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29.02.1980

Betrifft CW-Nr. 3 vom 18. 1. 1980, Seite 1: "Softwareförderung läuft an" Der Bundesminister für Forschung und Technologie hat Anfang Januar 1980 eine Bekanntmachung über die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf dem Gebiet der Softwaretec

Betrifft CW-Nr. 3 vom 18. 1. 1980, Seite 1:

"Softwareförderung läuft an"

Der Bundesminister für Forschung und Technologie hat Anfang Januar 1980 eine Bekanntmachung über die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auf dem Gebiet der Softwaretechnologie im Bundesanzeiger veröffentlicht. Auf diese Bekanntmachung wurde in einer Reihe von Fachzeitschriften hingewiesen, unter anderem auch in der COMPUTERWOCHE.

Die Bekanntmachung hat bisher eine erfreulich große Resonanz ausgelöst, wie die vielen Anfragen, die bisher schon beim Projektträger, der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, eingegangen sind, zeigten. Bei diesen Anfragen stellte sich jedoch auch heraus, daß die Intention der Bekanntmachung oftmals falsch verstanden worden ist. So waren viele Interessenten der Ansicht, daß generell die Förderung der Entwicklung von Software, insbesondere Anwendersoftware, beabsichtigt sei, und haben dabei übersehen, daß es sich bei Softwaretechnologie um Prinzipien, Methoden und Werkzeuge für die Technik und das Management der Entwicklung und Wartung von Software handelt. Zu diesem Mißverständnis mag mit dazu beigetragen haben, daß in der Vergangenheit im Rahmen der Datenverarbeitungsprogramme der Bundesregierung unter den damaligen Gegebenheiten und Voraussetzungen eine produktorientierte Förderung (so auch der Software) erfolgte.

Das in Vorbereitung befindliche Programm "Informationstechnik" verfolgt jedoch in Erkenntnis der jetzigen Erfordernisse andere Ziele.

Es wird generell auf die Unterstützung von forschungsintensiven Vorhaben ausgerichtet sein, die den allgemeinen Stand der Softwaretechnologie, wie er aus der Literatur bekannt ist, vorantreiben und von denen langfristig wesentliche Innovationen erwartet werden können. Was die Förderung der Softwaretechnologie betrifft, empfehle ich Interessenten, nochmals den ausführlichen Text der Bekanntmachung im Bundesanzeiger Nr. 5 vom 9 Januar 1980 durchzugehen, bevor sie arbeitsintensive Anträge erstellen, die an den Zielen der beabsichtigten Förderungsmaßnahmen vorbeigehen.

Die Förderung von softwaretechnologischen Methoden und Verfahren wird langfristig einen sehr viel nachhaltigeren Einfluß auf die gegenwärtige Softwaresituation ausüben als die unmittelbare Förderung der Software, insbesondere auch der Anwendersoftware. Eine grundlegende Änderung der Software-Misere und damit eine Verbesserung der rationellen Erstellung, der Zuverlässigkeit und der Wartbarkeit von Software ist nur zu erreichen, indem man die Ursachen dieser Misere, den gegenwärtig unsystematischen Softwareentwicklungs- und Entstehungsprozeß methodisch in den Griff zu bekommen versucht.

Dr. Harry Blask, Bundesministerium für Forschung und Technologie, Bonn.

Betrifft CW-Nr. 7 vom 15. 2. 1980: "Totale Anpassungsfähigkeit führt ins Abseits"

Zu dem von Herrn Dr. Gerd Bindels gehaltenem "Plädoyer" für die Standard-Software möchte ich hier Stellung nehmen.

Als jahrelanger "Individual-Programmierer" bei mehreren "Software-Herstellern" muß ich feststellen, daß

Anpassungsfähigkeit auf keinen Fall ins Abseits führt.

Wenn gut geschultes Personal auf Seiten des Software-Herstellers vorhanden ist, sollten Individualprogramme kein Risiko darstellen. Es wird dann weder die Einführungszeit über Gebühr in die Länge gezogen, noch wird es während der Überlappungszeit zwischen dem alten und dem neuen Verfahren zu Komplikationen kommen.

Dafür sind natürlich ein gutes Betriebssystem und eine leicht zu handhabende Programmiersprache erforderlich. Ist dieses vorhanden, so werden Termine für Individualprogramme eingehalten.

Auch mittlere und kleine Unternehmen sind oft nicht in der Lage, ihre innerbetriebliche Struktur der EDV anzupassen, was aber oftmals eine Standardlösung verlangt. Daher sollte sich die Software eher den betrieblichen Anforderungen anpassen.

Zu der Diskriminierung von kleinen Softwarebüros und Ein-Mann-Betrieben muß ich feststellen, daß ich in letzter Zeit dort bessere Standardprogramme gefunden habe, als bei einigen renommierten Soft- und Hardwareherstellern. Hierzu kommt auch, daß ein Programmierbüro meist flexibler und schneller reagiert als ein großer nach bürokratischen Regeln handelnder Software- oder Hardwarehersteller.

Als Fazit möchte ich jedem Software-Interessenten raten, sich in keine Standardlösung "pressen" zu lassen, die ihn in seiner Flexibilität seines Betriebes, seiner Mitarbeiter und dem Verhalten seiner Kunden gegenüber in irgendeiner Weise beeinträchtigt.

Helmut Kuhn, Berlin