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29.05.1987 - 

Vier neue 4381-Modelle und ein 3090-Baby:

Big Blue schließt Lücken im Midrange-Bereich

STUTTGART (CW) - Mit einer feiner abgestuften Rechnerpalette will die IBM jetzt im Midrange-Bereich operieren - ein Beispiel für cleveres Produkt-Marketing, das etwa DEC erfolgreich vorexerziert hat. Doch die Meute der 4381- und 3090-Kompatiblen reagiert gelassen.

Während Big Blue die 4381-Familie um vier neue Modellreihen nach oben erweitert; senkt das Unternehmen die Schwelle zum Einstieg in der Sierra-Serie durch die Low-end-Maschine 3090-120E. Damit überlappen sich die Leistungs- und Einsatzbereiche beider Familien.

Die 4381-Modellgruppen MG 21 bis MG 24 (siehe CW 20/87) bringen nach IBM-Angaben eine etwa 30 Prozent höhere Leistung als die vergleichbaren "Alt-Maschinen", die im Preis um 18 bis 31 Prozent gesenkt werden. Die vorhandenen 4381-Modelle lassen sich indes nur zur jeweils nächsthöheren neuen Version aufrüsten (siehe Grafik). Die Basispreise für die neuen Maschinen liegen zwischen 427 000 und 1,85 Millionen Mark. Im ersten Quartal 1988 will der Marktführer die ersten Systeme ausliefern.

Technisch stellen die jüngsten 4381-Modellreihen eine Fortschreibung der bisherigen Architektur dar. Die Verwendung des 1-Megabit-Chips ermöglicht nun allerdings die Verdoppelung des Arbeitsspeicherumfanges auf 64 Megabyte. Weitere Leistungssteigerungen resultieren aus dem Tuning, das Big Blue den Microcode Assists angedeihen ließ. Überdies hat IBM die Anzahl der Kanäle erhöht und die Möglichkeit geschaffen, über ein "Serial OEM Interface" (SOEMI) Geräte anzuschließen, die die Schnittstelle IEEE 796 unterstützen, die auch als Multibus bekannt ist.

Das 3090 Modell 120E stellt eine Art abgemagerte 150E dar. Der Uniprozessor 120E arbeitet bei einer geringfügig niedrigeren Taktfrequenz und spricht maximal 32 MB Hauptspeicher an (150E: 64 MB). Erweiterungsspeicher, Vektoreinrichtung und Kanäle bieten in Größe und Anzahl die gleichen Optionen wie die 150E. Neu ist dagegen die Prozessorsteuereinheit der Maschine. Sie erfordert nur noch eine Platteneinheit ohne Strangumschaltung und enthält nur einen Prozessor. Dadurch ist für den Mikrocode keine Parallelerwartung mehr möglich. Rüstet der Anwender das Modell 120E zur 150E auf, so ist die Prozessoreinheit entsprechend nachzuführen und eine zweite Platteneinheit mit Strangumschaltung einzubauen. Der Einstiegspreis für die kleine Sierra beläuft sich auf knapp zwei Millionen Mark.

In der Computerszene fanden die IBM-Ankündigungen ein eher gedämpftes Echo. Dies führt beispielsweise das Wall Street Journal auf den Umstand zurück, daß die Wartezeit bis zur Einführung der neuen Maschinen kein Anlaß zur Begeisterung ist. Außerdem haben Fachleute wie Konkurrenten seit geraumer Zeit mit diesen Neuerungen gerechnet. PCM-Hersteller wie Amdahl oder NAS erklärten, sie hätten keine Schwierigkeiten, vergleichbare Maschinen auf den Markt zu bringen.