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Anwenderbericht AOK Mettmann:


25.05.1979 - 

Bildschirm-Online-Verarbeitung rationalisiert Ortskrankenkassen-Netz

Der in vielen Branchen zu beobachtende Konzentrations- und Rationalisierungs- prozeß macht auch vor den bundesdeutschen Krankenkassen keineswegs halt. Zunehmender Kostendruck, personalintensive Tätigkeiten und eine Ausweitung der Leistungsbereiche stellen die Krankenkassen vor die Notwendigkeit, permanent über rationellere Verfahren der internen Organisation nachzudenken. So wurde auch im Bereich der Ortskrankenkassen - anläßlich des - Krankenkassen-Tages in Köln im Jahre 1970 - der Beschluß gefaßt, gemeinschaftlich die Vorteile automatisierter Datenverarbeitungs-Verfahren zu nutzen. Die Vertreter der Krankenkassen hatten bereits damals entschieden, Datenverarbeitung gemeinsam zu betreiben und übergreifende Systeme gemeinschaftlich zu entwickeln, um einerseits wirtschaftlicher arbeiten und auf der anderen Seite in einem Datenverbund mit anderen Stellen - so den Rentenversicherungs-Trägern - zusammenarbeiten zu können. Zudem wurde beschlossen, daß Ortskrankenkassen, die bereits über eine eigene EDV-Lösung verfügten, mit ihren Anlagen weiterarbeiten oder die Basis für Rechenzentrum zusammenarbeiten sollten. So wurden im westdeutschen Raum Rechenzentren in Krefeld, Aachen und Köln gegründet.

Die Ortskrankenkassen im Bergischen Land, unter ihnen auch die AOK für den Kreis Mettmann, errichteten gemeinsam ein Rechenzentrum in Form eines Krankenkassenverbandes. Dieser "Krankenkassenverband Rechenzentrum Bergisch Land" wurde im Gebäude der AOK Wuppertal eingerichtet, weil die dortige AOK bereits über ein Computersystem mit entsprechenden Kapazitäten - ein System IBM /360-20 - verfügte.

Nach einem Zusammenschluß der im Kreis der heutigen AOK Mettmann arbeitenden (vier) Ortskrankenkassen - seit dem 1. Januar existiert nur noch die AOK für den Kreis Mettmann - arbeiten nun die Ortskrankenkassen Wuppertal, Solingen, Remscheid, Gummersbach und Mettmann mit dem Rechenzentrum Bergisch Land zusammen. Bevor für die einzelnen Krankenkassen das EDV-Zeitalter begann, waren alle Verwaltungsstellen karteimäßig organisiert. "Wir hatten in unserer Hauptverwaltung eine Zentralkartei und Doppelkarten in jeder Nebenstelle", erinnert sich Direktor Karl Pabst, Geschäftsführer der AOK Mettmann. An Datentechnik waren damals lediglich - für die Finanzbuchhaltung, die Beitragsbuchung und die Leistungsabrechnung - drei MKC-Geräte im Einsatz.

Die erforderliche Aktualität konnte mit diesem Verfahren freilich nicht erreicht werden. Die aus dem manuellen Verfahren resultierenden Unsicherheiten waren auf Dauer nicht tragbar, so daß man sich zum Aufbau einer zeitnäheren Datenverarbeitungs-Organisation entschloß. Die zur Zeit bei der AOK Mettmann installierte Konfiguration teilt sich auf in ein stapelorientiertes Erfassungs- und ein dialogorientiertes Auskunftssystem. Im Bereich der Datenerfassung werden Olivetti-Datenerfassungssysteme DE 520 eingesetzt. Bis auf ein Gerät sind alle Systeme DE 520 reine Stand-Alone-Versionen, die ausschließlich zur Datenerfassung und -aufzeichnung eingesetzt werden.

Nach Abschluß der Datenerfassung - täglich abends - überspielen die sieben Datenerfassungssysteme die aktuellen Daten auf ein Modell DE 523 - ein intelligentes Datenerfassungsterminal mit Anschlußmöglichkeiten für verschiedene periphere Einheiten und für Datenfernübertragung. Dieses System dient einerseits als Datensammelsystem, auf der anderen Seite stellt es die Verbindung zum Rechenzentrum dar. Nachdem alle Daten Olivetti-Datenerfassungssysteme DE 520 auf das intelligente System DE 523 überspielt worden sind, überträgt das transaktionsfähige System alle Update-Daten ins Rechenzentrum. Alle Datenerfassungs-Systeme sind in einem Raum zusammengefaßt.

Im Gegensatz dazu befinden sich die dialogorientierten Systeme (Datensichtsysteme Olivetti TCV 280) in der Kassenhalle der AOK Mettmann in Velbert. In der Kassenhalle sind insgesamt sechs Datensichtsysteme TCV 280 (siehe Foto) installiert und stehen den Krankenkassen-Sachbearbeitern zur Direktabfrage zur Verfügung. Jedes Datensichtsystem ist über eine Standleitung mit der Steuereinheit (BS 280 verbunden, von der aus eine DFÜ - Leitung-online - zum Rechenzentrum besteht. Die Olivetti-Datenerfassungssysteme DE 520 sind (über das System DE 523) direkt - über ein Modem - mit dem Rechenzentrum verbunden, also unabhängig von der Steuereinheit.

