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27.09.2002 - 

"Die Anwender sind die Hypes der Hersteller leid"

Besucherrekord beim Kongress der SAP-Usergroup

DÜSSELDORF (rg) - Beim diesjährigen Jahrestreffen der Deutschen SAP Anwendergruppe e.V. (DSAG) kamen mit 1900 Besuchern deutlich mehr Teilnehmer als erwartet. Themen wie "R/3-Enterprise", aber auch die neue Mittelstandssoftware "Business One" standen im Mittelpunkt des Interesses.

Die DSAG wächst kräftig und hat sich als größte europäische SAP-Anwendergruppe fest etabliert. Inzwischen zählt sie 1100 Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 8434 registrierten SAP-Anwendern, die sich in mehr als 80 Arbeitskreisen- und Gruppen organisiert haben. Dennoch waren die Initiatoren vom neuerlichen Besucherrekord beim Jahreskongress in Düsseldorf angenehm überrascht. "Wir hatten angesichts der wirtschaftlich schwierigen Situation nicht mit so viel Teilnehmern gerechnet", freut sich Alfons Wahlers, Vorstandsvorsitzender der DSAG. Das große Interesse liege in erster Linie daran, dass der Kongress weniger visionär als vielmehr stark realitätsbezogen ausgerichtet sei. "Die Anwender sind die Hypes der Hersteller mittlerweile leid, da diese Ansätze keinen kurzfristigen Return-on-Investment bringen und der steht jetzt eindeutig im Vordergrund", so Wahlers im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE. "Die Anwender sind gar nicht in der Lage, der technischen Entwicklungsspirale permanent zu folgen. Sie wollen auch mal die Erträge ihrer Investitionen realisieren, bevor sie über Weiterentwicklungen reden", ergänzt Michael Speck, ebenfalls Mitglied im Vorstand der DSAG.

Zwischen zahlreichen Keynotes trafen sich die Arbeitskreise in teilweise bis zu 29 parallelen Sitzungen. Etliche Mitglieder beklagten, dass es daher nur eingeschränkte Möglichkeiten gegeben habe, Kontakte zu anderen Arbeitsgruppen aufzubauen und kritisierten den Umfang der Keynotes. "Mir wäre es lieber gewesen, wenn sich die Arbeitskreistreffen, insbesondere die zu übergreifenden Themen, nicht so stark überschnitten hätten", so ein Besucher. Wahlers sieht die Keynotes jedoch als wichtiges Mittel, um den reinen Informationsaustausch in einen strategischen Rahmen einzubetten. Der Vorstand sei hier allerdings flexibel und wolle das Ergebnis der Teilnehmerbefragung abwarten.

Obwohl der Schwerpunkt des Kongresses auf der Beschäftigung mit den Praxisproblemen der Anwender lag, interessierten sich auch viele Besucher für die Mittelstandslösung Business One (siehe CW 38/02, Seite 18) sowie die R/3-Nachfolgesoftware R/3-Enterprise, mit der sich die überwiegende Mehrheit der Anwender früher oder später auseinandersetzen muss. Ein Vortrag, der die Migration von aktuellen Releases auf R/3-Enterprise zum Thema hatte, war so überlaufen, dass auch der kurzfistig organisierte Ausweichraum mit vierfacher Kapazität bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Dass es überhaupt zur Entwicklung von R/3-Enterprise kam, sieht die DSAG als ihren größten Erfolg an. "Vor eineinhalb Jahren war R/3 noch ein Auslaufmodell. Wir konnten durch intensive Gespräche mit der SAP-Führung erreichen, dass das so nicht eingetreten ist", errinnert sich Wahlers. Nun könne jeder Kunde im Rahmen der Wartung auf R/3-Enterprise wechseln, das nun offiziell den Kern der My.sap.com-Plattform darstelle.

Auch in puncto Wartung habe die DSAG erhebliche Verbesserungen erreicht: "Die Wartungszeiträume, insbesondere für die 4.0-er Releases, wurden durch unser Zutun verlängert." Außerdem hätten Anwender nun die Möglichkeit, die Wartung über den Auslauftermin hinaus zu beziehen, wenn sie zwei Prozent des Listenpreises als zusätzliche Gebühr bezahlten. "Auch das waren Verhandlungsergebnisse aus Gesprächen der DSAG mit der SAP", so der Vorstandsvorsitzende stolz.

Den Vorwurf, von der Öffentlichkeit trotz dieser Erfolge als wenig aggressive Usergroup wahrgenommen zu werden, will Wahlers nicht unerwidert lassen. "Wir sind sehr kritisch, wollen aber Probleme nicht nach außen geben, solange wir noch im Diskussionsprozess sind. SAP ist unser Partner, und da möchte ich die Türen nicht zuschlagen".