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20.10.1995

Bill Gates lehnt das Friedensangebot ab Microsoft verzichtet auf die Netzdienste von Novell

MUENCHEN (CW) - Einen Rueckschlag musste der Netzwerkspezialist Novell in seinen Bemuehungen hinnehmen, sich als Technologielieferant zu positionieren. Verhandlungen mit Microsoft sind gescheitert, die das Ziel hatten, Novells "Netware Directory Services" (NDS) in einer Client-Version fuer Windows NT zu lizenzieren.

Urspruenglich zeigte Microsoft durchaus Interesse an der Novell- Technik. Dienste und Namenskonventionen, wie sie bei NDS eingebaut sind, gelten als unverzichtbar fuer den Erfolg eines Server-Systems in umfangreichen Netzumgebungen. Die Verhandlungen scheiterten, so der britische Branchendienst "ClieNT-Server News," an den nach Ansicht von Microsoft zu rigiden Lizenzbestimmungen des Anbieters.

"Wir haben ihnen durchaus gute Konditionen eingeraeumt", widerspricht William Donahoo, Novells Marketing-Manager fuer NDS. Es sei im wesentlichen derselbe Vertrag gewesen, den Hewlett- Packard und SCO bereits unterschrieben haetten. Auch fuer die IBM scheinen die Lizenzbestimmungen ertraeglich zu sein. Zumindest ist Big Blue nach Novell-Angaben in ein "ernsthaftes Verhandlungsstadium" ueber die Lizenzierung von NDS fuer die Betriebssysteme OS/2 Warp und AIX eingestiegen.

Da Bob Kruger, Microsofts Director for Strategic Relations, keine Details nennen will, steht nun Behauptung gegen Behauptung. Aus nicht namentlich genannten Quellen will "ClieNT-Server News" jedoch erfahren haben, dass Microsoft nicht bereit gewesen sei, Arbeiten einzustellen, mit deren Hilfe Windows 95 Netware- kompatibel werden soll. Diese Information bedeute, so spekulieren die Briten, dass Novell den Client-Zugriff auf Netware-Server einschraenken und insbesondere fuer Windows 95 ausschliessen wolle. Andere Branchenkenner gehen statt dessen davon aus, dass Microsoft weiterhin an seinem vor ueber einem Jahr vorgestellten White Paper zur Erstellung eigener Netzservices festhalten will.

Fuer diese Deutung spricht, dass die Verhandlungen ueber die Lizenzierung von NDS mit moeglichst vielen Anbietern zur neuen Novell-Strategie passen. Mit der Aufgabe des DOS- und Unix- Geschaefts hat sich das Unternehmen aus der ersten Linie der Systemanbieter zurueckgezogen und ist zugleich dem direkten Wettbewerb mit Microsofts Workgroup-Server Windows NT ausgewichen. Nun posititioniert sich Novell als Technologielieferant, wobei zur Zeit das Schwergewicht vor allem auf Netware und NDS liegt. Die NDS-Funktionen entsprechen im wesentlichen den Services, die in dem als offener Standard geltenden Distributed Computing Environment (DCE) des OSF-Konsortiums enthalten sind, das allerdings den Nachteil hat, sehr umfangreich zu sein.