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05.09.1975 - 

CUU-Erfahrungen der Pioniere

Bildschirm als Bildungsplatz

MÜNCHEN - Die Vorzüge des computerunterstützten Unterrichts (CUU) reichen bei der Vermittlung von Basiswissen nicht aus, um die Nachteile, - insbesondere die hohen Kosten - gegenüber einem programmierten Unterricht in Buchform auszugleichen. Zu dieser Schlußfolgerung für Alltags-Lehrgänge kamen unabhängig voneinander zwei CUU-Anwender: die Stiftung Rehabilitation in Heidelberg und das Betriebswirtschaftliche institut der Universität Erlangen-Nürnberg.

Andersgesagt: erfolgversprechend ist der CUU in erster Linie

dort, womit Computerhilfe das gelehrt und gelernt wird, was nur mit Hilfe eines Computers darzustellen ist. Das kann vom simulierten Zusammenbruch einer Brücke, die ein Ingenieurstudent falsch konstruiert hat, bis zum Unternehmensplanspiel reichen. Neben solchen, zum Teil recht anspruchsvolen Simulationsmodellen, gibt es zwei einfachere Anwendungsmöglichkeiten: das Training nach der Vermittlung des Basiswissens und der Unterricht im Umgang mit DV-Anlagen.

5500 Absolventen in einer Firma

Die "Mensch-Maschine-Kommunikation mit der Mensch-Maschine-Kommunikation zu lehren" praktizierte als erste in großem Umfang die Deutsche Lufthansa. Seit Einführung des "Computerunterstützten Unterrichts der Lufthansa" (CUL) sind 5500 Mitarbeiter an den zahlreichen Lufthansa-Bildschirmen mit der Fluggastabfertigung, Reservierung und Information vertraut gemacht worden.

Der besondere Lufthansa-Trick: Nach Installation des Platzreservierungssystems wurde es zunächst einmal dazu verwendet, um die Mitarbeiter im Umgang mit diesem System zu schulen.

Sechs Monate gespart

Die Lufthansa-Erfahrungen lauten: weniger Lernzeit und höherer Lerneffekt als bei konventionellem Unterricht, ständige überprüfung des Lernfortschrittes und Zeitersparnis bei der Einführung von EDV-Systemen in der Größenordnung von sechs Monaten.

Zur Programmierung von 100 Lernschritten die jeweils aus durchschnittlich 40 codierten Zeilen a 35 Zeichen bestehen, war bei der Lufthansa ein Gesamtaufwand von acht bis zwölf Mann-Wochen erforderlich. Das für die Fluggastabfertigung entwickelte Schulungsprogramm besteht aus rund 1400 Lernschritten - erforderte also knapp drei Mann-Jahre. Künftig hofft die Lufthansa, mit 40 Prozent weniger Aufwand auszukommen - durch interaktives Programmieren der Lernprogramme am Bildschirm.

Interaktiv geht's besser

lnteraktives Arbeiten sowohl bei den Autoren wie bei den Schülern strebt auch die Stiftung Rehabilitation in Heidelberg an. Diese Einrichtung zur Behandlung und Wiedereingliederung Behinderter ist mit über 100 Terminals größter schulischer Anwender des CUU in der Bundesrepublik. Die Heidelberger Erfahrungen: Bildschirmgeräte eignen sich besser als druckende Terminals; die Schüler üben freiwillig am Terminal mehr als bei anderen Methoden; der Unterricht wird praxisnäher - gleichgültig ob angehende Kaufleute in einer "Scheinfirma" arbeiten oder künftige lngenieure sich mit NC-Maschinen beschäftigen; schwachen Schülern nützt CUU mehr als den sehr begabten. Einer der entscheidenden Vorteile des Computereinsatzes im Unterricht (neben der Zeitersparnis) ist nach Heidelberger Erfahrungen nicht quantifizierbar: die bessere Einsicht beispielsweise in volksoder betriebswirtschaftliche Zusammenhänge.

Pflicht zur Einsicht

Diese Einsicht ist für die wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung an der Hochschule geradezu maßgebend: das von Professor

Peter Mertens geleitete Betriebswirtschaftliche Institut der Universität Erlangen-Nürnberg hat ein "Computerunterstütztes Entscheidungstraining" entwickelt, das seit zwei Jahren Pflichtbestandteil des BWL-Studiums mit Schwerpunkt Betriebsinformatik ist. Vor allem die sonst schwer zu erklärende Prognose-Theorie wird mit Rechner-Unterstützung erfolgreicher gelehrt. Während solche Trainingsmöglichkeiten in Terminalsitzungen von den Studenten einhellig begrüßt wurden, stuften sie die anfangs versuchte Vermittlung von Grundwissen mittels Computer eher als eine Spielerei ihres Professors ein.

Teachware - Perspektive

Perspektiven für den DV-Anwender ohne Pionier-Ambitionen: mit dem Bildschirm kommt auch die Schulungsmöglichkeit an den Arbeitsplatz. Standard-Software mit Teachware für EDV aber auch für Probleme der Fachabteilungen werden nicht mehr lange Marktlücke bleiben.