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10.04.1981

Bildschirmtext - die neue Dimension der Datenfernverarbeitung, Teil 4

IV.1 Das Siemens-Konzept des Externen Rechners

A. Prinzipien

A.1 BT-Hard- und Softwarekomponenten sind integraler Bestandteil der Standard-EDV-Systeme, soweit dies technisch im gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt möglich ist.

A.2 Weitestgehende Schalenmodellstruktur der Software, um modulare Anpassungen an spätere BT-Strukturen (BT-Dienst ab etwa 1983) mit geringstem Aufwand durchführen zu können.

A.3 Verwendung von Standardschnittstellen (KDCS = Kompatible-Daten-Communikations-Schnittstelle) zu den Anwenderprogrammen, die unverändert weiter benutzt werden können, und dem Standard-Transaktions-Monitor.

A.4 Unveränderter Einsatz des Transaktions-Monitors (UTM = Universeller Transaktions-Monitor) zur gleichberechtigten Abwicklung der BT-Tasks mit den sonstigen im Host ablaufenden Tasks.

A.5 Beliebige Anschlußmöglichkeit von Benutzerdateien und Benutzerdatenbank.

A.6 Strenge logische Trennung von Format- und Dateninformationen, das heißt der Satz von Format- und Präsentationsdateien ist von der physikalischen und logischen Benutzerdatei- und -datenbankstruktur (systemtechnisch) getrennt. Ohne die Ursprungs-DB ändern zu müssen, können also bliebige BT-Darstellungsformen und -formate gewählt werden.

A.7 Ablauf unter dem virtuellen Betriebssystem BS2000 parallel zu anderen Aufgaben.

A.8 Integration des ER-Konzepts der Inhousezentrale (K-Rechners), das heißt beide Betriebsformen können simultan im selben Rechner abgewickelt werden.

A.9 Tendenzielle Annäherung der Software-Schalen an die ISO-Protokoll-Architektur .

B. DIE SOFTWARESTRUKTUR

Die Softwarestruktur des Siemens BT-ER soll anhand von Bild VIII erläutert werden:

B.1 User-Dateien und Datenbanken (DB)

Diese können unverändert in ihrer eventuell zum Zeitpunkt des Einsatzes von BT-Systemen schon bestehenden Form übernommen werden. Es müssen für den Einsatz der vorhandenen DB-Systeme mit der hier geschilderten BT-Software keine Änderungen vorgenommen werden, falls die bereits vorhandenen Daten auch für das BT-Netz anwendungsbezogen ausreichen.

B.2 Datenmanagement-Systeme (DMS) und Datenbanksysteme (UDS etc.)

Die Zugriffe auf die vorliegenden Benutzerdateien und Datenbanken

erfolgen über das Standard DMS.

Falls zum Beispiel das Datenbanksystem UDS (Universelles Datenbanksystem) über den KDCS-Zugang eingesetzt wird, so erfolgt doch die Steuerung der eigentlichen DB-Zugriffe über das DMS.

B.3 Die Anwenderprogramme AP und BTDC (Bildschirmtext-Data Collection)

Die unter BS2000 im allgemeinen Multiprogrammingbetrieb parallel ablaufenden AP bleiben in der hier entwickelten BT-Software-Architektur ebenfalls unverändert, es sei denn bisher nicht vorhergesehene, aber in BT-Dialogen vorkommende Datenerfassungsschritte (Data Collection) treten auf. Diese Eigenschaft der Weiterverwendung bestehender AP und BT macht es insbesondere möglich, die bisher schon bestehenden konventionellen Dialogprozesse auch weiterhin beizubehalten und parallel zu den BT-Dialogen ablaufen zu lassen. Hiermit wird die simultane Verarbeitung von BT-Anwendungen und konventionellen dialogorientierten AP sichergestellt (BT-DB/DC-Koexistenz ist gewährleistet).

