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09.10.1987 - 

Inflation an Daten

Betrifft CW Nr. 38 vom 18. September 1987, Thema der Woche.

Den von Ihnen zitierten Kollegen stimme ich zu: Das "paperless office" ist eine Fiktion, das "less paper office" eine wünschenswerte Vision. Im total "elektronifizierten" Büro der Zukunft werden wir Dokumenten-Originale ausschließlich elektronisch speichern und bearbeiten Papierausdrucke jeweils bei Bedarf erstellen. Papier wird zum reinen Verbrauchs- und Wegwerfartikel - ob das Totalvolumen an bedrucktem Papier reduziert wird, erscheint fraglich.

Wer jedoch nur das Papier durch ein anderes Medium ersetzt, kuriert am Symptom. Das eigentliche Problem ist schon heute die nicht mehr zu bewältigende Datenflut, die über den Einzelnen hereinbricht. Beim Einsatz papierloser Technologien wird sich diese Situation weiter verschärfen. Das Büro wird zur Stätte einer gigantischen Überproduktion von Dokumenten, und der Wertschöpfungsakt der Büroarbeit degeneriert zur Weiterleitung von Dokumenten nach Erweiterung der Verteilerliste.

Der Grad der Papierbezogenheit kann gewiß nicht der geeignete Maßstab für Antiquiertheit oder Fortschrittlichkeit einer Büroorganisation sein. Man lasse sich nicht durch die lokalen Kostensenkungen der mechanischen Archivierung, Duplizierung und Distribution von Dokumenten täuschen. Die hierdurch bewirkbare Inflation an Daten widerspricht in extremer Weise dem eigentlichen unternehmerischen Zweck der Büroarbeit, nämlich einer ziel- und entscheidungsorientierten Filterung und Konzentration von Daten, das heißt der Produktion von Information. Hier kommt es dann wohl eher auf organisatorische Disziplin als auf den Austausch von Technologien an: Vielleicht sollte man im Büro der Zukunft wieder mehr denken und weniger editieren...

Dr. Martin Kütz , 6233 Kelkheim