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02.07.1993

Bewerbungsstrategien in der Rezession (Teil 3) Lebenslauf: Wichtige Fakten kurz und buendig zusammenfassen

Sich auf das Wesentliche konzentrieren und es ausfuehrlich darstellen - so lautet Bernd Anderschs* Empfehlung fuer das Abfassen eines Lebenslaufes. Jobsuchende muessen naemlich damit rechnen, dass Personalverantwortliche angesichts der grossen Menge an eingehenden Bewerbungen, diese nur quer lesen.

Nicht jedes Unternehmen verfuegt ueber eine Armada von Personalreferenten, die sich wochenlang Bewerbungsschreiben widmet. Bei kleineren und mittelgrossen Unternehmen gibt es oftmals keine Personalabteilung, so dass gleich die jeweiligen Fachvorgesetzten die Einstellung vornehmen. Sie haben aber fuer die ausfuehrliche Sichtung einer jeden Bewerbung kaum Zeit.

Die Gefahr, dass diese Querleser entscheidende Informationen in der Bewerbung uebersehen, liegt auf der Hand. Dies gilt insbesondere fuer die beigefuegten Bescheinigungen und Zeugnisse. Diese ueberfliegt der Personalexperte in der Regel im ersten Durchgang.

Es empfiehlt sich daher, die entscheidenden Informationen im Lebenslauf konzentriert zu praesentieren. Dass der Lebenslauf dabei laenger als eine Seite wird, ist voellig belanglos. Gefragt ist allerdings nicht die ausfuehrliche Prosa, sondern der Telegrammstil und die Beschraenkung auf entscheidende Sachverhalte. Und das sind solche, die zu der angepeilten Stelle und dem potentiellen Arbeitgeber passen.

Welche zusaetzlichen Informationen sollten neben den ueblichen Inhalten in den Lebenslauf eingehen? Bei Hochschulabsolventen: Thema der Diplomarbeit, einschlaegige Hausarbeiten, Referate, Interessen-beziehungsweise Studienschwerpunkte, die gute (erwartete) Gesamtabschlussnote, (erwarteter) Abschlusstermin, Abschlusstitel. Zu jedem Praktikum und einschlaegigen Ferienjob waere es gut, bis zu drei fachliche Schwerpunkte der Taetigkeit aufzufuehren.

Fuer Berufspraktiker empfiehlt es sich, zu jeder erreichten beruflichen Station drei bis fuenf Aufgabenschwerpunkte anzugeben.

Hier ein Beispiel:

XY AG, 01/88 - 09/91

Auslandsorganisator

- Entwicklung Sollkonzeptionen Management-Informationssysteme,

- Beratung auslaendischer Tochtergesellschaften in Org./DV-Fragen,

- Ist-Analyse Logistik Tochtergesellschaften Schweiz, Italien.

Passende Projekte, Verantwortlichkeiten, Befoerderungen, Zeichnungsbefugnisse sowie Zuwaechse an Aufgaben sollten ebenfalls aus dem Lebenslauf hervorgehen. Dass sich moeglicherweise einige Inhalte im Lebenslauf und Anschreiben wiederholen, spielt keine Rolle.

Wer langjaehrig bei ein und demselben Arbeitgeber taetig war, sollte seine dortige Entwicklung - wenn positiv - im Lebenslauf dokumentieren. Wenig aussagekraeftig ist ein Lebenslauf, der 90 Prozent Uralt-Daten enthaelt und zur augenblicklichen beruflichen Position lapidar feststellt: Jetziger Arbeitgeber, seit 01/83, Leiter der Software-Entwicklung. Hier ein sehr knapp gehaltenes Beispiel, wie sich langjaehrige berufliche Stationen im Lebenslauf verkaufstraechtiger darstellen lassen:

Aktueller Arbeitgeber

10/83 bis 01/87 Programmierer

- Auftragsbearbeitung,

- Finanzbuchhaltung,

02/87 bis 03/88 Systemanalytiker

- Analyse/Konzeptionen Materialwirtschaft,

- Konzeption/Realisierung Fuehrungsinformations-Systeme,

- Projekt-Manager von Projektteams bis zu zehn Personen, seit 04/88 Leiter Software-Entwicklung, 25 Mitarbeiter, Budgetverantwortung, Prokura 01/92.

Aber auch fuer den Lebenslauf gilt: Einstellungsverantwortliche lesen ihn zunaechst nur quer.

Optische Darstellung und Informationsmenge entscheiden darueber, was der Leser registriert. Der Bewerber sollte das Auge des Querlesers durch Unterstreichungen, Fettdruck und Kursivdruck auf die wichtigsten Tatbestaende im Lebenslauf lenken. Sonst registriert er beim schnellen Ueberfliegen Inhalte des Lebenslaufes mehr oder weniger zufaellig.

Zudem sollte der Jobsuchende weitere "optische Klippen" in seinen Lebenslauf einbauen. So wird verhindert, dass das Auge des Lesers ueber Textbloecke hinweggleitet. Aber auch eingefuegte Absaetze und Leerzeilen erleichtern dem eiligen Leser die Wahrnehmung. Durch geschlossene Textbloecke und Blocksatz wird genau das Gegenteil erreicht.

Es empfiehlt sich zudem, alle unnoetigen Informationen im Text zu unterdruecken. In der kurzen Zeit darf der Leser nicht durch ueberfluessige Tatbestaende von den entscheidenden Sachverhalten abgelenkt werden. Ein Realschulbesuch laesst sich beispielsweise wie folgt dokumentieren: "1960-66 Realschule, Abschluss".

Schlechter, weil umfangreicher und ohne einen hoeheren entscheidenden Aussagewert ist die Darstellung: "01.04.1960

bis 27.03.1960 Besuch der Realschule in Duesseldorf-Wersten, Abschluss mit der mittleren

Reife". Unwichtige Tatbestaende haben im Lebenslauf keinen Platz.

*Bernd Andersch hat in Fach- und Fuehrungsfunktionen Org./DV gearbeitet und ist heute selbstaendiger Karriere- und Unternehmensberater sowie Management-Trainer in Detmold.