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05.01.1990 - 

Hoffnungsträger einer lukrativen Proprietary-Zukunft

Big Blues SAA-Konzept - Traum und wenig Wirklichkeit

*Charles C. Brett ist Präsident des Internationalen Advisory Board der britischen Zeitschrift "SAA-Spektrum"

Systems Application Architecture (SAA) heißt IBMs Zauberwort für die neunziger Jahre. Seit Jahren angekündigt, steht diesem proprietären Konzept einer einheitlichen Anwendungsumgebung vom PC bis zum Großrechner, die Nagelprobe noch bevor: die Freigabe als Produkt. Charles C. Brett * zumindest ist von einem Erfolg des SAA-Konzepts überzeugt.

Das SAA-Konzept wird inzwischen fast drei Jahre alt. Trotzdem ist die Akzeptanz noch sehr unterschiedlich. Dies liegt zum Teil daran, daß das IBM-Konzept zweifellos einen radikalen Abschied von den Denkweisen der Vergangenheit bedeutet. Außerdem krankt SAA an Tunnelanalysen, besonders an den von der DV-Gemeinschaft entwickelten, die lediglich die technischen Stärken und Schwächen von SAA bewerten, obwohl die zentralen Eigenschaften von SAA auf einer anderen Ebene liegen.

SAA wird oft als Marketing-Gag bezeichnet

Um zu entscheiden, ob SAA mehr Traum als Realität ist, muß untersucht werden, wie sich die Geschäfts- und Management-Umgebungen in den 80er Jahren verändert haben. Erst ein Überblick hierüber kann wirklich herausheben, was IBM mit SAA beabsichtigt. Und erst danach läßt sich ein möglicher Erfolg oder Mißerfolg des Konzepts einschätzen.

SAA wird nicht selten als Marketing-Gag bezeichnet. Tatsächlich standen viele dem Projekt in den ersten 18 Monaten nach der Markteinführung skeptisch gegenüber und äußerten die Ansicht, daß SAA nicht den Anforderungen der Groß-DV-Gemeinschaft entspreche. Heute, 27 Monate nach der Markteinführung, beginnen IBMs Mitbewerber zögernd in SAA ein Konzept zu sehen, nach dem sie zukünftig selbst beurteilt werden könnten. Bei IBM wurde eine Entwicklung eingeleitet, die zu einer berechtigten Sorge vor einer immer wettbewerbsfähigen Software-Architektur des Hardware-Anbieters führte. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. IBM hat meines Erachtens getan, was dieses Unternehmen am besten beherrscht - den Markt untersucht und mit einer kundenorientierten Strategie geantwortet.

Allerdings liegen dieses Mal die Dinge etwas anders. Anstatt einmal mehr ihre kommerzielle Überlegenheit zu unterstreichen, hat sich die IBM für eine Philosophie entschieden, die ihr bisher völlig fremd war - die Zufriedenheit des Kunden.

Das Beispiel vom Mieten eines Wagens soll die Veränderung der Situation verdeutlichen. Sie füllen die Papiere aus und wählen einen Wagen; man bringt Sie zum Parkplatz, ob es regnet oder die Sonne scheint, ob am Tag oder in der Nacht; gibt Ihnen einen Schraubenschlüssel und einen Schraubenzieher; weist Ihnen einen Haufen Einzelteile zu (und wenn Sie Glück haben, befinden sich in dem Haufen nicht auch noch Teile von mehreren verschiedenen Autos). Dann werden Sie allein gelassen, um ihr mit Auto zusammenzubauen. Das war drei Jahrzehnte lang die Strategie der Computer- und MIS-Hersteller. Und was noch erstaunlicher ist, das Management hat das in der Vergangenheit auch akzeptiert.

Die IBM hat erkannt, daß diese Haltung nicht länger akzeptiert wird. Daher versucht sie, mit SAA einen neuen Ansatz zur Verfügung zu stellen. Über alle Hardware-Ebenen hinweg und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Software-Partnern, die alle integraler Bestandteil des SAA-Konzeptes sind, sollen echte Software-Lösungen zur Verfügung gestellt werden. Das ist für die Computer-Industrie in der IBM-Welt neu. Künftig sollen Sie sofort losfahren können, wenn Sie ein Auto mieten.

