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16.01.1987 - 

Schere zwischen Digital Equipment und IBM klafft weiter auseinander:

Big Blue als Schlußlicht beim Umsatzplus

MÜNCHEN (CW) - In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1986 haben alle führenden amerikanischen Hardwarehersteller mit Ausnahme von Apple ihre Quartalsumsätze stetig erhöhen können. Die Zuwächse im dritten Quartal schwanken allerdings drastisch: Sie liegen zwischen 1,9 (IBM) und 25,5 Prozent (DEC).

Überdeutlich zeigt sich in den Steigerungsraten die Diskrepanz zwischen Digital und dem Riesen aus Armonk, dem der Markt gleich mehrmals ein blaues Auge verpaßt hat: Die IBM rappelte sich zwar in der zweiten Hälfte des Jahres 1985 nach zwei extrem schwachen Quartalen mit jeweils zwei Prozent wieder auf, doch dem Ausreißer nach oben bis auf 18,3 Prozent Zuwachs folgte prompt der nächste Sturz. Nur für ein halbes Jahr wuchs der Marktführer schneller als der Markt. Auch die Erholung im zweiten Quartal 1986 blieb ein Einzelfall - im Herbst zeigte die Kurve wieder steil nach unten.

DEC rutschte zwar im dritten Quartal 1985 ab auf ein einstelliges prozentuales Umsatzplus, ja sogar unter den IBM-Wert, doch schon ein halbes Jahr später war DEC wieder an der Spitze. Seitdem vergrößert sich der Vorsprung stetig. Die Schere klaffte nie weiter auseinander als in dem Vierteljahr vor der 9370-Ankündigung.

Beständig im bescheidenen Rahmen blieb das Einnahmenwachstum bei den Unisys-Ahnen Sperry und Burroughs, die zwecks Vergleichbarkeit in der vorliegenden Übersicht der Infocorp. zusammengerechnet wurden. Wie auch HP erreichten diese beiden Bunch-Veteranen ihren Tiefpunkt, als IBM zum kurzen Höhenflug ansetzte. Die stärksten Schwankungen verzeichnete Apple zwischen 45,1 Prozent Plus und 23,5 Prozent Minus durchquerte der kalifornische Mikropionier in weitem Bogen das ganze Spektrum. Ähnliche Wechselbäder mußte Wang nehmen: Das Familienunternehmen aus Lowell stürzte erst von 1,7 Prozent Zuwachs auf einen Rückgang um 11 Prozent, arbeitete sich dann hoch bis zu einem 24prozentigen Plus und ist seitdem wieder auf Talfahrt.

Bei den Gewinnen fallen die Sprünge freilich wesentlich drastischer aus - zu steil, als daß man sie grafisch darstellen könnte. Big Blue hatte nur zwei Quartale in den Jahren 1985 und 1986, in denen der Profit den Vorjahreswert übertraf - um 23,4 Prozent Ende 1985 und um 3,1 Prozent Anfang 1986. Das dritte Quartal des abgelaufenen Jahres brachte mit 26,9 Prozent Gewinneinbuße den schärfsten Knick. DEC hatte hingegen die Schwächeperiode - mit bis zu 50 Prozent unter Vorjahreswert - bereits im Herbst 1985 überwunden. Seitdem geht die Steigerungsrate kontinuierlich bergauf. Zwischen Juli und September 1986 schnellte die Rendite-Kurve um 154 Prozent hinauf, so daß die Scharte von 1985 mehr als ausgewetzt wurde.

Hewlett-Packard schaffte die Rückkehr zu wachsenden Profiten nach starker Rationalisierung im zweiten Quartal 1986, während sich die Unisys-Partner von schweren Gewinneinbrüchen im dritten Quartal 1985 bislang nicht wirklich erholten. Bei Wang begann nach einem Ausrutscher nach oben im Sommer des vergangenen Jahres der Weg in die roten Zahlen: Für das dritte Quartal weist die Infocorp-Tabelle ein "Gewinnwachstum" von minus 528,6 Prozent aus.