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14.01.1994

Bewerbungsstrategien in der Rezession (Teil 13) Der eigene Verstand hilft oft besser weiter als Vorgestanztes

Ein Arbeitsmarkt mit weniger freien Jobs als Stellensuchenden wird in Deutschland noch ueber Jahre Normalitaet bleiben. Der einzelne Arbeitnehmer muss sich daher professionell mit dem Bewerbungsgeschehen auseinandersetzen. Dazu gehoert nach Auffassung von Bernd Andersch* ein intensives Literaturstudium genauso wie unter Umstaenden der Besuch von Bewerbungstrainings.

Wichtig ist, die erhaltenen Bewerbungstips richtig einzuordnen, da sie sich letztlich nur als Hilfestellung verstehen. So ist es durchaus moeglich, dass ein Bewerber alle gelesenen Ratschlaege befolgt, aber dennoch nicht die Stelle bekommt. Bewerbungsratgeber sollten allerdings schon helfen, eine Reihe von Fehlern zu vermeiden, die die Mehrheit der Einsteller dem Bewerber normalerweise nachteilig auslegt.

Dazu muessen jedoch Fachbuchautoren oder Trainer das Bewerbungsgeschehen aus eigener Praxis kennen. Wichtig ist es daher, ueber die Fachkompetenz eines Autors nachzudenken, wobei ein Praktiker doch einige Vorteile gegenueber reinen Theoretikern aufzuweisen hat. Ersterer beruft sich auf seine Erfahrungen, weil er selbst etliche Stellenwechsel erfolgreich bewaeltigt hat oder aber im Einstellungsprozess als Fachbereichs-Manager, Personalreferent oder Personalberater aktiv beteiligt war oder ist.

Da Bewerbungsratschlaege auf dem Erfahrungswissen einzelner Autoren beruhen, ist es kein Wunder, dass sie sich teilweise widersprechen. Der Leser sollte dann die Argumente nachlesen, weshalb beispielsweise ein Ratgeber empfiehlt, sich bei Initiativbewerbungen an hochrangige Fachbereichsleiter zu wenden, der andere Autor dagegen die Personalabteilungen als geeigneten Empfaenger derartiger Anschreiben nennt.

Fuer den Leser empfiehlt es sich, nur die Ratschlaege aufzugreifen und anzuwenden, die er selbst fuer plausibel haelt. Bewerbungsratgeber sind immer dann als schlecht einzustufen, wenn sie ausschliesslich Verhaltensweisen in dem Stile "Tun Sie dies und lassen Sie das" auffuehren, ohne klare Begruendungen fuer die Empfehlungen zu liefern. An dieser Stelle sollen auf Wunsch von CW-Lesern einige praxisnahe Bewerbungsratgeber vorgestellt werden.

Das Buch "Das neue Bewerbungskonzept" von Claus Coelius (CC-Verlag Personal, Hamburg, 19,90 Mark) behandelt uebersichtlich das schriftliche Bewerbungsgeschehen. Das Buch wuchs und entstand aus den Erfahrungen vieler Bewerber. Es bietet dem Leser einen roten Faden auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.

So handelt der Autor die ueblichen Wege und Probleme der Stellensuche ab wie Analyse von Stellenanzeigen, Regeln fuer die Gestaltung von Stellengesuchen sowie Formalitaeten beim Einreichen von Bewerbungsunterlagen. Er zeigt aber auch, wie sich mit einem guten Anschreiben Interesse beim Einsteller wecken laesst und welche Informationen im Lebenslauf Vor- beziehungsweise Nachteile bringen. Das Buch eroertert das Bewerbungsgeschehen aus der Perspektive des Personalfachmannes. So greift Coelius beispielsweise die Frage nach dem Arbeitszeugnis und dem Personalfragebogen auf.

Das DIN-A4-Format erlaubte es dem Verfasser, Anschreiben und Lebenslaeufe in Originalgroesse abzubilden. "Das neue Bewerbungskonzept" ist gestandenen Berufspraktikern und Einsteigern gleichermassen zu empfehlen.

Das Angebot an Bewerbungsratgebern fuer das Vorstellungsgespraech ist sehr gross. Wenig empfehlenswert sind Buecher, die dem Leser die 999 haeufigsten Fragen im Bewerbungsgeschehen und die "optimalen" Antworten vorbeten.

Werden die Ratgeber dann noch mit einer Fuelle von Verhaltenstips ausgestattet, laesst sich leicht ausmalen, wie konzentriert, locker und natuerlich der Bewerber im Vorstellungsgespraech erscheint. Gut beraten ist, wer sich statt auf vorgestanzte Antworten von Autoren auf den eigenen analytischen Sachverstand verlaesst.

Sehr schoen zeigt Martin John Yate in seinem Buch "Das erfolgreiche Bewerbungsgespraech" (Campus Verlag, Frankfurt am Main, 24 Mark) auf, was Einsteller von den Bewerbern wirklich erfahren moechten. Wer diese wenigen Prinzipien internalisiert, ist fuer jede Frage im Vorstellungsgespraech vorbereitet und kann sich ein Auswendiglernen von Antworten ersparen.

Wenig auf den deutschen Markt uebertragbar erscheinen dagegen die Tips zur telefonischen Ansprache von Einstellern, die der amerikanische Autor gibt. Insgesamt ist das Buch aber Fach- und Fuehrungskraeften aller Ebenen und Berufseinsteigern eine praxisnahe Hilfe.

Durch die Koepfe vieler Hochschulabsolventen spukt das Assessment Center (AC) als haeufige Form der Bewerbung. Hier muss mit einem grundsaetzlichen Vorurteil aufgeraeumt werden: In der Praxis wird dieser Art der Personalauswahl nicht der Platz eingeraeumt, der ihrer ausfuehrlichen Behandlung in Zeitungen und Zeitschriften entspricht. Das AC ist vielmehr die Ausnahmeform des Vorstellungsgespraeches. Nur einige wenige Grossunternehmen praktizieren diese Spielart. Dennoch, wer zu einem AC eingeladen wird, sollte niemals unvorbereitet erscheinen, will er ueberhaupt eine Chance zu haben. Einen guten Einblick bietet Claus Coelius in dem Buch "Fit fuers Assessment Center" (CC-Verlag, Hamburg, 34,90 Mark).

Der Leser bekommt Aufgaben, Checklisten und Beurteilungsschluessel an die Hand, um sich auf Einzelinterviews, Praesentationen, Postkorbuebungen und Rollenspiele vorzubereiten. Dort ist naemlich nicht Konfrontation um jeden Preis gefragt.

Fuer Fragen zum Thema Bewerbungsratgeber oder praxisnahe Bewerbungstrainings koennen Sie sich an den Autor der Serie unter der Rufnummer 052 31/355 88 wenden. Die Gespraechszeit ist allerdings auf maximal zehn Minuten begrenzt.