B.4 Bildsschirmtextprogramm für Information Retrieval (BTIR)

Mit BTIR kann ein BT-Terminal-User Informationen, die in den Dateien und User-Datenbanken gespeichert sind, mit Hilfe der Menütechnik, sowie der Funktion des "Blätterns" abrufen. Diese Art des Information Retrievals unterscheidet sich grundsätzlich vom Abrufen von einfachen Informationsseiten aus dem Seitenspeicher einer öffentlichen BTZ, denn es müssen die hier abgerufenen Daten nicht neu erfaßt werden. Weiterhin entfällt die Beschränkung des Seitenspeicherumfangs bei der BTZ. Der Einsatz von BTIR bringt daher die folgenden Vorteile:

- keine manuelle Neuerfassung von im Rechner bereits gespeicherten Daten;

- Aktualität der Daten wegen der BT-DB/DC-Koexistenz;

- Einsparung von externen Speichermedien. Zum Beispiel werden bei Informationsseiten, die aus festen und variablen Teilen bestehen, die festen Teile nur einmal gespeichert.

Im einzelnen umfaßt BTIR die Funktionen

- Analyse von BT-Seitenanforderungen

- direkt mit Seitennummer

- über vom User erstellten Suchbaum

- durch Blättern (nächste Seite, vorige Seite).

- Lesen von Datensätzen

- als Standardmodul ist das Lesen von BS2000-ISAM-Dateien in BTIR enthalten;

- Anschluß für benutzereigene Zugriffsroutinen für sonstige Dateien und Datenbanken;

- Aufbau der variablen Daten in anzeigbarer Form

- Kombinieren von festen und variablen Daten zu kompletten Informationsseiten über Bildschirmtextsteuerung (BTST) und Bildschirmtext-Terminal-Support (BTSU).

- Ausgabe der Informationsseiten über BTST.

BTIR läuft als privilegiertes KDCS-Anwenderprogramm unter BTST. Die Ausgaben werden unter Verwendung von BTSU durchgeführt. BTIR ist nur zusammen mit BTST und BTSU einsatzfähig. Implementierungsgrundlage für BTIR sind die von der DBP in der Ad-Hoc-Gruppe "lmplemtierung Feldversuch" des UAKr 3 bis 19. 11 79, das heißt bis Papier IMP 41 veröffentlichten Spezifikationen.

B.5 Bildschirmtextsteuerung BTST

BTST eröffnet die Möglichkeit, Anwenderprogramme, die die Kompatible Datenkommunikationsschnittstelle KDCS benutzen, im Rahmen von BT-Systemen unverändert einzusetzen. BTST übernimmt mit einer internen Zustandsverwaltung in Abhängigkeit von Siemens-Bildschirmtext-Protokoll S-BT-P zentrale Steuerungsaufgaben für Ein/Ausgabe, Anwenderprogramme und BT-Endgeräte. BTST benutzt zur Formatsteuerung BTSU. Lokal angeschlossene BT-Stationen werden derzeit nicht über BTST gesteuert.

Im einzelnen umfaßt BTST die folgenden Funktionen:

- Formatumsetzung der Ein-/Ausgabe zur Anpassung an das S-BT-P;

- Selbständige Verwaltungsfunktionen des S-BT-P

- Unterstützung der Menü-Technik für Funktionsauswahl durch den Bediener;

- Steuerung der Anwenderprogramme;

- Abbildung des KDCS-Schnittstelle für die Anwendungsprogramme. Transaktionscodes werden von der BTST, wie in KDCS-Umgebung üblich, behandelt.

- Unterstützung von formatiertem und formatfreiem Dialog mit virtuellen BT-Terminals durch Aufruf von BTSU.

BTST läßt sich vom Ablauf her wie folgt beschreiben: BTST läuft in einer KDCS-Anwendung als Anwenderprogramm im Hostrechner. Sie ist ablauffähig unter BS2000 (UTM). Zur Formatierung der Ein- und Ausgabenachrichten wird das Produkt BTSU verwendet. BTST ist nur zusammen mit BTSU und UTM ablauffähig. Implementierungsgrundlage sind wie bei B.4 die bis IMP 41 veröffentlichten Spezifikationen .

