellen Aufgabenstellungen kleiner Unternehmungen geeignete, mittlere Anlage auf der Basis eines 8-Bit-Rechners mit 64 KB dynamischen Halbleiter-Hauptspeicher, zwei 8-Zoll-Floppy-Disk-Laufwerken (je 512 KB), einem Bildschirmterminal (80 Zeichen/43 Zeilen), einem schnellen Matrix-Drucker (180 Zeichen/Sek.) oder einem Korrespondenzdrucker und einer 10 MB Festplatte in Winchester-Technologie ist bereits für unter 24 000 Mark erhältlich. Aus Gründen des flexiblen Einsatzes befindet sich in modernen Mikrorechnern die gesamte Software (Betriebssystem, Dienstprogramme, Systemsoftware, Übersetzer und Interpretierer, Anwendungsprogramme) - bis auf 2-4 KB ROM Firmware für das "Bootstrapping" - auf Platte(n) oder Diskette(n), wie dies auch für mittlere und große Rechner ausschließlich der Fall ist.

Es ist üblich, die Leistungsfähigkeit von Rechnern an Hand ihrer internen Verarbeitungsgeschwindigkeit in Instruktionen pro Sekunde (IPS) für einen vorgegebenen Instruktionsmix grob zu charakterisieren.

Im Vergleich zu Großrechnern der 32-Bit-Architektur mit zirka 1,2 MIPS (zum Beispiel IBM 4341-2 oder BASF 7/60) schneidet ein Mikrorechner auf der Basis des weitverbreiteten Zilog Mikroprozessors Z 80 A mit rund 0,08 MIPS recht günstig ab, obwohl bei diesem nominellen Wert noch (..) berücksichtigen ist, daß auf Grund der 8-Bit-Architektur für dieselbe algorithmische Funktion eine etwa dreifach umfangreichere Instruktionsfolge abgearbeitet werden muß.

Günstige Preise durch Standardisierung

Der Mikrorechner-Markt zeichnet sich gegenüber dem Markt für Mini- und Großrechenanlagen durch einen erheblich höheren Standardisierungsgrad bei Hardware, Betriebssystemen und Systemsoftware aus, was günstige Preise und weitgehende Herstellerunabhängigkeit zur Folge hat.

Nachdem für die Zentraleinheiten der Marktführer Tandy Radio Shack, Commodore und Apple Computer preisgünstige Hardwarezusätze erhältlich sind, die es gestatten, au(..) diese Anlagen alternativ unter dem Betriebssystem CP/M zu betreiben, sei zuerst einmal auf dieses weitverbreitete und von fast allen übrigen Herstellern angebotene Betriebssystem und die darunter lauffähige Software eingegangen.

Überdies werden in der derzeitigen Übergangsphase auf leistungsfähigere Mikrorechner mit 16-Bit-Architektur CP/M-Emulatoren unter dem dort anzutreffenden, wesentlich umfassenderen Betriebssystem angeboten.

*Klaus Starke ist Geschäftsführer der Incom GmbH, Greverbroich

Überblick

Mikrocomputer mit 8- und 16-Bit-Architektur starten zu einem Höhenflug. Nach IDC-Untersuchungen

soll sich die Zahl der Installationen in den nächsten Jahren verfünffachen. Klaus Starke von der Incom Gesellschaft für Kleincomputer Anwendungen mbH aus Grevenbroich gibt in seinem Artikel einen Überblick über diesen Markt und behandelt die Systemsoftware, Programmiersprachen, Textverarbeitung, Anwendungssoftware und Entwicklungstendenzen auf diesem Datenverarbeitungsbereich. Folge 1 befaßt sich mit einer Hardware-Bestandsaufnahme und der Preisentwicklung für Hard- und Software. Die zweite Folge widmet sich den Betriebssystemen CP/M, MP/M, Unix, BOS und Oasis; in der Folge 3 werden Einsatzmöglichkeiten verschiedener Programmiersprachen und der Textverarbeitung analysiert und Folge 4 beinhaltet Thematiken zur Anwendungssoftware und beschreibt Entwicklungstendenzen.