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21.08.2015 - 

Streit bei Media-Saturn

Bewegung im Dauerkonflikt

Wie die "Wirtschaftswoche" meldet, sondiert die Beteiligungsgesellschaft Advent einen Einstieg bei Media-Saturn. Das geschieht auf Wunsch des Media-Saturn-Minderheitsgesellschafters Erich Kellerhals, der den Elektronikkonzern aus der Metro AG loseisen will.

Die Übernahme des Reparatur- und Wartungsdienstleisters RTS (--> wir berichteten) hat bei Media-Saturn einen Dauerkonflikt zwischen den Eigentümern des Elektrohändlers neu angefacht. Media-Markt-Gründer und Minderheitseigener Erich Kellerhals lehnt den RTS-Kauf aus mehreren Gründen ab (--> wir berichteten).

Deswegen forciert Kellerhals, der einst einer der Mitgründer von Media Markt war, einen kompletten Kauf von Media-Saturn. Derzeit hält Kellerhals 21,62 Prozent der Anteile der Media-Saturn-Holding. Damit verfügt er über eine Sperrminorität in der Gesellschafterversammlung von Media-Saturn, die bei 20 Prozent liegt und Grund für die seit Jahren bestehenden internen Auseinandersetzungen ist.

Die Zentrale der Media-Saturn-Holding in Ingolstadt: Die Fehde zwischen den Gesellschaftern hält seit Jahren an.
Die Zentrale der Media-Saturn-Holding in Ingolstadt: Die Fehde zwischen den Gesellschaftern hält seit Jahren an.
Foto: Media-Saturn

Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, hat Kellerhals den Finanzinvestor Advent ins Spiel gebracht, der eigenen Angaben zufolge auch schon Kontakt zum Metro-CEO Olaf Koch aufgenommen haben will. "Konkrete Gespräche gab und gibt es jedoch zwischen der Metro und angeblich interessierten Investoren nicht", wird Koch in einer Mitteilung des Handelskonzerns zitiert.

Bei Advent International mit Sitz in Boston handelt es sich um einen der größten amerikanischen Private Equity Fonds mit einem betreuten Vermögen von 18 Milliarden Euro. Seit 1984 hat Advent in mehr als 500 Unternehmen in 35 Ländern investiert. In Deutschland übernahm Advent zuletzt Ende 2012 die Mehrheit an der Parfümeriekette Douglas.

(mit Material von dpa)

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CAD-Robert

Wenn zwei sich streiten, freut sich (bekanntlich) der Dritte. In diesem Dauerstreit ist das wohl der Fachhandel allgemein. Herr Kellerhals kann sich sicher sein, dass nicht nur ein Fachhändler- / Systemhaus-Mitarbeiter ein fettes Schmunzeln im Gesicht hat, wenn er so was liest. Media-Saturn hatte in der Vergangenheit dem Fachhandel mehr geschadet, als irgend eine andere Firma.

Zur Zeit ist es ein Gleichgewicht zwischen MM/S und Amazon: der Fachhandel wird online von Amazon und im Ladenbereich von MM/S in die symetrische Zange genommen. Es ist zwar keine direkte Konkurrenz, weil es doch verschiedene Kunden sind, aber jeder Einkäufer oder Projektleiter bei einem Gewerbekunde ist morgens bei der Zeitungslektüre erst mal "einfacher Privatkunde". Und als solcher liest er täglich irgendwelche "Schweinepreise" und dass man nicht blöd sein solle. Eine Stunde später soll er dann die "gewerblichen Angebote" mit einer vollkommen anderen Brille lesen: eher unwahrscheinlich, aber man gibt die Hoffnung nie auf.

Nun bringt Kellerhals einen us-amerikanische Finanzinvestor (im Volksmund auch "Heuschrecke") ins Geschäft. Ab hier könnte es sich gegen ihn wenden: wenn da die Zahlen ein, zwei, drei Quartale lang nicht passen, dann ist meist "Schicht im Schacht". Langfristige Ziele müssen dann erfahrungsgemäß eher quartals-getriebenem Erfolg weichen. Und wenn der ausbleibt, werden mal schnell 50,100, 200 oder mehr mühsam aufgebaute Fillialen geschlossen.

Wenn dann auch der "Rote Coon" nicht sofort Amazon mäßige Zahlen abliefert, dann wird wohl bald der (finanzielle) Geduldsfaden reißen. Die legendäre Geduld der Elefanten wird ja den agilen Grasbewohnern nicht unbedingt nachgesagt: die hüpfen im Zweifel einfach zum nächsten Halm.

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