B.6 Bildschirmtext-Terminal-Support BTSU mit BTIFG und BTFHS

Um die Formulardienste des BTX-Systems zu benutzen, müssen formatierte Nachrichten zwischen dem externen Rechner und dem BTX-System ausgetauscht werden. BTSU bietet Schnittstellen für

- Formular-Erstellung (BTIFG) und - Formular-Einsatz (BTFHS).

Ein Formular wird hier als eine Zusammensetzung mehrerer Felder betrachtet. Ein Feld ist durch Angaben wie Feld-Name, Feld-Position, Feld-Länge, Feld-Darstellung und Feld-Eingabeaufforderung definiert, Felder sind variabel (das Anwendungsprogramm oder der BTX-Terminal-User können die Feldinhalte ändern) oder konstant. BTSU basiert auf den Siemens-Standard-Softwarepaketen

FHS (Format handling System) und IFG (Interaktiver Format-Generator).

BTFHS behandelt formatierte (formatgebundene) Nachrichten und dient auf logische Ebene zur Aufbereitung von formatierten Nachrichten, die im Dialog zwischen Anwendungsprogrammen im externen Rechner und dem BT-System ausgetauscht werden. Durch den Einsatz von BTFHS kann das Anwendungsprogramm unabhängig von den physikalischen Eigenschaften der BT-Terminals und vom Formularbegriff des BT-Systems arbeiten. BTFHS unterstützt die BT-System-Funktionen BTIR und BTDC.

Die Funktionen des BTFHS können wie folgt charakterisiert werden:

- Eine Ausgabe-Formatierung erzeugt eine Nachricht, die ihrerseits ein Bild auf dem Bildschirm des BT-Terminals erzeugt. Soll daraufhin eine Dateneingabe durch den Bediener erfolgen, so wird das BT-System mit der entsprechenden Bediener-Führung und Plausibilitäts-Prüfung beauftragt.

- Eine Eingabe-Formatierung analysiert eine Nachricht und liefert den Anwenderprogrammen die Feld-Eingaben des Bedieners.

BTFHS benötigt für die Formatierungen Formular-Definitionen, die in Format-Dateien vorliegen müssen.

BTIFG ist ein Formatgenerator zur interaktiven Formularerstellung und Formular-Änderung auf den Format(Formular-)Dateien. Ebenso beinhaltet er die hierzu notwendigen Transaktionen innerhalb der Format-Dateien, sowie die Erstellung einer Adressierungshilfe für den Anwendungsprogrammierer.

Da die Formaterstellung interaktiv erfolgt, ist eine Benutzerführung konzipiert, die es ermöglicht, BTIFG sofort- ohne intensive Einarbeitung zu bedienen. BTIFG kann von jedem lokal angeschlossenen (BT-) Terminal aufgerufen werden.

BTIFG umfaßt die folgenden Funktionen:

- Erklärungen lesen

Mit dieser Funktion erklärt sich der Generator dem Benutzer selbst. Die Erklärungen können sequentiell oder gezielt abgerufen werden.

- Inhalt Format-Datei anzeigen

Hier erhält der Benutzer eine Auflistung von Formaten mit deren quantitativen Beschreibungen aus der Formatdatei.

- Benutzerprofil anzeigen und abändern

Mit der Festlegung von Standardeigenschaften wird einerseits eine vereinfachte Formaterzeugung erreicht, zum anderen erlaubt dies die Gestaltung der Dialoge nach einheitlichen Gesichtspunkten. Das Benutzerprofil wird in der Formatdatei gespeichert und kann temporär oder auf Dauer abgeändert werden.

