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13.05.1994

Bezuege haengen nach wie vor von der Abteilungsgroesse ab Kienbaum: Grosse Spanne bei den DV-Gehaeltern '94

GUMMERSBACH (CW) - Einen kleinen Silberstreifen am Horizont haben die Gehaltsforscher von Kienbaum entdeckt: Die Bezuege der DV- Spezialisten stiegen 1994 durchschnittlich um 1,8 Prozent und damit um 0,3 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es je nach Unternehmensstandort, Berufserfahrung, DV-Equipment und Personalverantwortung grosse Unterschiede.

Spitzenverdiener ist der Leiter Org./DV, der einschliesslich aller Nebenleistungen wie Praemien, Tantiemen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf durchschnittlich 164 000 Mark pro Jahr kommt. Zu den Besserverdienern gehoert auch der DV-Leiter mit 131 000 Mark sowie der Leiter Anwendungsentwicklung und Informationssysteme mit je 129 000 Mark. Ganz unten auf der Gehaltsskala befinden sich die Datentypistinnen mit 50 000 Mark.

Die Verguetungsspannen in den einzelnen Positionen sind oft betraechtlich. Bei den Systemanalytikern erstreckt sich die Bandbreite von 77 000 Mark bis 97 000 Mark pro Jahr. Die Gehaltsdifferenz wird um so geringer, je tiefer die Position hierarchisch angesiedelt ist, da sich hier die Unternehmen nach den Tarifloehnen richten.

Neben der Funktion stellt die Groesse der DV-Abteilung ein wichtiges Kriterium zur Gehaltsbestimmung dar. Erhaelt der Leiter Org./DV in einem Unternehmen mit 20 DV-Mitarbeitern 158 000 Mark pro Jahr, so kann sein Kollege mit 140 Angestellten 56 000 Mark mehr verbuchen. Das gleiche gilt fuer den DV-Organisator, der in einer Abteilung mit fuenf Beschaeftigten 78 000 Mark pro Jahr verdient.

Sein Kollege in gleicher Position, der in einem Unternehmen mit 100 DV-Spezialisten arbeitet, liegt um 25 Prozent darueber.

Noch kommen die Mainframe-Spezialisten laut Kienbaum beim Salaer besser weg als die PC-Experten. So verdient ein Organisationsprogrammierer, der an einem Arbeitsplatzrechner arbeitet, 6000 Mark weniger als sein Mainframe-Kollege.

Die qualifizierte Ausbildung bleibt eine wichtige Voraussetzung, um in Fuehrungspositionen zu gelangen oder anspruchsvollere Taetigkeiten auszuueben. 1988 hatten bei den Anwendungsprogrammierern 27 Prozent Mittlere Reife als hoechsten Bildungsabschluss und nur 25 Prozent Hoch- oder Fachhochschulexamina. 1994 ist der Anteil der Anwendungsprogrammierer mit Mittlerer Reife auf 23 Prozent zurueckgegangen, und die Hoch- und Fachhochschueler sind bereits mit 40 Prozent vertreten. In den neuen Bundeslaendern liegt der Anteil der Hoch- oder Fachhochschulabsolventen bei 73 Prozent, also ueber doppelt so hoch wie in den alten Bundeslaendern.

Ein Nord-Sued-Gefaelle laesst sich laut Kienbaum-Studie nicht erkennen. Vielmehr ist die Frage nach der Struktur der einzelnen Bundeslaender entscheidend, da die Gehaelter in Grossstaedten hoeher als in kleineren Staedten und Gemeinden liegen. In Duesseldorf erhalten DV-Spezialisten zehn Prozent mehr als der bundesweite Durchschnitt, gefolgt von Stuttgart mit acht Prozent sowie Muenchen und Frankfurt mit sechs beziehungsweise fuenf Prozent. Der ueberwiegend laendliche Charakter kleinerer Gemeinden sowie die hohe Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet sind die Ursachen, dass hier die Gehaelter um fuenf beziehungsweise zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegen.

Obwohl sich immer mehr Frauen fuer einen DV-Beruf entscheiden, bilden sie immer noch eine Minderheit. Ihr Anteil stieg von 15 auf 20 Prozent bei Fachpositionen, in der Fuehrungsebene von 0,6 auf 4,1 Prozent. Geblieben sind allerdings die Gehaltsabstriche von 15 Prozent, die die Frauen gegenueber ihren maennlichen Kollegen in gleicher Position machen mussten.

Ein Drittel aller DV-Mitarbeiter wird durch Tantiemen oder Praemien am Unternehmenserfolg beteiligt. In den Fuehrungspositionen betraegt der durchschnittliche Anteil etwa neun Prozent und in den Fachpositionen zirka sieben Prozent des Gesamteinkommens.

Mit fortschreitender Geldentwertung und steigender Steuerlast waechst die Bedeutung aussergehaltlicher Zusatzleistungen. An erster Stelle steht die betriebliche Altersversorgung. Fast 90 Prozent aller DV-Mitarbeiter kommen bereits in den Genuss einer solchen Firmenrente. In kleineren Betrieben dominiert die Direktversicherung.

Dienstwagen gibt es nur fuer die Fuehrungsriege

Die Gewaehrung von Dienstwagen wird - anders als frueher - immer weniger von dienstlichen Erwaegungen bestimmt. Man sieht hier eher eine gute Moeglicheit, vor allem Fuehrungskraeften ein steuerguenstiges Extra zukommen zu lassen. Die Vergabe von Firmenwagen beschraenkt sich in der DV ausschliesslich auf Fuehrungsfunktionen und ist bis zu einem gewissen Grad von der Unternehmensgroesse unabhaengig. Insgesamt erhalten 50 Prozent der Org./DV-Leiter einen Dienstwagen.

An der diesjaehrigen Erhebung beteiligten sich 228 Unternehmen aller Groessen und Branchen mit ueber 4000 Positionsmeldungen. Die Gehaltsstudie "Fuehrungs- und Fachkraefte in der Datenverarbeitung 1994" ist bei der Kienbaum-Verguetungsberatung in Gummersbach zu beziehen.