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19.01.1990 - 

IPSE für die SW-Entwicklung unter IBMs Unix und DECs VMS

Big Blue will sich jetzt für CASE im AIX-Bereich engagieren

FRAMINGHAM (IDG) - Das Unix-Derivat AIX soll Grundlage eines IBM-CASE-Konzeptes für den technischen Bereich werden. Zu diesem Zweck schneidert die Atherton Technology Inc., Sunnyvale/Kalifornien derzeit ihre "Software Backplane IPSE" auf IBM-Bedürfnisse zu. Eine Anbindung an die SAA-Vorgaben (AD/Cycle) scheint dabei nicht vorgesehen zu sein.

Wie die COMPUTERWOCHE-Schwesterpublikation "Computerworld" erfahren hat, kommt der Backplane IPSE eine zentrale Rolle für das Software-Engineering unter AIX zu. Jack Clemmons, IBM-Marketingmanager für technisches CASE, will damit seinem Brötchengeber einen Multimilliarden-Dollar-Markt erschließen.

Hinter dem Kürzel IPSE (Integrated Project Support Environment) verbirgt sich ein integriertes Paket zum möglichst fabrikmäßigen Erstellen und Verwalten von Anwendungen in umfangreichen CASE-Umgebungen. Zu einer IPSE gehören typischerweise ein Repository mit passender Schnittstelle und Repository-Dienste wie Konfigurationskontrolle und Anwender-Umgebungs-Service.

Auch die Atherton Software soll Herstellerangaben zufolge AIX-Anwender mit einer Repository-Strategie unterstützen. Damit wird es offensichtlich innerhalb der IBM-Welt künftig eine kommerzielle SAA-Software-Entwicklung mit dem AD/Cycle-Repository und daneben eine ebenfalls Repository - gestützte technische CASE-Strategie- unter AIX geben.

Diese herkömmliche Trennung hält Alan Codkind, Marketing-Vice-President von Atherton, allerdings für überholt: "In der Anwendungsentwicklung sprich man heute besser über Unix-basiertes CASE." So bewegten sich kommerzielle und technische Anwendungen von der Komplexität und Größe her immer mehr aufeinander zu.

Ähnliche Überlegungen gibt es bei der Digital Equipment Corp., die ebenfalls mit Atherton zusammenarbeitet. Dort wird erwartet, daß sich deren IPSE-Konzept außer im technischen auch im kommerziellen Bereich bewährt. "Je komplexen kommerzielle Anwendungen werden, desto rascher wächst der Bedarf nach dieser Entwicklungsmethode auch in diesem Bereich", bringt Geoff Roach, ein Marketing-Manager von Digital, die Erwartungen auf den Punkt.

Anders als IBM setzt DEC hier jedoch nicht auf Unix. Atherton entwickelt derzeit eine IPSE-Schnittstelle mit der Bezeichnung "A Tool Integration Standard (ATIS)" für das VAX[VMS-Repository.

AIX-CASE versus AD/Cycle

Big Blue derzeit unter dem Alpdruck offener Systeme. Wie ihn abschütteln in einer Zeit des offensichtlichen Unix-Booms? Scheiterte doch der Versuch, sich über die OSF an die Spitze der unbeliebten Bewegung zu setzen, an den Mängeln des eigenen Unix-Derivats. Was die IBM nun mit ihrem CASE/IPSE-Konzept unter AIX versucht, ist, das Trauma Unix in die technische Ecke abzudrängen. Das proprietäre AD/Cycle-Entwicklungskonzept soll geschützt werden. Doch, wie es IBMs IPSE-Lieferant Alan Codkind formuliert: Es gibt nicht mehr SAA und Unix, sondern nur noch Unix-basiertes CASE. Wo bleibt da AD/Cycle? gfh