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20.02.1998 - 

Ausschreibung für betriebswirtschaftliche Standardlösung

BfA schlägt drei Fliegen auf einen Softwarestreich

"Wir sind nicht nur eine öffentliche Verwaltung, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen - obwohl wir keinen Profit machen", erläutert Michael Hauke. Der in Berlin ansässige BfA-Manager zeichnet innerhalb des Organisationsbereichs mitverantwortlich für das Haushaltskassenwesen und betreibt aktiv die Suche nach einer neuen Softwarelösung für sein Zuständigkeitsgebiet.

Ab dem kommenden Jahr wird sich die BfA nach und nach von ihren selbstgeschriebenen Applikationen für das Rechnungswesen verabschieden, um künftig eine Standardsoftware einzusetzen. Wie Haukes Ansprechpartner im Fachbereich Kassen- und Rechnungswesen, Hauptdezernent Michael Seiffert, erläutert, will die BfA neben einer Kostenarten- auch eine Kostenstellenrechnung einführen und damit ein gezieltes Controlling ermöglichen. Die vorhandene Software dahingehend zu erweitern hätte unverhältnismäßig viel Aufwand bedeutet.

Anders als die Privatwirtschaft nehmen sich die öffentlichen Hände das Recht, die Umrechnung von D-Mark- in Euro-Beträge bis zum Jahr 2002, aufzuschieben. Deshalb spielt es auch keine Rolle, daß die BfA im kommenden Jahr noch nicht in der Lage sein wird, für ihre internen Berechnungen durchgängig die neue europäische Gemeinschaftswährung zu verwenden. Doch der 1. Januar 2000 findet für alle Computer am selben Tag statt.

Hauke bestreitet jedoch, daß die mühselige Software-Umstellung von zwei- auf vierstellige Jahreszahlen der eigentliche Grund für die Suche nach einer Software von der Stange sei. So plane die BfA keineswegs, ihre gesamte Softwarelandschaft neu zu gestalten. Von der Ausschreibung seien nur die betriebswirtschaftlichen Verfahren betroffen. Zudem werde weiter daran gearbeitet, die bestehenden Anwendungen Jahr-2000- und Euro-fähig zu machen - zum Teil mit Softwarewerkzeugen.

Was die gesuchte Betriebswirtschafts-Lösung bieten soll, kann Hauke nicht im Detail benennen. In jedem Fall müsse sie sich in die Geschäftsprozesse der BfA integrieren lassen, und selbstverständlich habe sie den gesetzlichen Bestimmungen zu genügen, die bei einer öffentlichen Verwaltung zum Tragen kommen. Fest steht auch, daß die BfA keine neue Hardware einführen wird. Die neue Lösung muß die vorhandene Drei-Schichten-Architektur mit dem Betriebssystem BS2000 sowie mit Sinix-Servern und Windows-Clients unterstützen.

Der genaue Funktionsumfang ist in der Ausschreibung definiert, die - wie bei öffentlichen Investitionen dieser Größenordnung üblich - im Supplement der Europäischen Gemeinschaft veröffentlicht wurde. Wieviel Software und Dienstleistung die BfA tatsächlich einkaufen wird, ist aber offen: "Wir wissen noch nicht, was wir alles austauschen werden", räumt Hauke ein.

Der Preis, den die BfA zu zahlen bereit ist, wird sich denn auch danach richten, was der jeweilige Bieter in die Waagschale zu werfen hat. Hauke: "Wir suchen nicht die billigste, sondern die wirtschaftlichste Lösung."

Die erwarteten Angebote sollen im kommenden Frühjahr geprüft werden. Dann will die BfA alle in Frage kommenden Systeme in einer Testumgebung installieren, um sich bis zum Sommer für eine konkrete Lösung zu entscheiden.