Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.05.1982 - 

Am Terminal hat die Stunde 50 Minuten

Bildschirmarbeit: Mach mal Pause!

WIEN(eks) - Als Nacht- Nebelaktion ohne Rechtsgrundlage bezeichnen die Industriellenvereinen einen Erlaß des Sozialministeriums. Wesentlicher Inhalt: Nach 50 Minuten ununterbrochener Tätigkeit an einem Bildschirmgerät ist eine Pause von zehn Minuten einzuhalten, die als Arbeitszeit gilt.

In seinem Erlaß an alle Arbeitsinspektorate beruft sich das Bundesministerium für soziale Verwaltung auf die Studie der Gewerkschaft der Privatangestellten vom November des Vorjahres

(CW Nr. 49/81).Die Arbeitsinspektorate können gemäß Arbeitszeitgesetz

für bestimmte Arbeiten Ruhepausen anordnen, wenn die Schwere der Arbeit oder der sonstige Einfluß der Arbeit auf die Gesundheit der Arbeiternehmer dies erfordert. Bei mehr als zweistündigen ununterbrochenen Arbeitsperioden an Bildschirmen sieht das Sozialministerium diese Bedingung als erfüllt an.

Darüber hinaus sollen die Arbeitsinspektoren versuchen, augenärztliche Untersuchungen durchzusetzen

-versuchen deshalb, weil es dafür keine Rechtsgrundlage gibt.

Gemeint sind Bildschirmgeräte mit Tastatur, weil hier der ständige Wechsel von Akkomodation und Adaption des Auges auf unterschiedliche Entfernungen und Leuchtdichten sowie Zwangshaltungen von Kopf und Oberkörper als Stressoren wirken. Zusätzlich muß die Arbeit mit dem Bildschirmgerät und die Zeit am Gerät für die gesamte Tätigkeit bestimmend sein. Sofern andere Verrichtungen die Bildschirmarbeit unterbrechen, entfallen auch die Pausen.

Die Industriellenvereinigung fühlt sich überfahren und moniert, daß die Gewerkschaftsstudie nicht repräsentativ genug sei (13 untersuchte Personen). In Ausarbeitung, dies allerdings nun schon seit geraumer Weile, ist auch eine Önorm A2630 zur Ergonomie. Sie soll derzeit in dritter Lesung sein.

Die Initiativen des Sozialministers zur Bildschirmarbeit müßten neben der erwünschten Erleichterung der Bildschirmarbeit allerdings auch die Wirkung haben, daß Unternehmen ihre EDV-Abläufe verstärkt integrieren, um Datenerfassungsaktivitäten zu vermeiden. Dies führt letztlich zur 40-Stunden-Pause der meist weiblichen Datatypisten. Bis dahin empfiehlt die Industriellenvereinigung durch Belegkontrollen, Ablagearbeiten oder Kundentelefonate die Abwechslung zu schaffen, die zur Vermeidung dieser Arbeitszeitverkürzung nötig ist.