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06.11.1992 - 

Spekulationen über den Sogeti-Anteil von Debis

Beteiligung an Sema - France Télécom greift BT und Debis an

PARIS - Der Staatskonzern France Tèlècom (FT) beteiligt sich an dem französisch-britischen Softwarehaus Sema Group. Soeben vom Pariser Industrieministerium genehmigt, bringt der Deal die Märkte für Telecom-SW und Outsourcing sowohl in Frankreich als auch europaweit in Bewegung.

Wie von der COMPUTERWOCHE bereits mehrfach angekündigt, überträgt die Großbank Paribas ihren 39-Prozent-Anteil an Sema auf eine gemeinsame Holding, an der die Bank 50,1 und France Tèlècom 49,9 Prozent halten werden. Das Volumen der Transaktion liegt bei etwa 220 Millionen Mark. Die Verteilung des Holding-Kapitals wird auf mindestens fünf Jahre festgelegt: Die beiden Partner verpflichten sich, ihre Anteile während dieser Frist nicht zu veräußern. Das Management der Holding darf ohne Zustimmung der Eigner keine Sema-Aktien verkaufen. France Tèlècom entsendet: zwei Manager in den Sema-Vorstand: Generaldirektor Charles Rozmaryn und Michel Huet, Generaldirektor der Software- und Servicetochter FTLIS. Anfang 1993 werden FT und Sema zudem zwei neue Tochtergesellschaften gründen: eine für Telecom-Software, die andere für Facilities Management. Auf die erste der beiden Venture-Firmen überträgt Sema etwa 20 Millionen Mark seines Umsatzes in diesem Geschäftsbereich, auf die andere rund 95 Millionen Mark. Beim Facilities Management handelt es sich im wesentlichen um britische Aktivitäten von Sema: FT kommt auf der Insel also via British Telecom ohne zusätzliches Engagement zu neuen Kunden.

Noch an zwei weiteren Punkten könnte sich etwas bewegen: In Pariser Fachkreisen hieß es seit einiger Zeit, daß das Industrieministerium dem Deal zwischen FT und Sema erst dann seinen Segen geben würde, wenn ihm auch die Cap Gemini Sogeti (CGS), mit gut 28 Prozent an Sema beteiligt, zustimmen würde. Von CGS-Chef Serge Kampf erwartete das Ministerium gleichzeitig die Zusage zur Verminderung des Einflusses von Debis (Daimler-Benz) in seiner Gruppe und wollte ihn deshalb durch einen überstürzten Entscheid in Sachen Sema nicht verprellen. Kampf könnte den Wunsch des Ministerium inzwischen - etwa durch einen Rückkauf von Sogeti Anteilen - nachgekommen sein. Auf Nachfrage bei Debis war indes bis Redaktionsschluß nicht zu erfahren, ob sich bezüglich CGS irgend etwas geändert habe oder ändern werde.

Schließlich könnte das gemeinsame Engagement von FT und Sema beim Facilities Management dazu führen, daß sich das Softwarehaus aus seiner Minderheitsbeteiligung an dem Outsourcer Axone zurüchzieht. Dort hielt Sema bisher 25 Prozent neben Paribas mit gleich falls 25 und IBM France mit 49,9 Prozent. Die Pariser Big-Blue-Tochter hatte vor wenigen Tagen ihr Interesse an der Axone-Mehrheit signalisiert.