Die Sachbearbeiter entschieden sich für Olivetti

Neben den beiden Bildschirm-Systemen wurden zudem zwei Schnelldrucker (PR 1350) installiert. Diese Konfiguration hat sich bis heute sehr bewährt. Interessant ist, daß die Entscheidung zugunsten der Olivetti-Terminals von den Sachbearbeitern der AOK Mettmann getroffen wurde. "Wir haben unabhängig von der Preissituation und unabhängig von sonstigen Entscheidungkriterien (Kundendienst, Wartung, Software) eine Befragung Unserer Sachbearbeiter vorgenommen, nachdem diese Gelegenheit hatten, die Systeme im praktischen Einsatz zu testen", erläutert Oberverwaltungsrat Klaus Weber von der AOK Mettmann. Die drei im Endtest befindlichen Bildschirm-Systeme unterschieden sich durch unterschiedliche Bildschirmfarben (Bernstein-Gelb, Grün etc.), durch das Bildschirm-Design (zum Beispiel höhenverstellbare oder starre Bildschirme), durch den Aufbau der Tastatur und andere Eigenschaften.

"Nachdem die Mitarbeiter einige Zeit mit den Geräten gearbeitet hatten, stellte sich heraus, daß die meisten den Olivetti-Systemen den Vorzug gaben", sagt OVR Klaus Weber. Die Verstellbarkeit der Bildschirme sei bei der praktischen Arbeit nicht so entscheidend gewesen (keine Blendung oder Spiegelung), aber die grüne Bildschirm-Schrift sei von den Sachbearbeitern bevorzugt worden. Interessant ist auch der persönliche Eindruck der AOK-Sachbearbeiter, wonach ihnen die Schrifttypen vor allem bei der "Bernsteinfarbe" nach einiger Zeit "kleiner" erschienen, während die grüne Farbe gleichmäßig gut aufgenommen wurde.

Nachdem das Olivetti-System in der Datenerfassung und im Schalterbereich installiert worden war und die Sachbearbeiter über erste Erfahrungen verfügten, wurde erneut ein Fragebogen entwickelt, mit dem die "Mängel", die sich bei längerer Anwendung des Bildschirmes zeigen, herausgefunden werden sollten. Diese zweite Umfrage war unter dem Aspekt von Bedeutung, ob das Olivetti-System auch auf alle der AOK Mettmann angeschlossenen 14 Verwaltungsstellen übertragen werden sollte. "Außerdem wollten wir wissen", ergänzt Oberverwaltungsrat K. Weber, "ob die im Rahmen der ersten Umfrage geschilderten Eindrücke sich auch bei längerem Gebrauch der Bildschirme noch bestätigen würden". Als Ergebnis zeigte sich, daß die Olivetti-Bildschirmsysteme sowohl in der Datenerfassung als auch in der Schalterhalle keine Mängel zeigten und bei den AOK-Sachbearbeitern recht beliebt waren.

Sukzessive zum integrierten System

Zur Zeit ist die gesamte Mitglieder-Bestandsführung im Online- Direktzugriff realisiert. Da die Leistungserfassung noch nicht integriert ist, muß gegenwärtig noch eine Kartei für die Leistungsdaten geführt werden. "In Zukunft", konstatiert Direktor Pabst, "werden auch diese Daten gespeichert und abrufbar gemacht." Dann werden alle Leistungsdaten - zum Beispiel Krankengeld, Heilmittel, Zahnersatz, Barleistungen, Krankenhauspflegekosten, Sterbegelder, Mutterschutz-Leistungen etc. - auch datentechnisch bearbeitet. Die weiteren Arbeitsgebiete, die bereits heute vom Rechenzentrum voll abgedeckt werden, sind die Finanzbuchhaltung und das Beitragswesen (einschließlich Mahnung und Vollstrekkung).

"Aufgrund der bisher vorliegenden Erfahrungen", sagt OVR K. Weber, "beschloß der Vorstand der AOK Mettmann auch unsere Verwaltungs- und Nebenstellen sukzessive mit den Olivetti-Systemen auszustatten", um auch den Zweigstellen die Möglichkeit zur Direktauskunft zu geben. So wird, neben dem Ausbau der Software-Applikation in neue Anwendungsbereiche (Leistungswesen) auch die Hardware-Konfiguration weiter ausgebaut und der dezentralen AOK-Organisation angepaßt. Bevor jedoch das Online-System bis zur kleinsten Zweigstelle ausgebaut wird, sollen zunächst die vier Hauptverwaltungen der übrigen Ortskrankenkassen, die an das Wuppertaler Rechenzentrum angeschlossen sind (Wuppertal, Solingen, Remscheid und Gummersbach), mit Bildschirmgeräten ausgestattet werden.

- Walter Lönneker ist freier EDV-Journalist