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11.10.1996 - 

Kommentar

Big Blue auf Kundenfang

IBM hat mit der Positionierung von Parallel Sysplex einen geschickten Marketing-Schachzug getan. Das Kostenargument für die Kopplungstechnologie verknüpft der Hersteller scheinbar selbstverständlich mit den unbestreitbaren Vorteilen, die die CMOS-basierten Rechner aus eigener Produktion gegenüber den hergebrachten Mainframes in Bipolar-Technik aufweisen.

All diese Argumente haben jedoch nichts mit Parallel Sysplex an sich zu tun. Im Gegenteil: Unternehmen, die - ganz gleich ob mit CMOS- oder Bipolar-Rechnern - beispielsweise das günstige Software-Lizenzierungsmodell von Parallel Sysplex nutzen wollen, müssen erst einmal die entsprechenden Komponenten wie Coupling Facilities und Sysplex Timer erwerben. Merkwürdigerweise konnte keiner der hochrangigen IBM-Manager bei der Produktpräsentation konkrete Angaben zu den Kosten einer Sysplex-Umgebung machen. Auch Einzelpreise für die Komponenten mochten (oder wollten) die Verantwortlichen nicht nennen.

Der Verdacht liegt nahe, daß Big Blue bei diesen Schlüsselkomponenten um so tiefer in die Taschen der Anwender greifen möchte. Das Kostenargument für Parallel Sysplex könnte damit schnell Makulatur werden. Zurück bliebe eine Marketing- Kamapagne für IBMs CMOS-Rechner.wh