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18.06.1993

Bewerbungsstrategien in der Rezession (Teil 2) Stellengesuche als Alternative zur Bewerbung effektiver nutzen

Wem die Entlassung droht oder wer den Kuendigungsbrief bereits in der Tasche hat, darf keine Zeit verlieren, um einer drohenden Arbeitslosigkeit vorzubeugen. Wer sich mit dem Praedikat "arbeitslos" bewerben muss, dem bauen sich bei der Suche nach einem neuen Job hohe Barrieren vor den Tueren der Arbeitgeber auf. Als Alternative zur klassischen Bewerbung empfiehlt Bernd Andersch* das Stellengesuch.

In der Rezession ist die Bewerbung mit Hilfe eines eigenen Stellengesuches wichtiges Instrument zur Anbahnung von neuen Arbeitsbeziehungen. Der Jobsuchende schaltet eine eigene Anzeige und bietet seine Arbeitskraft unter Chiffre an. Gute Gesuche bringen umgehend Kontakte zu Arbeitgebern oder Personalberatern. Ein weiteres Plus: Arbeitgeber, die sich die Muehe machen, auf diese Form der Anzeige zu reagieren, signalisieren Interesse am Kandidaten.

Die Konkurrenz fuer den Inserenten ist wesentlich geringer als bei Bewerbungen auf Stellenanzeigen. Vermutungen, dass Stellengesuche von den Einstellern wie ein Heiratsinserat als letzter Versuch gewertet werden, kann der Verfasser aus seiner Beratungspraxis nicht bestaetigen - eher das Gegenteil. Fuer den Arbeitnehmer, der sich ohne Zugzwang am Arbeitsmarkt umsieht, hat das Stellengesuch moeglicherweise noch eine ganz andere Bedeutung. Es fungiert als Abfrageinstrument, ob sich bestimmte Berufsplaene derzeit realisieren lassen.

Die Investition in ein Stellengesuch ist nur lohnend, wenn dieses eine hohe Anzahl potentieller Arbeitgeber erreicht. Ueber Inhalt, Optik, Zeitpunkt und benutzte Zeitung oder Zeitschrift ist daher genauer nachzudenken.

Der Inserent sollte an den Anfang des Gesuches den entscheidenden Bildungs- beziehungsweise Ausbildungsabschluss stellen oder die Position, die er augenblicklich bekleidet. Danach folgen spezielle Angaben zur Person und den Qualifikationen: Alter, Anzahl der Berufsjahre, drei bis fuenf Schwerpunkte der Berufspraxis, der Ausbildung und des Studiums. Wer ungekuendigt ist, sollte darauf hinweisen. Aber auch am Arbeitsmarkt gefragte Eigenschaften wie kunden- und anwenderorientiertes Denken, Kommunikationsfaehigkeit und Sozialkompetenz oder aehnliches sollten nicht fehlen (siehe Kasten).

Im naechsten Teil des Gesuches nennt der Inserent die von ihm angestrebte Position. Weiterhin kann er noch gewuenschtes Gehalt, Zielregion, Branche sowie Unternehmensgroesse angeben.

In welchem Format ist das Inserat aufzugeben? Orientierung bietet das Medium, in dem die Anzeige erscheinen soll. Ein gesundes Mittelmass ist richtig. Eine zu grosse Anzeige wirkt aufdringlich, eine kleine wird leicht uebersehen. Nach Moeglichkeit sollte zweispaltig inseriert werden. Das ist genau die doppelte Breite der Textzeile, die der Leser in diesem Moment liest.

Breiter angelegte Anzeigen sind angenehmer lesbar, auffaelliger und lassen mehr Spielraum, Informationen uebersichtlich zu praesentieren.

Gerade die Anordnung der Inhalte entscheidet darueber, wie stark der Leser die Anzeige registriert. Das Auge des Lesers braucht optische Aufhaenger. Fettdruck, Unterstreichungen, verschiedene Schrifttypen und -groessen sind die Gestaltungshilfsmittel. Optisch durch Fett- oder Halbfettdruck hervorgehoben werden sollten auf jeden Fall der Bildungsabschluss sowie die aktuelle und die angestrebte Position. Schliesslich empfiehlt es sich, vor der endgueltigen Fertigstellung einen Korrekturabzug vom Verlag anzufordern. In der Vorstellung des Inserenten sieht manches Gesuch anders aus als nach dem Drucksatz.

Bei der Auswahl des Mediums gilt: Immer dort inserieren, wo die entscheidenden Personen in den Personalabteilungen und Fuehrungsetagen das Gesuch vermutlich lesen. Es bieten sich in erster Linie die ueberregionale Tageszeitung und die branchenspezifischen Blaetter an. Idealerweise sollte der Bewerber bei der Schaltung der Gesuche die Kombination von beiden waehlen.

*Bernd Andersch hat in Fach- und Fuehrungsfunktionen Org./DV gearbeitet und ist heute selbstaendiger Karriere- und Unternehmensberater sowie Management-Trainer in Detmold.

Beispiel eines

Stellengesuches

Erfahrener Projektleiter Anwendungsentwicklung, Fuehrungsverantwortung, kommunikationsfaehig, teamfaehig, benutzerorientiertes Vorgehen, Umsetzung fachlicher Anforderungen in neue beziehungsweise bestehende EDV-Systeme, RZ-Betrieb, betriebswirtschaftliche Kenntnisse, RPG, Cobol, SQL, Bull IDS II, Oracle, Bull GCOS7, Unix, MS-DOS, sucht Position als Leiter Anwendungsentwicklung/DV Industrie, Handel, Banken. Die Anpassung Ihrer EDV-Anwendungen an die Beduerfnisse der Mitarbeiter und des Managements der Fachabteilungen sehe ich als Herausforderung. Zuschriften erbeten unter ...