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28.03.1986 - 

"Beratung" am Stand - nur Mißtrauen übertrifft die Inkompetenz:

Bildungslücken nicht nur beim Besucher

HANNOVER (CW) - In einer nadelstreifenfreien Aufmachung, die nicht gerade auf finanzstarke Großkunden schließen ließ, machten sich im CeBIT-Verkauf zwei CW-Mitarbeiter auf den Weg über das Messegelände. Sie wollten testen, wie es um die Fachkenntnis der "Berater" und das Interesse der Aussteller bestellt ist. Fazit sehr durchwachsen.

Getarnt als "Nur-Interessierte" prüften unsere Reporter, ob die Auskunftsbereitschaft der Aussteller sich auf Kunden beschränkt, die wie Entscheidungsträger aussehen. Sie mischten sich unter diejenigen Besucher, die zahlreich, aber ratlos die CeBIT-Stände bevölkern. Dort mustert das - wie man denken sollte - geschulte Fachpersonal den Neuankömmling und - wartet ab. Ratlosigkeit steht auch den rotjackigen Damen und dunkelblauen Herren nicht selten ins Gesicht geschrieben: Lästige Frager sollten zumindest nach Umsatz riechen.

Da muß der Inkognito-Kunde selbst die Initiative ergreifen. Doch er wird in vielen Fällen vom Gerät getrennt - man fürchtet Saboteure.

Zenith hat ungewollten Abstürzen vorgebeugt; hier läuft auf den neuen Portables eine Demo-Version. Das Versprechen der Firma, "Programme, die jeder bedienen kann", ist so leider nicht zu prüfen. Mit dieser Do-it-yourself-Beratung für Leute ohne Rückfragen steht Zenith nicht allein. Nirgendwo sind Bedienungshinweise am Gerät angebracht, bei keinem Aussteller fand sich ein offen zugängliches Handbuch. Da ist man schon auf das Standpersonal angewiesen.

Mit dessen oft nur magerem Halbwissen ist es allerdings selten getan. Oft wird der Besucher weitergereicht - zum Teil mehrmals - wie auf dem Amt. Kompatibilität ist ein Fremdwort, ein Textverarbeitungssystem "kann nicht formatieren" und der Drucker von Olivetti macht "halt das, was man will". Und da beschweren sich die Leute, es werde zuviel technisches Kauderwelsch geredet . . .

Kein Wunder, das Personal hat sich mit den Geraten erst vor zwei Wochen - in einem Fall erst am Mittwoch, richtig: am ersten Messetag! - "vertraut" gemacht. Spätestens hier merkt der Besucher, daß es mit schicker Einheitskleidung allein wohl nicht getan ist.

Bei einem von der Messe- und Ausstellungs-AG erhofften Andrang von 300 000 Besuchern darf sich das Angebot der Computer- und Softwarehersteller nicht in optischen Reizen, kostspieligen Messepalästen und bunten Plastiktüten erschöpfen. Kompetente Fachinformation ist nicht zu ersetzen, auch nicht bei "Nur-Interessierten".

Wie qualifiziert das Personal auch bei renommierten Anbietern ist, zeigt das Beispiel Bull. Dort belehrte uns eine Hilfskraft: "Unser Textverarbeitungssystem läuft unter dem Betriebssystem IBM."