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28.01.1994

Betatester sehen grosses Potential fuer Datenintegration Windows-Anwendungen oeffnen sich nur zoegerlich fuer OLE 2.0

BOSTON (IDG) - Die Integration von OLE 2.0 in Windows- Applikationen auf breiter Basis wird voraussichtlich noch mehrere Monate dauern. Nach einigen Startschwierigkeiten nutzt derzeit nur eine Handvoll Produkte das von Betatestern gelobte Microsoft-API.

Fuer OLE zu programmieren liegt im Trend der Windows- Applikationsentwickler. Die Anwender merken davon jedoch nur wenig. Bis heute koennen sie sich, trotz zahlreicher Demonstrationen dieser Datenintegrationstechnik, nur eine vage Vorstellung davon verschaffen, wie sich aus den OLE-Modulen mehrerer Applikationen eine unternehmensspezifische Loesung zusammenbauen laesst. Der Grund fuer die zwar bereitwillige, aber dennoch zoegerliche Arbeit mit diesem API liegt in der schwierigen Handhabung des Entwicklungs-Tools.

Wer seine Applikationen nicht von vornherein modular aufgebaut hat, muss sie fuer OLE 2.0 komplett neu strukturieren, so die Meinung amerikanischer Experten. Tatsaechlich stattet von den grossen Herstellern bislang nur Microsoft selbst die Updates der Tabellenkalkulation Excel 5.0 beziehungsweise der Textverarbeitung Winword 6.0 mit der OLE-2.0-Technik aus. Mitbewerber wie Borland, Wordperfect und Lotus vertroesten auf das zweite und dritte Quartal.

Dieser Umstand kommt nicht von ungefaehr, hatte doch Microsoft als Hauptarchitekt der Spezifikation selbst Startprobleme, OLE 2.0 in die ersten Applikationen zu integrieren. Lediglich einige kleinere Unternehmen - auf der Herbst-Comdex in Los Angeles waren es nur sechs Anbieter - koennen inzwischen mit marktreifen OLE-2.0-faehigen Produkten aufwarten. Darunter befindet sich auch ein Windows- Developer-Kit fuer das Statistikpaket von SPSS.

Schwierigkeiten bereitete OLE 2.0 anfangs vor allem bei dem auf Windows-Desktops verfuegbaren Arbeitsspeicher von 2 bis 4 MB, der sich als zu gering erwies, wenn beispielsweise per Drag and drop applikationsuebergreifend gearbeitet werden sollte. Neue Treiber werden das Problem beheben. Sie sind in Excel 5.0, mit dessen Auslieferung in Amerika bereits begonnen wurde, schon enthalten.

Abgesehen von diesen Kinderkrankheiten bescheinigen Betatester dem OLE-Update gute Noten: Die Presentek Inc., die als Dienstleister auch Unternehmensportraits verfasst, denkt an einen Einsatz im Bereich interaktives Multimedia. Als Vorteil des Updates gegenueber der Vorgaengerversion gilt dabei die simplere Einbindung von Objekten. Waren in OLE 1.0 noch mehrere Schritte noetig, um beispielsweise die Grafik einer Tabellenkalkulation samt der begleitenden Funktionalitaet in eine Textverarbeitung einzubetten, so genuegt in Release 2.0 ein einfaches Drag and drop. Neu ist auch die OLE-Automation, mit der anwendungsuebergreifende Makros erstellt werden koennen.

Industriebeobachter bezweifeln jedoch, ob die Anwender in absehbarer Zeit die Moeglichkeiten von OLE 2.0 und das sich daraus ergebende Potential nutzen werden - vorausgesetzt, dass in den naechsten vier bis fuenf Monaten ein entsprechend erweitertes Produktspektrum zur Verfuegung steht. Das New Yorker Consulting- Unternehmen IWS Associates beispielsweise vermutet, dass die volle OLE-2.0-Funktionalitaet erst dann ersichtlich wird, wenn sich Arbeitsgruppen innerhalb eines Netzwerks unterschiedliche Anwendungskomponenten teilen.