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24.05.1985 - 

Informatik für Lehrlinge:

Biga präsentiert EDV-Ausbildungsprogramm

BERN (sg) - Auf einer vom Bundespräsidenten Dr. Kurt Furgler und Biga-Direktor Dr. Klaus Hug geleiteten Pressekonferenz hat das Biga (Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit) ein audiovisuell gestütztes Programm für den Informatikunterricht vorgestellt. Das Programm soll an interessierte Berufsschulen gratis abgegeben werden und in 20 Lektionen Lehrlingen aller Berufsgruppen ein identisches Basiswissen In Informatik vermitteln.

Biga-Direktor Hug zufolge haben in den vergangenen zwei Jahren über 800 Schulleiter und Berufsschullehrer allgemeinbildender und fachkundlicher Richtung Informatikkurse am Schweizerischen Institut für Berufspädagogik besucht. Im gleichen Zeitraum wurde die Ausrüstung der Berufsschulen mit Anlagen für den Informatikunterricht mit Hilfe eidgenössischen Subventionen beschleunigt durchgeführt. Zusammen mit dem vom Biga entwickelten Programm kann somit nun an den praktischen Informatikunterricht an Berufsschulen herangegangen werden.

Das vom Biga zur Verfügung gestellte Unterrichtsprogramm beinhaltet vier Bausteine, die auf Videofilmen und didaktischen Begleitmaterial basieren. Beim Biga ist man davon überzeugt, daß dieses auf eigene Kosten entwickelte Programm sich auch für interessierte Lehrkräfte als Einführung in die Grundbegriffe der Informatik eignet. Die vier Bausteine umfassen die Grundlagen darüber, was Computer sind, wie sie aufgebaut und angewendet werden, was benötigt wird, um damit ein Problem zu lösen und wie der Computer die Arbeit jedes Einzelnen beeinflußt. Nach dem gleichen Bausteinprinzip können für interessierte Branchen berufs- oder betriebsspezifische Folgekurse zusammengestellt und angeboten werden.

Für einen Großteil der Lehrlinge in der deutschsprachigen Schweiz wird der Informatikunterricht nach dem Biga-Programm bereits nach den Sommerferien einsetzen. An den französisch- und italienischsprachigen Berufsschulen ist die Aufnahme des Informatikunterrichts im Verlauf des Wintersemesters vorgesehen. Um die Frage, ob die Informatik zu Lasten der Allgemeinbildung oder der Berufskunde gehen soll, macht man sich beim Biga keine Gedanken. Auch hat man als die für die Berufsbildung zuständige Behörde darüber keine Weisungen erlassen. Vielmehr wird von den Schulen eine Art Selbsthilfe erwartet, so daß die Vermittlung des neuen Stoffes in geeigneter Weise erfolgen kann. Um Platz für den Informatikunterricht zu finden, müssen demnach, so lautet die Empfehlung des Biga, bisherige Lehrinhalte in Allgemeinbildung und Berufskunde gestrafft werden.

Die Einführung der Informatik bietet somit Gelegenheit, die Lehrpläne generell neu zu überdenken. Gänzlich ausgeschlossen wird hingegen die Verlängerung der Lehrzeit. Bundespräsident Furgler ist vielmehr der Ansicht, daß die heute randvollen Lehrpläne von gewissem Ballast zu befreien sind; um so Platz für den Informatikunterricht zu schaffen. Um so mehr, als die bisherigen Lehrpläne der inzwischen eingetretenen Entwicklung nicht mehr ausreichend Rechnung tragen.