Die Bedeutung dieser Änderung darf nicht überschätzt werden. Wie die folgende Analyse zeigt, gibt es einen fünffachen kommerziellen Druck, der IBMs neues Denken und die Neu-Orientierung beeinflußt hat.

Obwohl man es in der DV-Industrie nicht gerne hört, habe ich bei meinen Beratungstätigkeiten festgestellt, daß das Management außerhalb des DV-Bereichs ein Syndrom der "schweigenden Mehrheit" entwickelt hat, wenn es um Computersysteme geht. Die meisten Manager in Europa und den USA, betrachten MIS (Datenverarbeitung im Großrechnerbereich) als:

- ein notwendiges Übel,

- etwas, was Ressourcen verschlingt,

- etwas, was offenbar kein Teil der allgemeinen Unternehmens-Strategie ist,

- etwas, was meistens keine dem Vertrieb oder der Produktion vergleichbaren Ergebnisse erzielt.

Tatsächlich wird weitgehend die Fähigkeit der DV angezweifelt, die erforderlichen Ergebnisse zu realisieren oder an etwas anderem als unverständlichen Technologien interessiert zu sein, die nur sehr begrenzt mit dem Unternehmen zu tun haben.

Während heute die meisten Führungskräfte akzeptieren, daß nationale und internationale Unternehmen nicht mehr ohne Informationssysteme überleben können (man kann sich weder Telekommunikation, noch Fluglinien oder Dienstleistungen ohne Computer vorstellen), so haben doch die meisten das Gefühl daß die versprochenen Vorteile durch ihren Einsatz nicht entscheidend vorankommen. Nach meinen Erfahrungen hat sich als Konsequenz dieser Unsicherheit so etwas wie eine "stille" Desillusion breit gemacht.

In der Vergangheit hatte dies keine großen Auswirkungen, was hauptsächlich an der künstlich respektvollen Haltung der "Unwissenden" gegenüber dem "EDV-Glashaus" lag. Die Desillusion wurde dadurch vertuscht, daß die Manager nicht in der Lage waren, zu beweisen, daß vorgebliche Vorteile gar nicht existierten. Ironischerweise war dies das Spiegelbild der Situation, in der sich die Datenverarbeitung befand, als bewiesen werden sollte, daß die Vorteile doch existieren.

Ende der 80er Jahre änderte sich diese "Respekthaltung" durch zwei unabhängige Phänomene: Neben dem gewaltigen Markterfolg der PCs hatten hier eine Reihe von Wirtschaftsanalysen in den USA wesentlichen Einfluß.

Die Wirtschaftsanalysen von Steven Roach (Morgan Stanley) waren vermutlich am wirkungsvollsten. Sie zeigen nämlich, daß die Produktivität der "Informations-Arbeiter" nicht proportional zu den steigenden Kapital-Investitionen stieg; tatsächlich sank die Produktivität sogar. Dies stand in krassem Gegensatz zu den Leistungssteigerungen bei den "normalen" Arbeitern im Produktionsbereich - trotz eines relativen Investitionsrückganges.

Für die Computer-Industrie bedeutete diese gesamt wirtschaftliche Analyse eine schlechte Nachricht. Es handelte sich um die Bestätigung dessen, was viele Manager dachten, aber nicht gewagt hatten, offen auszusprechen: Die Informationssysteme waren nicht die Antwort auf alle Probleme.

Von diesen Entwicklungen war die IBM am stärksten betroffen. Als Beinahe-Monopolist für Mainframes hatte die IBM die exponierteste Stellung, da sie über das größte "Glashaus" verfügt, und augenscheinlich am wenigsten in der Lage war, echte Lösungen zu präsentieren.

Gleichzeitig begann ein Reifeprozß in der Computer-Industrie. Noch vor fünf Jahren beruhte das ständige Wachstum auf den schier unerschöpflichen neuen Möglichkeiten. Seither hat sich jedoch diese Entwicklung verlangsamt.

