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19.02.1993 - 

Kein Interesse an der Nachfolge von Akers

Bill Gates muss sich auf Aktion des FTC-Kartellamts einrichten

Die Commissioners der FTC waren im Fall der Untersuchungen gegen Microsoft am 5. Februar 1993 zusammengetreten, hatten sich allerdings nach Beratungen auf einen spaeteren Zeitpunkt vertagt.

In der "fuer die nahe Zukunft" vorgesehenen Neuauflage sehen einige Beobachter ein Zeichen dafuer, dass Microsoft doch nicht ungeschoren aus der FTC-Untersuchung hervorgehen duerfte. So wird ein ehemaliges FTC-Mitglied mit der Einschaetzung zitiert, das Verhalten der Commissioner lasse den Schluss zu, dass die Kartellamtsbehoerde sich nicht deshalb zu weiteren Beratungen zusammenfinden wuerden, um den Fall lediglich ad acta zu legen.

Zur Sache selbst, das kennt man von der US-Behoerde, aeusserten sich die FTC-Mitarbeiter nicht. Sie gaben nur allgemein zu Protokoll, man habe sich zusammengefunden, um Vorschlaege zu diskutieren, die aus den Reihen von FTC-Mitarbeitern in einer nichtoeffentlichen Rechtsangelegenheit gemacht wurden. Man sei jedoch zu keinem abschliessenden Urteil gelangt, werde sich aber in naher Zukunft wieder zusammensetzen.

Wie bereits mehrfach berichtet, hatten FTC-Anwaelte in einem mehrere hundert Seiten starken Bericht die wettbewerbswidrigen Aktivitaeten von Microsoft festgehalten. In der abschliessenden Empfehlung an die entscheidungsbefugten Commissioners schlugen die Rechtspfleger drei Vorgehensweisen vor: Microsoft koenne in zwei Unternehmungen zerschlagen werden, deren eine sich nur noch mit der Entwicklung von Betriebssystem-Software, die andere sich ausschliesslich mit Applikationssoftware beschaeftigen solle. Denkbar sei auch die gerichtlich verordnete Einrichtung einer sogenannten Chinesischen Mauer zwischen den beiden Software- Abteilungen. Allerdings gehen Branchen-Insider davon aus, dass diese kuenstliche Trennung nicht viel Sinn mache.

Eine dritte Option sieht die Verhaengung einer einstweiligen Verfuegung gegen Microsoft vor. Mit dieser solle die Gates-Company zur Aufgabe der bislang monierten Lizenzierungspraktiken gezwungen werden.

Drei der vier Commissioners muessen zu einem uebereinstimmenden Urteil kommen, um Aktivitaeten gegen die Softwareschmiede in die Wege leiten zu koennen.

Auf Fragen, ob Gates an einer Beerbung des noch als President und CEO der IBM Corp. taetigen John Akers interessiert sei, winkte der Microsoft-Boss ab: Zum einen sei ihm seine Company Herausforderung genug, zum anderen stehe er in Redmond in der Pflicht. Dort muesse er auch weiterhin im Dienste der Microsoft-Mission taetig sein.

Gates gab in einem weiteren Interview zu Protokoll, er glaube, dass die IBM der heutigen Tage in einigen Jahren nicht mehr existiere. Divisionen, etwas das Mainframe- und das Midrange- Geschaeft, werde es in der heutigen Form in drei bis vier Jahren nicht mehr geben. In Zukunft wuerden, ja muessten verschiedene Unternehmen aus der heute noch vereinten IBM geformt werden, sonst koenne Big Blue beim Tempo der Veraenderung in der Branche nicht mithalten.

Allerdings gab Gates zu bedenken, dass Big Blue trotz der jetzigen Probleme erhebliche Potentiale aufzuweisen habe. In verschiedenen Technologiesektoren wie bei der Chip- oder der Plattenspeicher- Entwicklung habe die IBM extrem viel zu bieten. Es komme fuer die Manager in Armonk nun darauf an, die einzelnen Geschaeftsbereiche voellig neu auszurichten, dann sei auch wieder mit Profitabilitaet zu rechnen.