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04.06.1993

Bewerbungsstrategien und Karriereplanung in der Rezession ( Teil 1) Initiativbewerbungen haben in Krisenzeiten hohen Stellenwert

In der Rezession wird bei der Besetzung von Stellen haeufig auf eingegangene unaufgeforderte Bewerbungen zurueckgegriffen. Zeit- und Kostenersparnis sind die Gruende. Um so wichtiger wird es dabei fuer den Stellensuchenden, auf jede Kleinigkeit beim Einreichen seiner Unterlagen zu achten, meint Bernd Andersch*.

Um als Initiativbewerber erfolgreich zu sein, muss der Jobsuchende wie beim professionellen Direkt-Marketing vorgehen. Dazu gehoert eine genuegend hohe Anzahl ausgesendeter Bewerbungen. Erfahrungsgemaess fuehren einhundert unaufgeforderte Schreiben zu drei bis fuenf Anfragen der Einsteller nach Zusendung der ausfuehrlichen Unterlagen.

Da dieser Bewerbungsweg mit viel Muehe und Arbeit verbunden ist, machen die Kandidaten nur selten intensiv von dieser Moeglichkeit Gebrauch. Und gerade darin liegt die Chance des Initiativbewerbers. Anschreiben, Qualifikationsprofil und Lebenslauf (ohne Foto) sind ausreichend.

Ins Anschreiben zur Kurzbewerbung gehoeren Informationen wie: Zuletzt erreichte Ausbildungsstufe beziehungsweise Schul- oder Hochschulausbildung, gegenwaertig eingenommene berufliche Position, ein Hinweis, dass man ungekuendigt ist (wenn zutreffend), Alter, Berufsjahre sowie Funktionen, in denen der Kandidat bislang gearbeitet hat.

Es sollten nur fuer den Bewerber vorteilhafte, fuer den Leser vermutlich interessante Informationen aus dem Anschreiben hervorgehen. Besonders zugkraeftig sind Anschreiben, in denen der Bewerber augenfaellig (Fettdruck, Unterstreichungdem Leser gefragte Qualifikationen verspricht. Der Leiter Anwendungsentwicklung koennte als Bewerber daher Hinweise bringen wie: anwender- beziehungsweise mitarbeiterorientiert, kommunikationsfaehig, sozial kompetent oder aehnliches.

Weiterhin wird im Anschreiben gesagt, welche Positionen der Bewerber anpeilt. Hier lassen sich bis zu drei Zielpositionen angeben. Sie sollten inhaltlich aber stark verwandt sein, zum Beispiel Systementwickler, Organisationsprogrammierer und Anwendungsentwickler. Das Anschreiben schliesst mit Bitte auf Ueberpruefung der Einsatzmoeglichkeiten und dem Hinweis, dass gerne die ausfuehrlichen Bewerbungsunterlagen nachgereicht werden.

Wichtig ist ein Anschreiben an die wirklichen Personalentscheider in den Unternehmen. Je nach Zielpositionen sollte der Jobsuchende Geschaeftsfuehrer oder Org./DV-Leiter namentlich anschreiben. Der schnellste Weg, aktuelle Adressen und Namen der Entscheidungstraeger zu erfahren, fuehrt ueber Adressverlage.

Wer sich beispielsweise in der Moebelindustrie in einem bestimmten Postleitzahlen-Gebiet bewerben moechte, kann alle Unternehmen dieser Branche und Region unter namentlicher Nennung zum Beispiel des Geschaeftsfuehrers oder Org./DV-Leiters anfordern. Hier einige grosse Adressverlage: AZ Direct Marketing Bertelsmann in Guetersloh, Hoppenstedt in Darmstadt, Merkur in Einbeck, Donelley & Gerardi in Ettlingen.

Durchschnittlich kostet eine Adresse 0,50 Mark. Bei den Verlagen gibt es in der Regel einen Mindestbestellwert.

Im Qualifikationsprofil fuehrt der Kandidat auf einer A4-Seite seine wichtigsten fachlichen Qualifikationen auf. Mit einer nuechternen Auflistung biografischer Daten ist zu diesem Zeitpunkt wenig zu gewinnen. Der Bewerber moechte dem Leser Appetit machen, und dazu benutzt er seine Faehigkeiten und Kenntnisse.

Das Qualifikationsprofil sollte drei bis fuenf fachliche Schwerpunkte und eventuell einen Punkt "Besonderes" enthalten. Schwerpunkte koennen zum Beispiel sein: Programmierung, Datenbanken, Betriebssysteme, Systementwicklung. Diese Angaben lassen sich zusaetzlich im Telegrammstil erweitern, zum Beispiel Programmierung: C, Cobol, Pascal; Datenbanken: Grundlagen DBB/4, Datenbankerstellung mittels Oracle; Systementwicklung: Software- Engineering auf Grundlage der strukturierten Analyse, Entwicklung einer Konzeption zur computergestuetzten Abwicklung einer Speditionsagentur, Auftragsbearbeitung; Projekt-Management: Instrumente der Planung, Steuerung und Kontrolle.

Der Lebenslauf hat lediglich einen flankierenden Charakter. Er sollte fuer diese Bewerbungsart nicht ueber eine A4-Seite hinausgehen.

*Bernd Andersch hat in Fach- und Fuehrungsfunktionen Org./DV gearbeitet und ist heute selbstaendiger Karriere- und Unternehmensberater sowie Management-Trainer.

Client-Server-Computing und Outsourcing sorgen fuer Wirbel bei DV- Beschaeftigten. Die Rezession tut ein uebriges. Entlassungen in einer vom Erfolg verwoehnten Branche sind nichts Ungewoehnliches mehr. Damit ist es auch fuer Bewerber schwieriger geworden als frueher, einen neuen Job zu finden. Die Serie will mit praxisorientierten Tips all denen helfen, die sich in dieser schwierigen Phase im Berufsleben neu orientieren.