Heute ist klar, daß der alte Ansatz des konzentrierten Findens neuer Marktnischen überholt ist. Dieser Ansatz hatte allerdings neuen Unternehmen wie DEC, Wang, Tandem und anderen ermöglicht, groß und erfolgreich zu werden. Die Zeit der Großrechner-Textverarbeitung ist jedoch vorbei, die Transaktionsverarbeitung inzwischen ausgereift, und selbst Computer Aided Design (CAD) und Computer Integrated Manufacturing (CIM) werden langsam erwachsen.

In dieser neuen Ära werden Kaufentscheidungen nicht von der DV-Abteilung, sondern von den kommerziellen Managern getroffen. Ihre Aufgaben werden die Anforderung definieren, daß Systeme zusammenarbeiten müssen, um bislang inkompatible Investitionen zu nutzen.

Damit ist der Markt der Großrechner-Systeme für Abenteuer ausgetrocknet. Statt dessen konzentriert sich das Interesse auf den Verkauf in gereiften Umgebungen, in denen der Schwerpunkt auf der Zufriedenheit des Kunden und dauerhaften Partnerschaften liegt. Diese Ansätze werden langfristig die beste Rendite realisieren.

Dies betrifft vor allem die IBM, deren Kundenbindung besonders ausgeprägt ist. Zukünftig werden die Manager vorzeigbare Ergebnisse verlangen. Und wenn diese nicht vorliegen, dann wird das Management auf einen Systemwechsel dringen, egal ob der ursprüngliche Hersteller nun IBM hieß oder nicht.

Diese Entwicklung hat bereits begonnen. Die Auswirkungen spüren Hard- und Software, Hersteller gleichermaßen. Der Markt verhält sich wie ein Kunde in einem Supermarkt. Wie der unzufriedene Kunde wechseln auch die Manager von Marke A zu Marke B, wenn ihr bisheriges System - in der Regel von IBM - sie nicht mehr zufriedenstellt. Die Gefahr für die Anbieter wächst, daß bei einer plötzlichen Unzufriedenheit auf Kundenseite die Umsätze von fünf Jahren so wie Erweiterungen und Wartung ebenso in Frage gestellt werden wie neue Verkäufe.

Die IBM ist sich darüber absolut im klaren - im deutlichen Gegensatz zu vielen anderen, die noch glauben, daß ihr Sprint zum Unix-Ausgang die Dinge beim alten belassen wird. Die Antwort der Armonker auf diese veränderte Marktsituation heißt SAA. Eine wesentliche Veränderung der DV-Landschaft wurde durch den Erfolg der PCs verursacht. Selbst heute kann man nicht sagen, ob die IBM wirklich wußte, welche Auswirkungen der PC haben würde. Rückblickend kann man sagen, daß viele Mitarbeiter der IBM es lieber gesehen hätten, wenn der PC eine Totgeburt gewesen wäre. Es ist ebenfalls klar, daß der IBM-PC einen heraufziehenden Trend legitimiert und vermutlich beschleunigt hat.

Über die technischen Auswirkungen wurde viel geschrieben; wichtiger ist jedoch, daß sich durch den PC die Haltung gegenüber der Datenverarbeitung geändert hat. Vor der PC-Ära standen die meisten Führungskräfte Computern ablehnend gegenüber. Computerexperten standen im Ruf, "Magier" zu sein. Sie waren eine Art Hohepriester, die fantastische Gehälter verlangten, um Maschinen zu betreiben, die ebenfalls fantastische Summen kosteten. In den 60er und 70er Jahren brachten diese Investitionen auch Rendite, indem die Büroeffizienz gesteigert wurde. Sie unterstützten das Management bei der Führung von Unternehmen in neuen, allgemeinen Handels-Strukturen.

Der PC zerstörte den Mythos der High-Tech-Magier, da die Arbeit mit dem Computer etwas Normales wurde. Der PC brachte die EDV auf die Schreibtische von Leuten, die vorher eine tiefe Abneigung gegen Computer verspürt hatten. Der PC zerstörte falsche Illusionen, indem er potentielle Anwender mit folgenden Argumenten überzeugte:

- Einfache Handhabung

- Benutzerfreundlichkeit

- Schneller und billiger Zugriff auf zentrale Hardware (wenn nötig, über eine Kostenstellenrechnung)

- Verfügbarkeit von Software für weniger als 1000 Mark mit einer Funktionalität, wie es sie bislang weder auf 100mal so teurer Hardware noch in 10mal so teurer Software gab.

