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30.10.1998 - 

Microsoft präsentiert Betriebssystem für Scheckkarten

Bill Gates drückt Windows jetzt auch auf die Smartcard

Mit einer recht unerwarteten Ankündigung überraschte Microsoft das Publikum der diesjährigen Smartcard-Konferenz "Cartes '98" in Paris: Im stillen Kämmerchen tüftelt der Konzern an einem Windows-Derivat, das sich auf den kleinsten DV-Medien einsetzen läßt. Das Mini-Betriebssystem mit der Bezeichnung "Windows Cards" soll einer Meldung des "Wall Street Journal" zufolge künftig nicht nur dazu dienen, unterschiedlichste Informationen auf einem Chip zu speichern, sondern zudem erweiterte Funktionen wie die Identifikation von Anwendern bereitstellen. Ebenso soll es in der Lage sein, kleine Programme für Anforderungen in vertikalen Märkten auszuführen. Das neue Betriebssystem wird, so Microsoft, mit geringerer Hardwareleistung als das für Handhelds und persönliche digitale Assistenten (PDAs) entwickelte Windows CE laufen.

Smartcard-Debüt soll Java-Konkurrenz stoppen

Mit ihrem Smartcard-Engagement versucht die Gates-Company, sich der Attacken der Java-Fraktion um Sun Microsystems zu erwehren, die mit der Internet-Programmiersprache eine einheitliche Basis schaffen will, um Microsofts Monopol im Betriebssystem-Markt zu brechen. Den Einstieg Microsofts sehen führende Smartcard-Hersteller dennoch mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Einerseits erhoffen sie sich einen kräftigen Anschub für das zumindest in den USA eher stagnierende Geschäft. Mit 80 Prozent Marktanteil trug bis dato hauptsächlich Europa zum Wachstum für diese junge Technologie bei. Dort werden Smartcards bereits seit Jahren für mobile Telefone und im Bankenwesen genutzt. Branchenkenner erwarten, daß sich Smartcards in den USA vor allem mit E-Commerce-Projekten durchsetzen könnten. Rauhere Marktverhältnisse drohen andererseits Herstellern wie Mondex International, die sich mit Produkten wie "Multos" seit Jahren auf die Entwicklung eines Betriebssystems mit offenen Standards konzentriert hatten.

Microsofts Debüt im Smartcard-Business hatte Bill Gates Anfang September verschlüsselt angekündigt: "Wir mögen alles, worauf Software eingesetzt werden kann." Damals sprach der Microsoft-Chef allerdings noch von Armbanduhren und Fernsehgeräte.