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31.07.1987

Betrifft CW Nr. 27 vom 3. Juli 1987, Seite 22: "Der Vorstands-Computer ist noch nicht in Sicht" Die Topmanager als Unternehmer sind herausgefordert. Die PC-Revolution von unten konfrontiert ihn mit einem Dilemma. Je mehr Computer der Topmanager für sei

Betrifft CW Nr. 27 vom 3. Juli 1987, Seite 22: "Der Vorstands-Computer ist noch nicht in Sicht"

Die Topmanager als Unternehmer sind herausgefordert. Die PC-Revolution von unten konfrontiert ihn mit einem Dilemma. Je mehr Computer der Topmanager für seine Beschäftigung anschafft, um so mehr verliert er seine Entscheidungsfähigkeit, wenn er nicht selbst in den Dialog mit den Computern im Unternehmen eintritt.

Wenn die Kennzeichen eines Topmanagers seine Entscheidungsfähigkeit und sein Wissen sind, dann hat der Computer auch für ihn die Aufgabe der Wissensaufbereitung für seine Entscheidungen. Sein Führungswissen, das gefordert ist, kann durch den Computer im Dialog mit allen Hierarchie-Ebenen verbessert werden.

Es entsteht ein Zwang, dem sich der Topmanager nicht mehr entziehen kann. Wenn unternehmerische Entscheidungen in den Vorstandssitzungen als unsicher behandelt werden, und diese durch Abfragen und Kombinationen mit Hilfe des Computers auf eine sichere Basis hätten gestellt werden können, dann ist der Topmanager, der dies unterlassen hat, für die falsche unternehmerische Weichenstellung verantwortlich. Mit den möglichen Folgen des Arbeitsplatzverlustes seiner Beschäftigten. Darüber hinaus schwindet das Vertrauen in die Führungskraft des Topmanagers.

Die Mitarbeiter, die an vernetzten Bildschirmen arbeiten, müssen zwangsläufig ihre Arbeit im unternehmerischen Zusammenhang sehen. Das heißt, bei der Bearbeitung bestimmter Probleme ist der Blick über den eigenen Tellerrand gegeben. Dies geht einher mit Wissensvorsprüngen vor den jeweiligen Vorgesetzten. Andersherum: In den unteren Hierarchie-Ebenen wächst der Durchblick. Die Entscheidungen der Führungsspitze werden transparenter und nachprüfbar. Die Ansprüche an die Führungskraft wachsen exponential von unten nach oben. Das Dilemma ist da.

Zwei sich gegenseitig bedingende und ergänzende Maßnahmen können dieses Dilemma lösen helfen. Erstens die Entscheidungsbefugnisse zu delegieren, um den Kopf frei zu haben für strategische und planerische Überlegungen und Entscheidungen für das Unternehmen. Zweitens den Einsatz des Computers bei ihm selbst als Führungsinstrument. Es hilft nicht mehr, den Mangel an sinnvollen Informationen, das heißt an Software, wie der Beitrag von Haessler aufzeigt, zu beklagen. Es kommt auf seine eigene quantitative und qualitative Gestaltung der Daten und auf die entsprechende Informationsorganisation an, die er für eine echte Führungsinformation und für eine Entscheidung braucht. Wohlgemerkt manche unternehmerischen Entscheidungen, und nicht die schlechtesten, werden auf dem Golfplatz getroffen - und nicht am Computer.

Das Überbrücken vom unternehmerischen Denken zum unternehmerischen Handeln setzt schon eine Entscheidung voraus, die auf Informationen beruht. Dies sichert nicht nur des Managers eigene Stellung, sondern auch die Existenz seines Unternehmens.

Christian Zschaber, Direktor Behörden und Verbände, Wang Deutschland GmbH

Betrifft CW Nr. 27 vom 3. Juli 1987, Seite 22: "Der Vorstands-Computer ist noch nicht in Sicht"

Die Aufforderung an die Software-Entwickler, sich auch um die oberen Etagen der Unternehmen zu kümmern, ist berechtigt:

Der Vorstand erhält seine Daten von den Fachabteilungen und fällt Entscheidungen aufgrund der von diesen Mitarbeitern vorgelegten Informationen. Zuerst mußte also das Middle-Management mit sogenannten Endanwender-Werkzeugen, wie zum Beispiel Sprachen der vierten Generation, ausgestattet werden, bevor von dort der Informationsfluß weitergeht in die Vorstandsetage. Voraussetzung dafür ist eine einheitliche Datenbasis im Unternehmen, ein Unterfangen, das Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen kann. Der Markt für DSS (Decision Support Systems), die seit gut drei Jahren in der Bundesrepublik angeboten werden, öffnet sich gerade, und viele große Unternehmen scheuen noch vor durchgreifenden Veränderungen und der nicht immer gewünschten, aber zu erwartenden Transparenz zurück. Bevor also der Vorstand seinen Computer erhält, muß auf der Etage darunter Informationsverarbeitung durchgängig betrieben werden.

Fazit: Der Vorstands-Computer kann nur so gute Informationen liefern, wie die Datenverarbeitung auf der mittleren Ebene zuläßt. Und da gibt es in den Unternehmen noch viel zu tun.

Helga Bienfuß, Marketing Comshare AG Deutschland, Köln Software und Service