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12.04.1979

Betrifft: CW 121979 vom 23. 03. 79 "Mehr staatliche Aufträge für kleinere DV-Unternehmen".

Bis heute habe ich darüber nachgedacht, ob es sich bei dem IMPULS-Memorandurn und Ihrem tränentreibenden Bericht darüber um einen verfrühten Aprilscherz handeln

könne. Falls das der Fall ist, werfen Sie diesen Brief bitte einfach weg. Falls aber, was ich

fast befürchte, die Aktion ernst gemeint ist, so kann ich nur mein tiefstes Erstaunen ausdrücken über solche Angriffe auf die Handlungsfreiheit einer Bundesregierung und über die Harmlosigkeit einer Redaktion, die solches auch noch auf der Titelseite abdruckt. Da tun sich also 16 "kleine" DV-Unternehmen zu einer Art Anti-BDU zusammen und fordern mal schnell und forsch, die öffentliche Hand solle ihnen die Auftrage, die die Mitgliedsfirmen mit eigenen konventionellen Akquisitionsbemühungen offenbar bisher nicht kriegen konnten, frei Haus liefern. Daß dieselben Unternehmen in den letzten Jahren schon reichlich (verlorene) Zuschüsse aus dem DV-Förderungsprogramm erhalten haben, wird gar nicht erst erwähnt. Die armen Kleinen! Was würde ihnen denn passieren, wenn Bonn ihre Forderung, die man sich nicht mal bemühte als Bitte zu formulieren, erhören würde? Dann würden die Kleinen groß und würden als Große verlangen, daß der Staat zur Erhaltung von Arbeitsplätzen und so weiter und so weiter (man kennt das ja aus anderen Lamentos) Firmen die er großgepäppelt hat, gefälligst auch weiter zu emähren habe. Und wer bezahlt das alles? Wir Zwerge. Die Unterkleinen. Meine Firma, ohne Förderung gewinnmachend und daher Steuerzahlerin, wurde bei der Gründung von IMPULS nicht hinzugezogen, und zwar mit der Begründung, sie sei zu klein! Und dann liest man, daß ausgerechnet Herr Dr. Neugebauer, der in anderen Blättern der Branche mit berechtigtem Stolz über die Blüte seines Unternehmens berichtet und mit hoffentlich ebenso berechtigter Zuversicht die noch rosigeren Zukunftsaussichten seiner Firma an die Wand malt, daß ausgerechnet dieser Senkrechtstarter sich zum Sprecher der Bettelmönche macht und mein Steuergeld in Form von Staatsaufträgen fordert, um die sich meine Firma mit etwas feineren Methoden bemüht. Da haben die impulsiven Macher wohl die Aufforderung aus dem traditionellen Bonner EDV-Fasching: "Kommet zu Hauff!" etwas zu wörtlich genommen.

Ich kann nur hoffen, daß das Ministerium die erwartete Haltungsänderung nicht vonzieht. Sonst müßte ich verlangen notfalls mit einem zu diesem Zwecke gegründeten Verein und mit Hilfe Ihrer dafür sehr aufgeschlossenen Redaktion, daß ein weiteres Forderungs-, Verzeihung - Förderungsprogramm für die Subminiaturfirmen beschlossen wird.