Ist das System so gut wie hundert PCs?

Die Benutzerfreundlichkeit hatte die am weitesten reichenden Konsequenzen. Anwender wurden mit neuen DV-Konzepten vertraut. Die Abneigung sank. Neue Abläufe wurden implementiert und durch die persönliche Erfahrung fast problemlos assimiliert. Wurde beim Vorstand eines Unternehmens ein Hostsystem für 3,5 Millionen Dollar beantragt, so kam nur die Frage zurück: "Ist das System so gut wie hundert PCs?" Die Frage konnte so natürlich nicht beantwortet werden, aber sie zeigt eine Änderung in der Art, wie die Dinge betrachtet werden. Auch hier soll das SAA-Konzept der IBM eine Antwort geben.

Es gibt wenig neue oder grundsätzliche Änderungen im Bedarf für verbesserte Anbindungen oder mehr Kommunikation. Der Bedarf existierte bereits, das neue Heer der PC-Anwender verstärkte nur den Bedarf.

Alte Argumente, die noch von einer allgemeinen Abneigung dem elektronischen Gerät gegenüber geprägt waren, wurden durch die Einfachheit hinfällig, mit der ein PC ans Telefon angeschlossen werden kann. Das praktische und einfache Telefon (mit allen hochkomplexen Funktionen in den Vermittlungszentralen), wurde zum Modell für Computersysteme, wie sie die Anwender wollen.

Weder PC- oder Host-Anbieter waren auf solche Ansprüche vorbereitet. Aber der PC war nicht ausgereift (Hotkeys sehen zwar clever aus, sind es aber nicht) und MVS/VTAM, VMS oder Unix waren zu komplex. Die Verwendung des PCs als teueres Terminal nutzte weder der DV-Abteilung noch dem Anbieter.

Auch hier versucht IBM die Forderung nach benutzerfreundlicher Kommunikation zu übernehmen. Der Common User Access (CUA) soll als SAA-Komponente Kommunikation ermöglichen und dabei die Eigenheiten der verschiedenen Systeme umgehen.

Ein neuer Ansatz wurde notwendig

Die IBM hat aber auch noch andere Gründe um auf SAA zu setzen. Der Monolith muß nicht nur seine Aktionäre befriedigen, sondern auch seine Mitarbeiter. Werden sie nicht mit neuen technologischen Herausforderungen oder Vertriebserfolgen zufriedengestellt, dann verlassen sie sicher das Unternehmen. Dies wurde und wird bei Big Blue nicht offen gesagt.

All dies löste Anfang und Mitte der 80er Jahre eine rege Forschungstätigkeit bei der IBM aus. Dabei wurde deutlich, daß ein gänzlich neuer Ansatz notwendig war.

Ungefähr zur gleichen Zeit, als IBM diese neuen kommerziellen Thesen entwickelte, beendete Earl Wheeler (der Vater von SAA) seine Arbeit der "Rationalisierung" von MVS, VM und DOS/VSE. Die Erweiterung dieser Rationalisierungs-Prinzipien auf Nicht-370-Plattformen stellte sich als praktikabel heraus als die Systeme /36, S/38 und auch der PC in neue Produktphasen übergingen.

Die technologischen Errungenschaften von Earl Wheeler lagen in einer vielschichtigen Verwaltung komplexer Software-Produkte nicht nur auf einem System, sondern über mehrere Plattformen. Und, was noch wichtiger ist, er fügte noch drei Erweiterungen hinzu. Bei diesen Schlüsselerweiterungen, die zentrale Elemente von SAA sind, handelt es sich um:

- Common User Access (CUA)

- Common Programming Interface (CPI)

- Common Communications Support (CCS)

Das Ergebnis war der Ansatz einer umfassenden Architektur, die sich von allem unterschied, was es bislang in der IBM-Welt gab, da sich die Architektur auf die Software und nicht auf die Hardware bezog. Die Hardware rückte in den Hintergrund.