- Format erstellen und ändern

Die Erstellung eines Formates beginnt mit dem Entwurf des Layouts. Innerhalb eines weiteren Verarbeitungsschrittes können die einzelnen Felder mit Attributen versorgt werden, die sich im Layout nicht darstellen lassen (zum Beispiel Eingabe-Aufforderung). Gleichzeitig ist dieser zweite Verarbeitungsschritt auch zur Änderung von Feldeigenschaften auf logischer Ebene konzipiert.

- Formate zusammensetzen, löschen und übertragen

Durch diese Funktionen wird eine möglichst komfortable Handhabung der Formatdateien erreicht.

- Erzeugung von Adressierungshilfen

Dem Anwendungsprogrammierer werden Adressierungshilfen zur Verfügung gestellt, um eine einfache Schnittstellenbehandlung zu gewährleisten.

BTS läuft mit Ausnahme der Komponente BTIFG, die sich auf Anwenderprogrammebene befindet, unter BTST ab.

B.7 Bildschirmtext-Netzanschluß (BTNA/BTNI)

Das Softwareprodukt BTNA (BTNI = Bildschirmtext-Netzanschlußpaket für den Anschluß einer BT-Inhousezentrale oder Kommunikations-Maschine) ermöglicht den Anschluß von Siemens-Systemen als Externe Rechner an das BT-System der DBP. Der Anschluß erfolgt auf der Seite des Siemens-Host über einen Vorrechner, etwa über

- Transdata 9687/XX,

- Compact-Vorrechner (CVR für System 7.500) oder

- Integrierten Vorrechner (IVR).

Für den Feldversuch erfolgt des Anschluß auf Seiten der DBP zunächst über einen Front-End-Processor (FEP), der eine BSC-3270-Schnittstelle zur Verfügung stellt.

Insgesamt können nach diesem Konzept der DBP an einem FEP 16 Externe Rechner angeschlossen werden. Mit BTNA stehen jedem Exterenen Rechner 32 logische Adressen zur Verfügung. Damit können 32 Teilnehmer gleichzeitig über die BTZ mit dem ER kommunizieren.

Die Voraussetzung für eine solche Kommunikation ist die Existenz eines BT-Kommunikationsprotokolls. Im Feldversuch wird zunächst ein. einfaches BT-Protokoll verwendet, das den dort auftretenden Anforderungen und der Konfiguration im BT-Feldversuch gerecht wird.

Grundlage für BTNA ist das BT-Protokoll nach den von der DBP innerhalb der Ad-hoc-Gruppe "Implementierung Feldversuch" des UAKr 3 bis zum 19. 11. 79 veröffentlichten Spezifikationen.

BTNA hat die Komponenten:

- 3270-Umsetzung

Hier werden Nachrichten aus dem IBM 3270-Format in das Siemens 8160-Format umgewandelt und umgekehrt. 3270-Eingabenachrichten (256-Byte-Blöcke) werden reassembliert.

- BT-Protokollsteuerung

Bedient BTZ/FEP-seitig das BT-Protokoll, Siemens-Host-seitig das Siemens-BT-Protokoll.

- Anschlußverwaltung

Kopplung zwischen der BT-Protokollsteuerung im Siemens-Vorrechner und der BT-Steuerung im Siemens-Host. Sie übernimmt die Aufgaben der Teilnehmerüberwachung und Statistikdatenerfassung.

B.8 APS, PDN und POOL

BTNA läuft in Form mehrerer APS (= Anwender Programm System)-Programme unter dem Vorrechner-Betriebssystem PDN (Programmsystem für Datenverarbeitung und Netzsteuerung). Hierbei erfolgt die Zwischenspeicherung der Transaktionen innerhalb des Pool-Bereichs.

Unter PDN wird ebenfalls der Ablauf der verschiedenen Ports gesteuert:

NEA-Port: Kopplung an den Host-Rechner

PlN-LAUF-Port: Zum Anschluß lokaler BTX-Stationen

BSC-Port: Anschluß an den BTZ-FEP

X.25-Port: Alternativ zum BCS-Port für einen Anschluß an die BTZ über das Datex-P-Netz.