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03.04.1987

Binnen-Standard

03.04.1987

Im Massenmarkt der Stand-alone-Systeme ist die Automatik (Stichwort: drei Buchstaben) dahin. Auf den Dezentralisierungstrend (Mikro-Mainframe-Kommunikation) muß man nicht hinweisen: Schnee von gestern (DDP!) - für Mother Blue freilich das Butterbrot der frühen und der späten Jahre.

Aus: CW vom 29. März 1985, Kolumne

Man kann zu Mother Blue stehen, wie man will - eines muß man ihr lassen: Die Fähigkeit, PR-Berichte zu lancieren ("Kommunikation" heißt das in der Mediensprache), ist nach wie vor "Ultra-Super Sahne". Vermeintliche Hacker-Indiskretionen eines IBM-freundlichen Ex-PC-Händlers über vermeintliche PC-Wundermaschinen waren dem "SPIEGEL" denn auch eine Big-Blue-Story wert: "Diese Woche", so das Hamburger Nachrichtenmagazin, will es IBM allen wieder einmal zeigen." Soll heißen: Die IBM schlägt zurück.

Es geht um die Ankündigung einer neuen PC-Generation (Seite 1), die nach dem Willen der IBM-Marketiers vom Stand-alone-Stigma der Charlie-Chaplin-PCs befreit und in die heile 370-Welt der SNA-Eigenmächtigkeiten integriert werden soll. Die IBM schlägt zurück. Aber wen will sie treffen? Die Clone-Hersteller und Billiganbieter? Die Konkurrenz im eigenen Hause - etwa den ehemaligen Bereich Basisdatenverarbeitung? Den DV-Zentralisten beim Anwender, der den PC für ein Spielzeug hält? Oder den aufmüpfigen Endbenutzer im Fachbereich, der sich partout nicht IBM-like verhalten will? Mit anderen Worten: Was hat der Anwender davon?

Keine Frage: Der Marktführer kommt um eine Binnen-Standardisierung nicht herum. Unterhalb der Mainframe-Ebene herrscht das große Architektur-Chaos, gibt es diverse /3X-Versionen, PC-Varianten und Spezialmaschinen (Mikro 6150 beziehungsweise RT PC, Serie /1, 8100). Insofern besteht eine gewisse Zwangsläufigkeit, daß die IBM, wie mit der System Anwendungs-Architektur SAA angekündigt (CW Nr. 13 vom 27. März 1987), jetzt auf eine Vereinheitlichung drängt - gerade auch im PC-Bereich. Den IBM-Kunden kann's nur recht sein.

Bleibt die Frage, wie das softwaretechnisch zu realisieren sein soll. Das Ziel ist verdammt hoch gesteckt. Jenes PC-System, das mit den sattsam bekannten Schwierigkeiten der IBM-Hostkommunikation fertig würde, existierte bisher nur auf dem Ankündigungspapier. Das bedeutet: Den Interessenten muß erst nachgewiesen werden daß die PS-Connection funktioniert. Ob sie auch eine wirtschaftliche Alternative etwa zu intelligenten Unix-Workstations sein kann, steht auf einem anderen Blatt.