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21.11.1975 - 

CW-Übersicht über neue Displays

Bildschirme: Ein Marktler immer bunter wird

Neue Datensichtgeräte schießen wie die Pilze aus dem Boden - für jeden ist etwas dabei, das Angebot wird immer unübersichtlicher. Einen Vorteil hat das dennoch: Lagen die Kaufpreise für Terminals mit Display vor einem Jahr noch bei über 10 000 Mark, so sind sie mittlerweile ganz erheblich unter diese Grenze gerutscht. An dem Preis-Gerangel war auch ein Hersteller beteiligt, an dem sich - nicht nur in diesem Markt - alle orientieren: IBM reduzierte die Mietpreise für seine 3270-Datenstationen im Frühsommer dieses Jahres um 15 Prozent und brachte damit einige Unruhe unter die Konkurrenz. Mit Schlagworten wie "Bildschirme am Arbeitsplatz" und "Bildschirme für den Sachbearbeiter" versucht eine Vielzahl von Terminal-Herstellern - auch der gewissenhafteste Chronist kommt bei ihrer Aufzählung ins Schleudern -, den Anwendern die Vorteile des "Computer-Fernsehens" schmackhaft zu machen.

"plug-to-plug" ist Trumpf

Da sind einmal die Hersteller stekker-kompatibler Datensichtgeräte, die ohne besondere Hardwarevorrichtungen an bestehende Installationen angeschlossen werden können. Deutlich erkennbar ist bei ihnen ein Zug zu mehr Intelligenz vor Ort, um den Zentralrechner zu entlasten und notfalls auch offline arbeiten zu können. Wenn heute immer mehr Terminals mit Mikroprozessoren ausgerüstet werden und damit die Fähigkeiten von Stand-Alone-Systemen bekommen, dann ist daran hauptsächlich der Preisverfall Sektor "schuld".

Die weitere Entwicklung bei den Datensichtgeräten dürfte da noch manche Überraschung bringen. Schließlich widmen sich eine Reihe von Hersteller einem von den Mainframern bisher stiefmütterlich behandelten EDV-Sektor, der grafischen Datenverarbeitung. Die System '75 in München zeigte bereits, wo der Zug bei interaktiven grafischen Displays hingeht: mehrdimensionale und auch farbige Darstellungen, die per Lichtstift verändert werden können. Wie überhaupt die Forderung nach mehr Bedienungsfreundlichkeit auch bei den nur zum Erfassen und: "Reinschauen" geeigneten Bildschirmgeräten von den meisten Herstellern offensichtlich sehr ernst genommen wurde.

Interaktive Grafik-Displays sind im Kommen

Die Hannover-Messe 1975 hatte wie immer Signalwirkung: Die Firma Signaltechnik stellte erstmals ein von dem französischen Hersteller C. S. E. E. entwickeltes grafisches Sichtgerät vor, das sich durch zwei interessante Optionen auszeichnet: den Lichtgriffel für das Zeichnen, Positionieren und Selektieren direkt auf dem Bildschirm sowie eine Lupe zur Vergrößerung festgelegter Bildausschnitte.

Ebenfalls in Hannover hatte das Datensichtgerät DS 7240 der Grundig AG Premiere. Diese Novität entspricht in seinen technischen Merkmalen genau dem, was man sich unter einem Standard-Bildschirm-Gerät vorzustellen hat: 1920-Zeichen-Monitor, Schnittstelle V 24, Übertragungsgeschwindigkeit zwischen 110 und 9600 Baud. Aus der Vielzahl neuer Peripherieeinheiten der diesjährigen CeBit-Schau sei noch das Bildschirm-Terminal der Serie DS 1680 von Computern mit dem kleineren Bildschirm (1280 Zeichen) erwähnt.

Intelligenz und viel Komfort

Doch wer glaubte, daß mit der Hannover-Messe die Flut der Ankündigungen vorbei sei, sah sich bald getäuscht. Ein universell einsetzbares Bildschirmgerät mit trennbarer Tastatur stellte als Minibee 4 die Tally GmbH bereits drei Wochen später vor. Als ob sich damit ein gleichbleibender Ankundigungsrhythmus eingependelt hätte: Wiederum drei Wochen später, im Juni 1975, brachte die Synelec Datensysteme GmbH., München, mit Vistar/2 die Weiterentwicklung des Bildschirmterminals Vistar/1 von Infoton auf den Markt. Wie sich die "Bildschirme" gleichen: 1920 Zeichen werden dargestellt, Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 9 600 Baud sind möglich, nso Groß- und Kleinschreibung. Wie auch bei der Neuentwicklung Consul 980 A der Applied Digital Data Systems, New York in Deutschland vertreten durch die Firma Neumüller Meßtechnik GmbH., München.

Der Terminal-Markt blieb weiter in Bewegung. Ende August bestätigten gleich drei Ankündigungen den Trend: Transdata 810 von Siemens, Alfaskop 3500 von Datasaab und eine Offline-Version des Sanders-Terminals 8170.

Bildschirm contra Drucker

Die interessanteste Neuigkeit in diesem Markt durfte vielleicht Hewlett Packard's Terminal 2640 A sein, das sich von dem bisherigen HP-Sichtgerät 2640 A in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Zwei vollintegrierte Magnetband-Laufwerke für die neuen Miniatur-Kassetten von 3 M bieten genug Kapazität, um den für einen Bediener typischen Datenanfall eines Tages zu speichern. Damit kann das 2644 A-Terminal als Offline-Erfassungsgerät eingesetzt werden. Es ist mit so viel Intelligenz ausgestattet (4 K RAM), daß einfache Funktionen autonom erledigt werden können, ohne daß unbedingt der Zentralrechner ausgeschaltet werden muß.

In die gleiche Richtung zieht auch das mikroprozessor-gesteuerte Bildschirm-Datenerfassungssystem NCR 7200, das vor wenigen Wochen Deutschland-Premiere hatte. Dieses Gerät, das als Modell I für Offline-Erfassung und als Modell IV für den Online-Dialog als reiner Bildschirm angeboten wird, soll nach und nach bisherige Bildschirme der NCR-Century-Serie ablösen.

Neue Bildschirme also, wohin man blickt.

Dabei sollte nicht vergessen werden daß inzwischen auch bei den schreibenden Terminals die Preise heruntergegangen sind und es heute bereits schnellschreibende "Papiermaschinen" gibt, die das Argument "Bildschirmausgabe ist schneller" in Frage stellen. Es gibt nämlich durchaus Applikationen, für die sich schreibende Geräte besser eignen als Bildschirme. Dabei sei nur an den Fall erinnert, daß ein Benutzer die Ausgabe "mit nach Hause nehmen will".