Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Abschied von "No-layoff-Politik"

Big Blue: Hohe Zusatzleistungen färben die Quartalszahlen tiefrot

23.10.1992

NEW YORK (CW) - Gewinne für die IBM Corp. blieben im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres aus: Die aus dem Stellenabbau resultierenden außerordentlichen Belastungen bescherten den Armonkern bei leicht gestiegenem Umsatz einen Verlust in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar. Zur gleichen Zeit verlautete, daß die Konzernführung Abschied nimmt von ihrer Vollbeschäftigungspolitik.

Nach Angaben des Unternehmens war vor allem das durch Kursunsicherheiten beeinflußte zögerliche Kaufverhalten europäischer Unternehmen schuld an dem schwachen Ergebnis des dritten Quartals. Ohne Berücksichtigung der außerordentlichen Belastung belief sich der Gewinn nur auf 86 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres konnten die Armonker mit 177 Millionen Dollar noch 51 Prozent mehr Profit verbuchen. Der Umsatz stieg trotz des bröckelnden Mainframe-Absatzes von 14,45 Milliarden um 1,8 Prozent auf 14,7 Milliarden Dollar. Noch schlechter würde der Quartalsvergleich ausfallen, berichtet das "Wall Street Journal", wenn das Verhältnis der europäischen Währungen zum Dollar nicht so günstig für die Armonker wäre. Trotz der Kaufunlust der Europäer resultieren rund sechs Prozent des IBM-Quartalsumsatzes aus Kursgewinnen.

Negativ auf das Ergebnis ausgewirkt haben sich die nachlassenden Mainframe-Verkäufe, die schwächere Nachfrage bei Massenspeichern und der Umsatzrückgang im PC-Geschäft. Analysten schätzen, daß IBM in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahreszeitraum 35 Prozent Umsatz eingebüßt hat, Big Blue selbst quantifizierte den Rückgang nicht, bezeichnete ihn jedoch als "substantiell".

Das "Wall Street Journal" berichtete außerdem, daß das "Nolayoff-Edikt" nicht mehr konzernweit gelte, vielmehr lägen Entlassungen nun in der Verantwortung der 13 General-Manager in den Lines of Business (LOB). Nach der neuen Regelung müssen die Chefs der LOBs ihre Freistellungspläne dem vierköpfigen IBM-Management-Komitee vortragen und sie von ihm genehmigen lassen. Beobachter halten die veränderte Beschäftigungspolitk angesichts der finanziellen Situation des Konzerns für angemessen, sehen darin allerdings auch ein Vorspiel zur ersten Entlassungswelle seit Jahrzehnten.