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04.11.1994

Big Blue kuendigt Adapter fuer LAN-Host-Integration an Neue Strategie soll IBM-Hosts populaeres Server-Image geben

FRAMINGHAM (IDG) - IBM ist auf dem besten Weg, seine /390- Mainframes staerker mit einer LAN-Identitaet zu versehen. Durch Neuentwicklungen auf Applikations- und Kommunikationsebene will die Large Scale Computing Division (LSCD) die Grossrechner zu leistungsfaehigen Servern in Ethernet-, Token-Ring- und FDDI-Netzen umfunktionieren. Zu einem erfolgreichen Image-Wandel soll vor allem der "Open System Adapter" beitragen.

Nachdem die LSCD seit gut zwei Jahren erfolglos versucht hatte, den Host als wichtige strategische Komponente der Client-Server- Arena aufzubauen, haben die Verantwortlichen in Armonk ihren hierarchischen Mainframe-Ansatz offensichtlich erneut ueberdacht. Mit dem "Open System Adapter" (OSA), der DCE-kompatiblen Plattform "Open Edition for MVS" sowie dem "Enterprise Integration Server" etc. will Big Blue seine Jumbos von der Abschottung in LANs befreien.

Obwohl die IBM-Strategen in der juengsten Vergangenheit bereits auf ein Marketing-Konzept "Mainframe als Server" setzten, konnten die Grossrechner bei den Anwendern nicht an verlorenem Boden gewinnen. Neben der halbherzigen Host-Integrationspolitik IBMs trugen insbesondere die hohen Wartungskosten sowie fehlende Tools fuer die Client-Server-Entwicklung zu einer weiter sinkenden Akzeptanz der DV-Dinosaurier bei.

"Um den Mainframe zum Server zu machen, muessen wir ihn direkt zum LAN bringen", gab nun Roger Miller, IBM Senior Programmer, als neue Parole aus. Tatsaechlich scheint IBM vom traditionell hierarchischen SNA-Ansatz ein Stueck weit abgekommen zu sein. Indiz dafuer ist, dass der fuer Ende des ersten Quartals 1995 angekuendigte Adapter OSA Ethernet-, Token-Ring- und FDDI-LANs direkt mit Mainframes der Kategorie ES/9000, Modell 511 und 711 verbindet, ohne eine SNA-Komponente als Bindeglied zu benoetigen. Damit wuerde IBM ein bislang elementares K. o.-Kriterium fuer die Host- Einbindung in Client-Server-Umgebungen beseitigen.

IBM-Produkte ueberlappen sich in ihrer Funktionalitaet

Mit dem OSA koennen Netzadministratoren bis zu 80 Token-Ring- oder Ethernet-Netze beziehungsweise 32 FDDI-LANs direkt mit dem Mainframe vernetzen. Das Produkt unterstuetzt IBM zufolge SNA-LAN- Verkehr ebenso wie IPX und TCP/IP. Fuer die Folgeversionen des Adapters kuendigte IBM ferner ATM-Support an. Im Fall von TCP/IP ist das Board auf "TCP/IP for MVS" abgestimmt. Mit diesem Schritt werden laut Big Blue 30 Prozent der Mainframe-Cycles, die der Rechner normalerweise fuer das Processing von TCP/IP beansprucht, fuer weitere Anwendungen frei. Das gleiche Prinzip gilt fuer IBMs Applikation "LAN Resource Extension" (LANRES), die den Host als Server fuer Netware-LANs fungieren laesst und vom IPX-Processing entlastet.

Unter SNA-Anwendern duerfte das Konzept des OSA jedoch Verwirrung stiften. Analysten zufolge ueberlappt der Adapter mit seiner Funktionalitaet naemlich die Features des "3172 Interconnect Controller" sowie des neuen "3746 Nways Controller" von Big Blue, die ebenfalls LAN-Mainframe-Connectivity bieten. Ueber deren Zukunft werde deshalb, so die ueberwiegende Meinung in Expertenkreisen, die Preispolitik von Big Blue bezueglich des Adapters entscheiden. Eine Zielgruppenueberschneidung bestreitet man indes seitens IBM, weil der OSA Miller zufolge SDLC und Frame Relay nicht unterstuetzt und somit Spielraum fuer die anderen Loesungen laesst.

Eine weitere Anstrengung in Sachen LAN-Host-Integration unternimmt IBM mit dem Enterprise Integration Server, einer neuen Clustering- Technologie. Das Verfahren macht sich die ebenfalls in den Labors des Konzerns entwickelte parallele Switching-Technik "Allnode" zunutze. Damit koennen bis zu 16 RISC- oder PC-basierte Server- Plattformen mit S/390-Mainframes unter einem Server-Image vereint werden. Innerhalb ihres Clusters haben alle Anwender freien Zugriff auf alle Ressourcen. Unbekannt ist jedoch noch, wie viele Anwender ein individueller Cluster unterstuetzt. In der ersten Ausfuehrung wird die Neuentwicklung AIX/6000-Rechner, OS/2 LAN Server und Netware-Server in Anwendungen auf dem Mainframe wie LANRES, LAN File Services, DB2 etc. integrieren. Ferner wird das Produkt eine System- und Netz-Management-Konsole enthalten.

Das Geschaeft mit den Grossrechnern will IBM ferner durch die Neuerung Open Edition for MVS beleben. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die zum Distributed Computing Environment (DCE) kompatibel ist. Sie soll Entwicklern die Konzeption von interaktiven Processing-Applikationen unter MVS ermoeglichen, aber auch Unix-Anwendungen realisieren.