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21.11.1980 - 

STC-Vicepresident Carl Raine sieht Einstieg ins CPU-Geschäft:

"Bis 1985 rund 120 000 IBM-MIPS"

FRANKFURT (CW) - "Seit Mitte 1979 läuft bei uns die Chip-Produktion. Warum sollen wir da nicht in den Rechner-Markt einsteigen? Mit diesen Worten bestätige der bei Storage Technology (STC) für Zukunftsplanung zuständige Vicepresident Carl Raine die hartnäckigen Gerüchte, die STCs Einstieg in das IBM-kompatible CPU-Geschäft proklamieren.

"Gene Amdahl ist zu teuer. Und er allein nützt uns ja auch nichts", dementiert Raine alle Spekulationen um den weltberühmten Computer-Bauer, der laut Wall-Street-Journal für mittlerweile rund 100 Millionen Dollar IBMs H-Computer vorwegnehmen will. Amdahl geht nicht zu STC. "Wir bauen unsere Rechner selbst, sollten wir uns entscheiden, in den nächsten zwei Jahren in den IBM-kompatiblen CPU-Markt einzusteigen", terminiert Raine auch gleichzeitig den Entscheidungsprozeß. Dabei wird massiv erwogen, weniger den ohnehin schon abgegriffenen Markt der Universalrechner als vielmehr den der dedizierten Rechner im IBM-Markt anzugehen.

Karriere hatte die Company aus Colorado in der Vergangenheit vor allem mit Magnetplatteneinheiten und Bandstationen gemacht. Sie war selbst im Krisenjahr 1979 um satte 50 Prozent auf mittlerweile 750 Millionen Dollar gewachsen. Während ärgster Mitbewerber Memorex nur um 16,5 Prozent auf 737 Millionen Dollar in 1979 geklettert war, hatte STC die Neuankündigungen der IBM im Gefolge des 4300-Announcements (3370-Platten) spielend überwunden und parierte jetzt mit einer 3380-kompatiblen Gigadisk IBMs neueste Parade-Platte. Erste Auslieferungen: zweites Quartal 1982.

"Wir machen rund 80 Prozent des Umsatzes im IBM-kompatiblen Geschäft. Da ist es doch kein Wunder, daß wir unsere wichtigsten Investitionen auch in diesem Bereich tätigen werden." Dennoch ist die Übernahme des Drucker-Spezialisten Documation "eher Zufall denn strategisch geplant", meint Raine. Die für rund 52 Millionen Dollar erstandene Printer-Produzenten haben trotz ihrer ausgezeichneten IBM-Schnittstelle eine ganz andere Bedeutung für die bislang sich im Firmen-Namen ausschließlich als Speichertechnologen ausweisende STC. "Es ist die Vertriebsorganisation in Europa und die Fertigung in Irland, weshalb wir bei Documation zugegriffen haben, erklärte Raine.

Immerhin will STC "in den 80er Jahren 40 bis 50 Prozent des Umsatzes außerhalb den USA machen. Europa wächst stärker als Nordamerika." Bislang hat der Speicherspezialist weltweit rund 40 000 Bandeinheiten ausgeliefert, davon "28 000 an IBM-Kunden", 12 000 an OEMs, Minicomputer-Hersteller und so weiter: "Wir haben rund 275 OEM-Kunden."

1000 MB geliefert

Mit rund 22 000 installierten Platteneinheiten preschte die zehn Jahre alte Company bei den Disks ebenfalls in eine führende Position und lieferte bei "3350-kompatiblen Platten mehr Einheiten aus als alle anderen unabhängigen Anbieter zusammen".

Bei Hauptspeichern dominiert der Intersil-Memories vertreibende Anbieter mittlerweile den 303X-Markt und lieferte bislang rund 1000 Megabytes insgesamt aus.

"Der Markt steht kurz vor einer Explosion", prophezeit Raine eine gigantische MIPS-Schwemme" Der Bedarf an Speicherkapazität bei Platten steigt jährlich um 50 Prozent, bei Magnetbändern immerhin noch um zehn Prozent", sieht Luke Little, Vicepresident für Disk Development bei STC, eine nicht minder große Steigerung im ursprünglichen Geschäft des Speicherspezialisten. "Der Bestand an Universalrechnern wird bis 1985 derzeit 100 auf 166 Milliarden Dollar steigen", schwelgt Raine in einem Markt, der bis 1985 allein auf den Namen IBM und deren gleichgeschalteten Konkurrenten rund 120 000 MIPS verheißt.

Hardware teurer

Kein Wunder, daß STC da nicht nur Speicherlieferant sein möchte. Zumal: "Seit einem Jahr registrieren wir einen bedeutsamen Wandel. IBM hat in den letzten zwölf Monaten dreimal ihre Hardware-Preise erhöht. Das Groschsche Gesetz von den ständig sinkenden Hardware-Kosten ist nicht mehr länger wahr. Die steigende Produktivität in der Hardware-Herstellung kompensierte bis 1979 die Inflationsrate. Doch damit ist jetzt Schluß." Hardware wird teurer und damit für den kommenden CPU-Mixer STC viel leichter kalkulierbar.