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18.01.1991 - 

Mainframe-Käufer können mit Rabatten bis zu 50 Prozent rechnen

Big Blue und die PCM-Bauer gehen harten Zeiten entgegen

FRAMINGHAM (IDG) - Offene Systeme und neue Software werden nach Analystenmeinung die Schlüsselelemente der IBM-Strategie für 1991 sein. Im Hinblick auf eine unsichere Weltwirtschaftslage werden darüber hinaus alle Hersteller von Mainframes und Midrange-Systemen mit verschärftem Wettbewerb und Einbußen zu rechnen haben.

Big Blue wird in diesem Jahr als wesentliches Renommierprodukt die im September 1990 angekündigte Mainframe-Serie Enterprise-System/9000 ausliefern. Sie ist Nachfolger der 3090-Serie und der älteren 4381- und 9370-Midrange-Serien.

Analysten rechnen darüber hinaus damit, daß Big Blue ein Produkt herausbringen wird, das einen Übergang von der Serie 370 zu den echten "Summit" Rechnern der Serie 390 - ES/9000 820 und 900 - ermöglichen soll.

Im Bereich der AS/400-Reihe rechnen Marktkenner mit einem neuen High-end-System, das endlich die lange erwarteten Mehrprozessor-Leistungen bieten dürfte. Die Ankündigung dieser Rechner soll noch in der ersten Jahreshälfte erfolgen. Gegenüber Anwendern und unabhängigen Software-Entwicklern wird mit einer gewissen Flexibilität in Sachen Offenlegung des Betriebssystems OS/400 gerechnet. So erklärte William Grabe, IBM Vice-President und General Manager für das US-Marketing, daß IBM sich auf offene Systeme konzentrieren will. Die Anwender könnten im Laufe des Jahres mit einer ganzen Reihe neuer Softwareprodukte rechnen, mit deren Hilfe alle Systeme in einem Unternehmen integriert werden könnten. In erster Linie sollen dabei Programme verbessert werden, die für Datenkommunikation zwischen Rechnern von Apple, Digital Equipment und Sun mit IBM-Systemen sorgen.

Als wichtigste Softwareneuigkeiten erwarten Marktkenner und Anwender die neuesten Versionen der drei IBM-Mainframe-Betriebssysteme: Version 4 von MVS, VM/ESA und VSE/ESA. Zusammen mit den beiden PCM-Wettbewerbern im Kampf um Marktanteile, Amdahl und Hitachi, wird die IBM in den nächsten Monaten nach Analystenansicht in eine Übergangsphase treten.

Alle drei Anbieter wollen in dieser Zeit ihre neuesten Rechnergenerationen ausliefern - und das trotz nicht gerade rosiger Wirtschaftsaussichten. Wegen dieser schlechten wirtschaftlichen Perspektiven rechnen Marktkenner damit, daß sich in nächster Zeit beim Kauf eines Mainframes Preisnachlässe von 35 bis 50 Prozent heraushandeln lassen.

Der Mainframe-Anwender kann darüber hinaus mit den folgenden Strategien der Anbieter rechnen:

* Es werden sowohl die herkömmlichen Systeme als auch die neuen Generationen angeboten.

* Alle Hersteller werden mit hohen MIPS-Leistungen klotzen. So will Hitachi bereits im zweiten Quartal einen 150-MIPS-Rechner anbieten. Die IBM wird ihr Top-end-Modell der Serie ES/9000 mit rund 200 MIPS vermutlich erst im dritten Quartal anbieten. Amdahl soll dann im vierten Quartal mit Systemen im Bereich 150 bis 200 MIPS nachziehen. Bis zum Jahresende werden alle drei Unternehmen Geräte im oberen Leistungsbereich anbieten. In den letzten Jahren hatte sich Hitachi eher auf den Bereich der Low-end-Mainframes konzentriert.

* Was die IBM betrifft, rechnen Analysten mit einer Ausweitung der Summit-Technologie auf kleinere Systeme. Bis jetzt basieren nur die Spitzenmodelle 820 und 900 auf neuester Technologie. Hitachi will noch im ersten Quartal ein neues Technologie-Announcement durchführen.

* In Sachen Summit sollten die IBM-Anwender nicht zuviel erwarten. Die einzigen Highlights der Ankündigung sind die Glasfaser-Kanal-Technologie "Escon" und die Systemkupplung "Sysplex". Beide Elemente werden aber nur etappenweise ausgeliefert. Schlüsselelemente von Escon sollen sogar erst Ende des Jahres verfügbar sein. Noch im ersten Quartal wollen Amdahl und Hitachi den Anwendern mitteilen, wann ihre Geräte 390-kompatibel sein werden. IBM-Vertreter rechneten ursprünglich damit, daß die Wettbewerber 18 bis 24 Monate benötigen würden, um den Anschluß an System 390 zu schaffen. Mittlerweile wurde aus Kreisen der PCMer bekannt, daß man dieses Ziel wesentlich schneller erreichen würde.