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19.06.1987

Betr.: CW Nr. 21 vom 22.5.1987, S. 51: Mit Operator-Herrschaft im RZ ist es vorbei"

Waren die Warnstreiks in Bank-Rechenzentren, über die Sie berichten, tatsächlich so wirkungslos, wie es die von Ihnen zitierten Unternehmensvertreter darstellen? Oder wird hier kräftig abgewiegelt? Natürlich können die Auswirkungen mehrstündiger Arbeitsniederlegungen nicht katastrophaler gewesen sein als zum Beispiel entsprechend lange Rechner- oder Netzwerkausfälle, die jede professionelle RZ-Organisation ohne große Blessuren überstehen sollte. Aber es klingt wenig glaubwürdig, wenn man einerseits bei einer Zerstörung des Rechenzentrums schon nach zwei bis drei Tagen schwerwiegende Probleme für das gesamte Unternehmen prognostiziert - man erinnere sich an die auf entsprechenden Seminaren eifrigst diskutierten Bankrott-Szenarios -, aber andererseits eine Schwerpunkt-Bestreikung des Rechenzentrums gelassen erwartet. Selbst bei hochgradiger Automatisierung und Abkommandierung von Systemprogrammierern ins Operating ist es im Fall eines mehrtägigen Arbeitskampfes nur eine Frage der Zeit, wann die RZ-Produktion ins Schlingern gerät. Zusammen mit der teilweise schon erschreckenden Abhängigkeit vieler Fachabteilungen von einem wohlfunktionierenden RZ-Betrieb dürfte dies zu empfindlichen Störungen in weiten Teilen eines Unternehmens führen. Daß die Warnstreiks glimpflich ausgingen beweist sicher nicht das Gegenteil. Im übrigen ist es eine erstaunliche Tatsache, daß Rechenzentren bislang nicht Objekt oder Vehikel von Arbeitskämpfen waren. Liegt das nur am schlechten gewerkschaftlichen Organisationsgrad in der EDV oder an der Furcht, der anzurichtende Schaden könne möglicherweise nicht mehr kontrollierbar, das heißt begrenzbar sein?