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23.03.2001 - 

Befragung von Managern zeigt Ranking deutscher Standortvorteile auf

Betriebsrat hemmt ausländische Investoren nicht

GÜTERSLOH (CW) - Die Mitbestimmung in deutschen Unternehmen ist kein negativer Standortfaktor. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die das Wissenschaftszentrum Berlin im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung erarbeitet haben.

Auf die Frage nach den wichtigsten Standortfaktoren stuften die befragten Manager das System der Arbeitsbeziehungen als eher neutral ein und wiesen diesem Kriterium damit keine abschreckende Wirkung für ausländische Investitionen zu, so eine der Interpretationen der Studienergebnisse. Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von Managern der 400 größten deutschen Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen. Damit sei belegt, dass weder das System der Arbeitsbeziehungen noch die Mitbestimmung in Deutschland Investoren abschrecken.

Somit gebe es kaum Unterschiede zwischen den deutschen Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen und hier ansässigen Betrieben. In allen befragten Unternehmen existieren Betriebsräte, deren Zusammenarbeit mit dem Management von einem Großteil der ausländischen Unternehmen als durchweg positiv beurteilt wird. Obwohl die Mitbestimmung das Tempo der Entscheidungen nach Aussagen der Manager eher verlangsame, werde die Qualität der unternehmensinternen Information und Kommunikation verbessert.

Die Annahme, die Mitbestimmungspraxis sei für die Integration unterschiedlicher Management-Kulturen hinderlich, kann durch die Studie nicht bestätigt werden. Ein Beleg dafür ist laut Untersuchung die Tatsache, dass international tätige Unternehmen ihre Topmanager inzwischen nur noch zu 16 Prozent aus dem Heimatland entsenden. 56 Prozent rekrutieren ihre wichtigsten Führungskräfte in Deutschland, 28 Prozent der Unternehmen verfolgen eine Mischung aus beiden Praktiken.

"Unsere Untersuchung belegt, dass die meisten ausländischen Unternehmen pragmatisch und auch wenig ideologisch mit der deutschen Mitbestimmungsgesetzgebung umgehen", interpretiert Projektleiterin Birgit Riess von der Bertelsmann Stiftung die Ergebnisse der Studie. Norbert Kluge, Leiter des Forums "Mitbestimmung und Unternehmen", schränkt ein: "Dennoch lassen sich nach wie vor viele potenzielle ausländische Investoren vom negativen Image der Mitbestimmung beeindrucken." Die Unternehmen müssten daher im Vorfeld einer Standortentscheidung informiert werden.

An der Spitze der Standortvorteile stehen die Faktoren Marktgröße und -dynamik, Kundennähe, Verkehrsinfrastruktur, Angebot an Fachkräften sowie Lohnkosten.