Diese kritische Kombination von Anforderungen, die Wheeler vereinte und die IBMs Mitbewerber erst langsam zu verstehen beginnen, kombinierte:

- einen Rückgang der Hardware-Bedeutung, wobei nach wie vor verschiedene Designs möglich sind

- Eine Trennung von System- und Anwendungs-Software, wobei es eine der Aufgaben von IBM war, die Systemsoftware über die SAA-Plattformen zu integrieren

- Die Umorientierung auf Anwendungssoftware (Lösungen) für den Kunden, wodurch die Kundenzufriedenheit ein Differenzierungsfaktor im Wettbewerb wurde.

Dieser Ansatz wurde Systems Application Architecture (SAA) genannt. Damit versuchte IBM die Mitbewerber konzeptionell zu überrunden und versprach seinen Kunden eine schöne, neue Welt.

Mitte der 80er Jahre erschien jedoch Digital Equipment mit einem ähnlichen Konzept auf der Bühne. Die Konsistenz der Anwendungen unter VMS innerhalb des gesamten VAX-Hardware-Spektrums brachte ihnen große Erfolge. Das zugrunde liegende Konzept war recht einfach, und DEC zog daraus großen kommerziellen Nutzen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die IBM zwar eine wesentlich breitere Produktpalette und, individuell zusammengestellt, beinhaltete diese Palette sicherlich häufig die bessere Lösung, aber da Big Blue diese Einzelteile nicht einfach zusammenbringen konnte, geriet sie immer wieder ins Hintertreffen. Es schien, als verlöre IBM auch den Kampf an der Marketingfront. Jetzt soll SAA die Vorteile, die DEC mit VAX/VMS proklamiert hatte, auch IBM-Anwendern bieten.

Die Kunden sind noch nicht zufrieden

Bis jetzt hatte DEC erfolgreich argumentiert, daß ein einziges Betriebssystem vom kleinsten bis zum größten Computer Konsistenz bringen würde. Dies war auch weitgehend richtig, vorausgesetzt, daß jedes System in einer solchen Umgebung für allgemeine Zwecke eingesetzt wird. Eine gewisse Schwäche gab es jedoch bei hochspezialisierten Aufgabenbereichen.

Hier änderte IBM mit SAA die Spielregeln. Das Konzept soll die selben Vorteile wie jenes von DEC bieten, aber ohne die Nachteile eines allgemeinen Systems. Tatsächlich verschob IBM die Grenzen der Technologie, während sie gleichzeitig die erste echte Trennung von Hard- und Software proklamierte. Das SAA-Schichtenmodell bietet, über gemeinsame Schnittstellen, einen Weg, wie man

Anwendungen vor den Eigenheiten einzelner Hardware-Komponenten und Betriebssysteme schützen kann, während gleichzeitig die Zusammenarbeit heterogener Systeme gewährleistet ist.

Allgemein gilt, daß SAA der erste sichtbare Beweis ist, daß das Zeitalter der Hardware-Fixierung vorbei ist und statt dessen die Bedeutung von Lösungen in den Vordergrund rückt. Allerding ist SAA sicher noch nicht so ausgereift, als daß diese Architektur auch Erfolg und Zufriedenheit bei den Kunden erreichen kann.

Trotz der hochgesteckten Ziele bleibt die Verfügbarkeit (der letzte Schritt in die Realität) der Test, der noch bestanden werden muß. Selbst mit der Ankündigung von Officevision und AD/Cycle, hat man den Eindruck, als orientiere sich IBM noch zu stark am Komfort. Inhärente Probleme sind dabei für SAA genauso gefährlich wie der externe Wettbewerb.

Noch ist SAA nicht verfügbar, aber die Initiative ist auf dem richtigen Weg (man sehe sich nur einmal die Anzahl von Imitatoren an!). Die Bedeutung von SAA liegt weniger in der technischen Stärke, sondern in der Bewegung, die es in eine erstarrte Mainframewelt gebracht hat. SAA könnte die Zukunft in den 90er Jahren sein, aber bevor IBM ihre Ziele erreicht, wird noch einige Zeit vergehen.