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Der CP-Querschläger

Big Brother und die Zweifel an der Cloud

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Ist die Prism-Affäre der Todesstoß für die Cloud-Geschäfte? Zumindest mehren sich laut unserem "schreibenden Fachhändler" die Zweifel an solchen Lösungsmodellen.

Zu den jüngsten Enthüllungen im Zuge der Prsim-Affäre haben wir eine Umfrage gestartet: "Rechnen Sie damit, dass die jüngst bekannt gewordene Überwachung und Sammlung von Daten durch die US-Regierung das Cloud-Geschäft ausbremsen wird?" Unser schreibender Fachhändler, der "CP-Querschläger" hat zu diesem Thema natürlich auch etwas zu sagen.

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"Das Internet wird kontrolliert: schlecht für die User – gut für Regierungen, Werbetreibende, Industriespione, böse und ganz böse Datensammler."
"Das Internet wird kontrolliert: schlecht für die User – gut für Regierungen, Werbetreibende, Industriespione, böse und ganz böse Datensammler."

Verschwörungstheoretiker haben es in dieser zunehmend digitalen Welt ja auch nicht leicht. Passiert nichts, glaubt man ihnen kein Wort. Trifft etwas zu, hat es ohnehin jeder gewusst. Es reicht nicht, zu bloggen, zu beschreiben, zu warnen – man muss von der NSA gejagt werden, um authentisch zu wirken. Oder von RTL und Konsorten.

Das Internet wird kontrolliert: schlecht für die User – gut für Regierungen, Werbetreibende, Industriespione, böse und ganz böse Datensammler. Früher brauchte man, um einen fremden Brief öffnen zu dürfen, eine richterliche Anordnung. Heute kann jeder drittklassige Kontrollfetischist seine Nachbarn, Kollegen oder wildfremde Menschen ausspionieren.

Was im Privaten per Bundestrojaner und deren vielfältige Derivate funktioniert, soll im latent vorhandenen Wirtschaftskrieg die Cloud richten. Beispielsweise jemandem mit Fernsteuerungssoftware Straftaten unterschieben, sein Verkaufsverhalten überprüfen oder einfach nur das Internet protokollieren.

Und diese Fragen werden bleiben: Warum sollen wir in die Cloud? Wer will, dass wir Daten fremdspeichern? Ist es Fortschritt, wenn meine Briefe, Angebote, Patentanträge, Baupläne, Kontodaten, Finanz- und Strategiepläne auf einem Server in den USA, China oder sonst wo liegen?

Meine Private Cloud kann ich jeden Tag physisch kontrollieren und ihr jederzeit den Stecker ziehen. Dann kann hacken, wer will. Vielleicht sollten Journalisten und Unternehmer nachfragen, mit welchen Regierungen die Befürworter der Datenwolke Geschäfte machen.

Wer hat Interesse daran, das Know-how der Welt zu kontrollieren? Sind es Orwellsche Bündnisse aus Politik und Wirtschaft? Es mehren sich die Zweifel, dass die Cloud wirklich nur ein Geschäftsmodell von vielen ist.

Facebook, Google, Microsoft, Amazon, E-Mail-Dienste, Hoster und alle anderen Speicherplatzanbieter – wer garantiert die Sicherheit, Anonymität und Geheimhaltung meiner Daten? Alles nur Verschwörungstheorie?

Mein Fazit: Es bleibt zu hoffen, dass sich Unternehmen ihre Unabhängigkeit erhalten und nicht unfreiwillig zum Ideenlieferanten internationaler Konkurrenten mit staatlichen Beziehungen werden.

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)